Mario Heinecke bestreitet sein vorerst letztes Spiel für den Kreisligisten 1. FC Nordenham. Er bleibt dem Verein treu, konzentriert sich aber künftig auf seine zweite große Leidenschaft. "> Navigation überspringen
nordwest-zeitung
Abo-Angebote ePaper Newsletter App Prospekte Jobs Immo Trauer Shop

Fußball Von der Trainerbank aufs Surfbrett

Nordenham - Es gibt Menschen, die suchen sich nervige Hobbys aus. Trainer von Amateur-Fußball-Mannschaften verzweifeln mitunter an den Marotten ihrer Spieler. Kite-Surfer ärgern sich, wenn der Wind ausbleibt. Mario Heinecke liebt beide Sportarten – und wird künftig mehr Zeit zum Kitesurfen haben. Seine Laufbahn als Trainer endet vorerst an diesem Wochenende – genauer gesagt am Sonntag, 12. Juni, des Jahres 2022. Im Heimspiel gegen den TuS Büppel (15 Uhr) steht er letztmals als Trainer des Männer-Kreisligisten 1. FC Nordenham an der Seitenlinie.

A-Junioren-Trainer

Als Heinecke Ende April 2017 ins Amt gehoben wurde, war er noch Trainer der A-Junioren des FCN. Angedacht war eigentlich, dass er in der Saison 2017/2018 zusammen mit dem damaligen Coach Rainer Hotopp das Team trainieren sollte. Aber der Verein entschied sich für einen anderen Weg: Er beendete die Zusammenarbeit mit Hotopp abrupt – unmittelbar vor einem Derby gegen Schwarz-Rot Esenshamm. Heinecke sollte es fortan richten.

Es war eine Umbruchsaison. Die alten Kreisligen wurden nach der Spielzeit aufgelöst. Die Teams mussten sich damals für die so genannte Fusionsliga qualifizieren.

Das alles ist Fußball-Geschichte. Der frühere Ortsrivale Schwarz-Rot Esenshamm hat sich inzwischen aufgelöst, die Pandemie den Sportbetrieb zwischenzeitlich komplett lahmgelegt. Das Gesicht des Trainers auf der Bank des FCN blieb hingegen in all den Jahren unverändert. Im positivsten Sinne dieses Satzes. Kitesurfer und Fußballer sind schließlich viel an der frischen Luft.

Richtiger Zeitpunkt

Dennoch räumt Heinecke ein, dass er zuletzt Abnutzungserscheinungen festgestellt habe – wenn er auf die Zusammenarbeit mit seinen Spielern schaue. Er glaubt, dass er den richtigen Zeitpunkt gewählt habe, um Abschied zu nehmen. „Wenn du kein Feuer mehr spürst, kannst du auch kein Feuer entfachen“, sagt der Trainer. Ein Satz eines Mannes, der in seinem Job eine Führungsposition inne hat.


Heinecke möchte aber auch niemand sein, der an seinem Stuhl klebt. Er freue sich deshalb, den Absprung geschafft zu haben, sagt er. „Das haben mir viele nicht zugetraut.“

Obwohl diese Entscheidung schon lange gefallen ist, blickt er doch mit ein wenig Bammel auf den kommenden Sonntag voraus. Schließlich sei er ein emotionaler Mensch. Er glaubt, dass er mit einem lachenenden und einem weinenden Auge Abschied nehmen werde. „Ich bin mir sicher, dass sich meine Spieler unter dem neuen Trainer weiterentwickeln werden. Aber sie sind mir auch ans Herz gewachsen“, sagt er.

Deshalb freut er sich für seine Mannschaft. Schließlich hätte sie in den vergangenen Wochen gezeigt, dass sie eigentlich ein richtig gutes Kreisliga-Team ist. Wenn er immer eine solch große Auswahl an Spielern zur Verfügung gehabt hätte wie zuletzt, wäre seine Mannschaft ohne Probleme in die Aufstiegsrunde eingezogen und hätte dort eine gute Rolle gespielt, meint Heinecke. „Aber jetzt sind wir einfach nur froh, dass wir den Klassenerhalt erreicht haben.“

Ein Zwischenschritt

Die Vermeidung des Abstiegs bezeichnet er übrigens als Zwischenschritt. Damit deutet er die Richtung an, in die sein Nachfolger Bünyamin Kapakli gehen möchte.

Kapakli, wie Heinecke ein Vollblutfußballer, schaut nach oben. Zusammen mit den Zugängen Yasin Kapakli, René Schwarze, Fynn Richter, Julian Müller sowie den A-Jugendlichen Lukas Laber und Azad Önder will der FCN zurück auf Bezirksebene.

Heinecke selbst wird diesen Prozess begleiten. Er bleibt dem 1. FC Nordenham treu. Er betont zwar ausdrücklich, dass er nicht als Teammanager arbeiten werde. Doch er werde die Mannschaft künftig im Hintergrund unterstützen – aber noch mehr Zeit auf dem Surfbrett verbringen.

Wolfgang Grave
Wolfgang Grave Redaktion Nordenham (Lokalsport)
Themen
Artikelempfehlungen der Redaktion
Podcast
Verlässt im Sommer den VfB: Marcel Appiah

NEUE FOLGE NORDWESTKURVE Warum der VfB Oldenburg seine Verjüngungskur vorantreibt

Lars Blancke Sarom Siebenhaar
Oldenburg
Haben das Demokratiefest am 11. Mai in Schortens aus Sicherheitsgründen abgesagt: die Veranstalter (von links) Detlef Kasig, Axel Homfeldt und Wolfgang Ottens.

SICHERHEITSGRÜNDE Veranstalter sagen Fest für Demokratie in Schortens ab

Jever
Da hofften sie noch auf ein buntes Familienfest (von links): die Initiatoren von „Rock durch die Mitte“ Detlef Kasig (SPD), Axel Homfeldt (CDU) und Wolfgang Ottens (Grüne).

DEMOKRATIE-FEST IN SCHORTENS ABGESAGT Initiatoren sehen Sicherheit am 11. Mai gefährdet

Jeversches Wochenblatt
Schortens
Mit der Legalisierung von Cannabis für Erwachsene wird auch Jugendlichen suggeriert, dass Kiffen in Ordnung ist.

DROGENKONSUM BEI JUGENDLICHEN Die Reifung von Hirn und Emotionen bleibt beim Kiffen auf der Strecke

Anja Biewald
Oldenburg
Die Baskets Oldenburg um Alen Pjanic (links) können in der Tabelle klettern. Vechta und Wes Iwundu fehlen noch ein Sieg im Playoff-Rennen.

BASKETBALL-BUNDESLIGA Das ist für Baskets Oldenburg und Rasta Vechta noch drin

Niklas Benter
Oldenburg