Nordenham - Weil der personelle Aufwand zu groß ist, beteiligt sich der Verein Nordenham Marketing & Touristik (NMT) in Zukunft nicht mehr an der Ausrichtung der Oldtimer-Tage. Bei der 25. Auflage der Veranstaltung am vergangenen Wochenende war NMT zum letzten Mal mit im Boot. „Die Zuarbeit für Organisator Ingo Ehmann ist mit den Jahren immer aufwendiger geworden“, sagt NMT-Geschäftsführerin Ilona Tetzlaff, „das können wir nicht mehr leisten.“ Jetzt droht der beliebten Fahrzeugschau das Aus.
Die City-Managerin verweist darauf, dass die Oldtimer-Tage zeitlich immer nah an der von NMT veranstalteten Landpartie Garten & Ambiente liegen. Hinzu komme, dass der Touristikverein seit diesem Jahr auch für die Planung und Ausrichtung des Stadtfestes zuständig sei. Angesichts dieser Aufgaben mangele es an den personellen Kapazitäten für die weitere Unterstützung der Oldtimer-Tage, die eine „rein private Veranstaltung“ sei.
Frühzeitig informiert
Ilona Tetzlaff betont, dass diese Entscheidung mit dem NMT-Vorstand abgesprochen und Ingo Ehmann frühzeitig darüber informiert worden sei. NMT habe ihm zugesagt, die Jubiläumsveranstaltung noch gemeinsam auszurichten, und auch Vorschläge für neue Partner genannt.
Laut Ilona Tetzlaff hatte der Verein seit 2002 die Oldtimer-Tage unterstützt und war seit mehr als 15 Jahren als Veranstalter aufgetreten. In erster Linie habe NMT die Tombola organisiert, die finanzielle Abwicklung übernommen, sich um die behördlichen Genehmigungen gekümmert und die Fahrerunterlagen ausgestellt.
Nach dem Umzug der Oldtimer-Ausstellung vom Großensieler Hafen auf den Marktplatz hatten in Verbindung mit der Fahrzeugschau verkaufsoffene Sonntage in drei Jahren stattgefunden. Die Kaufmannschaft beschloss dann aber, Sonntagsöffnungen nur noch zum Autofrühling und zum Ochsenmarkt abzuhalten.
Werbung für Nordenham
Organisator Ingo Ehmann bestätigt, dass die Oldtimer-Tage „auf der Kippe stehen“. Er hat wenig Verständnis für den Rückzug des Touristikvereins. Der 59-Jährige macht keinen Hehl aus seiner Verärgerung über Ilona Tetzlaffs Aussage, die Oldtimer-Tage seien eine „rein private“ Veranstaltung. „Ich mache das für die Stadt Nordenham und nicht für mich“, betont Ingo Ehmann, „damit verdiene ich kein Geld.“ Das gelte auch für sein Helfer-Team, das aus rund 50 Ehrenamtlichen bestehe.
Die Oldtimer-Tage, bei denen diesmal 400 bis 500 Fahrzeuge zu bestaunen waren, sind laut Ingo Ehemann für Nordenham eine tolle Werbung mit überregionaler Strahlkraft. Das bekomme er immer wieder von den Teilnehmern und den Besuchern bestätigt.
Als er im Herbst von City-Managerin Ilona Tetzlaff mitgeteilt bekam, dass NMT sich zurückzieht, hatte sich Ingo Ehmann hilfesuchend an Bürgermeister Nils Siemen gewandt. Denn für den 59-Jährigen steht fest, dass er das Großereignis nicht alleine ausrichten kann und die Unterstützung durch einen Veranstalter benötigt. Dabei gehe es nicht zuletzt um Versicherungsthemen und Kosten. Als Ausrichter kämen ein Verein oder eine Privatperson, aber auch die Stadt Nordenham in Betracht. „Vom Bürgermeister habe ich bisher leider keine konkrete Antwort bekommen“, sagt Ingo Ehmann.
Der Nordenhamer hängt nach wie vor an den Oldtimer-Tagen und würde sie nur schweren Herzens aufgeben. Doch dazu könnte es kommen, wenn nicht bald eine Lösung gefunden ist. Spätestens zum Ende des Sommers muss er Klarheit haben, um rechtzeitig die Planungen für 2025 aufnehmen zu können.
Standortwechsel?
Es gibt aber noch eine andere Variante: Die Oldtimer-Tage bleiben erhalten, finden aber nicht mehr in Nordenham statt. Bei der Suche nach einem neuen Veranstalter hat Ingo Ehmann bereits Gespräche mit der Tourismus-Servicegesellschaft Butjadingen (TSB) und dem Motorsport-Club Rodenkirchen (MSCR) geführt. Die Verantwortlichen bei der TSB und im MSCR wissen von der Attraktivität der Oldtimer-Schau und haben laut Ingo Ehmann ihr Interesse an der Ausrichtung bekundet. „Aber noch ist nichts entschieden“, sagt er.
Ingo Ehmann Bild: Horst Lohe
