Nordenham - Die Johanniter ziehen jetzt eindrucksvolle Bilanz ihres Einsatzes in Hamburg. Der Ortsbeauftragte der Nordenhamer Johanniter, Markus Wedemeyer, hat beim Deutschen Evangelischen Kirchentag den Gesamteinsatz von mehr als 90 Sanitätern der Regionalbereitschaft Weser-Ems koordiniert. Mit 18 Helfern stellte der Ortsverband Nordenham die größte Gruppe.
Aus 10 Ortsverbänden
Johanniter aus insgesamt zehn Ortsverbänden in Weser-Ems gehörten zum Team. Die Regionalbereitschaft hatte insgesamt 124 Hilfeleistungen, 20 Fahrten mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus und einen Notarzt-Einsatz.
Mit 44 Einsätzen war der Eröffnungstag, als die Johanniter unter anderem den Gottesdienst mit Bundespräsident Joachim Gauck absicherten, der anstrengendste Tag. Der Bundespräsident kam an der Unfallhilfsstelle vorbei und dankte den Johannitern.
Eine ganz besondere Herausforderung stellte laut Pressemitteilung des Johanniter-Regionalverbandes das Konzert der „Wise Guys“ im Stadtpark dar. Mehr als 65 000 Menschen waren auf die Grünanlage geströmt und damit deutlich mehr als geplant. „Wir haben spontan unsere Sanitätsstation dort hochgefahren und Leute nachgeordert“, sagt Abschnittsleiter Stefan Onken vom Ortsverband Nordenham.
Koordinator Markus Wedemeyer lobt ausdrücklich den Einsatz der Frauen und Männer. „Als es notwendig war, sind Leute zum Dienst gekommen, die eigentlich eine Freischicht hatten.“ 25 Einsätze und sechs Rettungswagen-Transporte wurden an dem Abend alleine von Sanitätern aus Weser-Ems geleistet.
Der dramatischste Einsatz taucht in der Kirchentagsstatistik nicht auf. Um den Rettungsdienst der Stadt Hamburg zu unterstützen, haben die Johanniter aus Weser-Ems auch Rettungswagen gestellt. Als Marcel Colter aus Delmenhorst und Andreas Rick aus Ahlhorn auf dem Weg zu einem Einsatz waren, kamen sie zufällig an einem schweren Unfall vorbei.
Mehrfach überschlagen
Eine 19-Jährige war mit ihrem Auto auf den Grünstreifen geraten und hatte sich mehrfach überschlagen. Die beiden handelten sofort und begannen mit lebenserhaltenden Maßnahmen.
Die meisten Sanitäter kehrten gesund vom Einsatz in Hamburg zurück. „Wir hatten einige Ausfälle, was bei einem Einsatz dieser Größe leider immer mal wieder vorkommt“, sagt Markus Wedemeyer, der im Hauptberuf Arzt ist und die Erkrankten selber untersuchen konnte.
Eine Sanitäterin hatte eine Entzündung im Ohr, einer hatte sich den Fuß geprellt und drei eine Magenverstimmung. Die Sanitäter kamen aus Norden, Wittmund, Wilhelmshaven, Varel, Nordenham, Delmenhorst, Oldenburg, Ahlhorn, Osnabrück und Lingen. Verstärkt wurden sie von Kollegen aus Celle, Bremerhaven und Dortmund.
