Nordenham - In Hannoversch Münden gibt es einen alten und einen neuen Weserstein. Die Steine markieren die Stelle, an der sich Werra und Fulda vereinigen. Hier beginnt die Weser. Die Gedenksteine sind beliebte Ausflugsziele, gerade für Radfahrer. Gut 450 Kilometer ist der Fluss lang. Aber dort, wo er in die Nordsee mündet, gibt es keinen Weserstein. Der Nordenhamer Fritz Jacob will das ändern. Gemeinsam mit der Blexer Dorfgemeinschaft will er im nächsten Jahr den Blexer Weserstein aufstellen lassen. Den genauen Standort hat kein Geograf berechnet. Er ist vielmehr dort, wo sich die Wesermündung in ihrer ganzen Pracht und Weitläufigkeit zeigt.
„Wo kann man einen schöneren Ausblick genießen?“ fragt Fritz Jacob, während er auf einer der Bänke sitzt, die auf der Deichkrone beim Blexer Flugplatz stehen. Hier soll der Blexer Weserstein aufgestellt werden. Die Aussicht ist grandios. Nicht nur Fritz Jacob schwärmt, wenn er das wunderschöne Panorama mit dem Wattenmeer, den beiden ehemaligen Festungsinseln Langlütjen I und II, der langgezogenen Pier von Bremerhaven und der imposanten Skyline mit dem Hotel Sail City genießt.
Begeisterter Radfahrer
Seit drei Jahren beschäftigt sich der umtriebige Rentner mit der Idee vom Blexer Weserstein. Fritz Jacob ist begeisterter Radfahrer. Eine beliebtes Ziel ist für ihn und seine Frau Traute Fedderwardersiel. Auf dem Weg nach Butjadingen machen die beiden am liebsten beim Blexer Flugplatz Rast – wegen der schönen Aussicht. Die Stelle liegt an einer Nebenstrecke des Weser-Radwegs, der in Hann. Münden beginnt und an der Mündung endet. Für Fritz Jacob der ideale Standort für den Blexer Weserstein. Seine Idee ist, die Radfahrer die auf dem Weser-Radweg unterwegs sind, gezielt dorthin zu leiten. Fritz Jacob, der viele Jahre in Blexen gelebt hat, glaubt dass der Weserstein nach dem neu angelegten Platz am Fähranleger und dem Weserschlösschen, das voraussichtlich im Juli wiedereröffnet wird, eine zusätzliche Bereicherung für den Ortsteil ist.
Der Stein wird voraussichtlich etwa 1,50 Meter groß sein. Er soll in einem Steinbruch in Stadtoldendorf gebrochen und von einem Nordenhamer Steinmetz bearbeitet werden. Auf dem Stein soll der Verlauf der Weser von Hann. Münden bis nach Blexen dargestellt werden.
Die feierliche Einweihung plant Fritz Jacob für den 31. Juli 2021. Dann jährt sich die Einweihung des alten Wesersteins in Hann. Münden zum 122. Mal. Fritz Jacob will vorher gemeinsam mit Freunden aus der Radsportgruppe des SV Nordenham den gesamten Weser-Radweg von Hann. Münden bis nach Blexen fahren. Sein Plan ist, dass möglichst viele Nordenhamer die Gruppe bei der letzten Etappe vom Marktplatz bis zum Blexer Weserstein begleiten.
Spenden sammeln
Bis es so weit ist haben Fritz Jacob und eine Arbeitsgruppe der Dorfgemeinschaft noch alle Hände voll zu tun. Das Wichtigste ist die Finanzierung. Fritz Jacob rechnet mit Kosten bis zu 15 000 Euro. Das Geld will er durch Spenden zusammenbekommen.
Mit seiner Idee hat der ehemalige Teppichboden-Händler nicht nur in seiner Heimatstadt offene Türen eingerannt. Fritz Jacob hat Kontakt mit der Stadtverwaltung und der Touristikgesellschaft in Hann. Münden Kontakt aufgenommen. Er berichtet, dass man auch dort sehr angetan ist von dem Vorhaben. Noch für dieses Jahr plant der 84-Jährige eine Bustour nach Hann- Münden mit geführtem Stadtrundgang. Wegen der Unsicherheiten aufgrund der Corona-Krise gibt es allerdings noch keinen genauen Termin für die Fahrt. Fritz Jacob kann sich gut vorstellen, dass im Zuge der Weserstein-Initiative auch eine Partnerschaft zwischen den beiden Städten entsteht, die durch die Weser verbunden sind.
