Nordenham - In Corona--Zeiten ist eine Atemmaske in vielen Situationen unerlässlich. Sie soll vor einer Infektion schützen. Doch eine solche Maske kann auch hinderlich sein. Zum Beispiel, wenn es um das Anpassen einer neuen Brille geht. Diese Redaktion hat bei Nordenhamer Optikern nachgefragt, wie sie die Situation handhaben und wie sich ihr Geschäft durch Corona verändert hat. Ein anderes Problem, das vielen Brillenträger auf die Nerven geht, ist das Beschlagen der Gläser.
Optiker Elzholz
„Wir haben ein gutes Hygienekonzept und an den Beratungsplätzen Spritzschutzwände aufgestellt“, erzählt Ole Kurzawski, Geschäftsführer von Optiker Elzholz. Zusätzlich sei zwischen den Plätzen ausreichend Abstand vorhanden. Wenn die Kunden also eine Brille anprobieren möchten, können sie die Maske für einen Moment abnehmen, um sich im Spiegel zu betrachten.
Doch nicht nur das Aussuchen eines neuen Gestells ist in diesen Zeiten eine Herausforderung für Brillenträger. Durch das Tragen der Maske beschlagen die Gläser. „Täglich kommen Kunden, die fragen, was sie dagegen tun können“, erzählt Ole Kurzawski.
Auf dem Markt gibt es mittlerweile zahlreiche Mittel, die dem Problem entgegenwirken sollen. „Wir haben hier bereits ein Anti-Beschlag-Mittel ausprobiert“, sagt Ole Kurzawski, „das hat allerdings nicht sehr gut funktioniert.“ Er empfiehlt, die Brille über die Maske zu setzen oder zwischendurch auf Kontaktlinsen umzusteigen. „Wir haben anfangs gar nicht so damit gerechnet, aber durch die Maskenpflicht sind ganz viele Menschen jetzt an Kontaktlinsen interessiert“, berichtet der Geschäftsführer. Ungefähr jeden zweiten Tag würden unter den aktuellen Hygienemaßnahmen Kontaktlinsen-Anpassungen vorgenommen. „In normalen Zeiten kommt das viel seltener vor.“
Allgemein sei die Nachfrage nach dem ersten Lockdown sehr hoch gewesen. „Alle, die während der Schließung keine Brille kaufen konnten, sind dann im Sommer gekommen“, erzählt Ole Kurzawski. Seit November und dem Beginn des zweiten Lockdowns sei allerdings wieder weniger los.
Brillenstudio Eggert
Auch Kurt Eggert vom Brillenstudio Nordenham hat die Erfahrung gemacht, dass die Leute aufgrund der steigenden Coronazahlen langsam wieder zurückhaltender werden und den Brillenkauf lieber verschieben. „Nach dem ersten Lockdown war die Nachfrage relativ schnell wieder auf dem normalen Niveau“, erzählt er, „im Moment kommen aber wieder weniger Kunden.“
In seinem Brillenstudio gilt die Maskenpflicht auch während der Brillenanprobe. „Es geht im Moment leider nicht anders“, sagt er. Gegen das Beschlagen der Brillengläser hat Kurt Eggert ein bestimmtes Spray bei sich im Laden. „Das funktioniert mittelmäßig.“ Gerade in der kalten Jahreszeit sei es schwierig, etwas zu finden, das das Beschlagen wirklich komplett verhindert. „Im Winter beschlägt die Brille ja auch ohne Maske schon“, sagt Kurt Eggert und fügt hinzu: „Die meisten nehmen es mittlerweile also einfach in Kauf.“
Auf Kontaktlinsen-Anpassungen verzichtet Kurt Eggert momentan aufgrund der dazu nötigen Nähe. Die Nachfrage nach Kontaktlinsen sei bei ihm aber ohnehin eher gering.
Optiker Fielmann
Thorsten Benkel, Leiter der Fielmann-Niederlassung in Nordenham, erzählt, dass sich seine Kunden mittlerweile gut mit der ungewohnten Situation arrangiert haben. „Wir vergeben inzwischen feste Termine“, erzählt er. Diese können entweder vor Ort, telefonisch oder online vereinbart werden. „Das wird sehr gut angenommen“, sagt Thorsten Benkel, „wir können damit die Auslastung in unserem Geschäft genau steuern.“ Auch nach der Corona-Pandemie soll die Terminvergabe beibehalten werden.
Als in der Fußgängerzone noch keine Maskenpflicht galt, konnten die Kunden bei Fielmann während der Beratung mit einem kleinen Spiegel vor die Tür gehen, um sich dort mit der jeweiligen Brille ohne Maske anzuschauen. „Aktuell ist das natürlich etwas schwieriger“, sagt Thorsten Benkel, „trotzdem klappt es auch mit Maske ganz gut.“ Sollten sich die Kunden gar nicht entscheiden können, gebe es auch die Möglichkeit, einzelne Modelle für kurze Zeit mit nach Hause zu nehmen.
Auch Thorsten Benkel und sein Team bekommen immer wieder die Frage gestellt, was man gegen die beschlagenen Gläser tun könne. Er verkauft in seinem Geschäft Anti-Beschlag-Tücher. „Ich verwende sie selber und die funktionieren echt gut“, sagt er. Ein Tuch kann bis zu 200 Mal angewendet werden. Kontaktlinsen-Anpassungen werden bei Fielmann im Moment nicht angeboten. „Wir wollen auf Nummer sicher gehen, weil man den Kunden dabei ja doch schon sehr nahe kommt“, sagt Thorsten Benkel.
