Eigentlich gerät niemand gerne in eine Sackgasse – weder in eine reale, noch in eine sprichwörtliche. Allerdings kommt es immer auch ein bisschen auf den Blickwinkel an – und vielleicht darauf, wie hartnäckig man sich seinen Weg sucht. Am Freitag stand ich in Brake am sogenannten Zwiesel-Eck. Wer sich hier bis zum Weser-Ufer vorgearbeitet hat, kommt nicht weiter. „Sackgasse“ grummelte dann auch ein Rad-Tourist, der neben mir hielt und dann umdrehte.
Seine Frau dagegen ließ sich einen Moment Zeit, um auf den Fluss, die Boote und Schiffe zu blicken. Umdrehen musste sie auch, hatte dem Moment aber dennoch etwas Positives abgewonnen.
Auch Journalisten geraten immer wieder in Sackgassen. Manchmal, weil die vermeintliche Top-Geschichte doch eher keine Neuigkeit zu bieten hat. Oder aber, und das kommt nicht selten vor, weil Gesprächspartner mit ihren Informationen nicht herausrücken und den Reporter bewusst in die Sackgasse locken wollen. Beliebt ist in solchen Fällen die Verzögerungstaktik. Behörden, groß und klein, teilen bei unangenehmen Themen gerne mal mit, dass die Antwort auf eine Frage – leider leider – erst in einer Woche möglich sei. Die Hoffnung dahinter: Bis dahin gibt es längst neue Themen und der Journalist lässt seine Geschichte vielleicht ganz fallen. Wird dann klar, dass der Bericht im Zweifel zunächst auch ohne die Sichtweise der Behörde erscheint, kommt die Antwort oft in weniger als einer Stunde.Nicht jede Sackgasse ist ohne Ausweg – und wenn doch, bietet sie dem Menschen mit offenen Augen vielleicht immerhin einen schönen Ausblick.
