Ovelgönne/Brake - Ab sofort kann der Verkehr von der neuen Bundesstraße 211 auch auf die Bundesstraße 212 rollen. Am Donnerstagmittag ist das letzte Teilstück der neuen B 211 mit einem Festakt freigegeben worden. Der Parlamentarische Staatssekretär Enak Ferlemann vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur sowie der niedersächsische Verkehrsminister Bernd Althusmann und Wissenschaftsminister Björn Thümler aus Berne räumten mit vereinten Kräften symbolisch den entscheidenden Sperrbalken an die Seite.
46 Millionen Euro
Ab sofort kann der aus Richtung Oldenburg kommende Verkehr auf die B 212 in Richtung Nordenham oder Berne fahren. Die Weserstraße muss bis zur vollständigen Fertigstellung der Signalanlage aus Verkehrssicherungsgründen allerdings noch weiterhin gesperrt bleiben. Hier sind noch Restarbeiten wie die Herstellung der Verkehrsinseln und Aufstellung der neuen Masten für die Lichtsignalanlage auszuführen, die aufgrund von Lieferverzögerungen bislang nicht durchgeführt werden konnten.
Die neue Strecke verläuft damit jetzt von Mittelort ohne Ortsdurchfahrt bis zur B 212 in Brake. Die Kosten für den Bau liegen bei rund 46 Millionen Euro und werden vom Bund getragen.
Die B 211 ist die Hauptverkehrsachse zwischen Oldenburg und der nördlichen Wesermarsch. Mit der B 212 nördlich von Brake und der B 437 verbindet sie außerdem die Autobahnen A 28 und A 29 bei Oldenburg mit der auf der anderen Seite der Weser verlaufenden A 27. Durch die starke Nutzung der B 211, sowohl von Anliegern als auch vom regionalen und überregionalen Verkehr, ist es auf dieser Strecke immer häufiger zu Unfällen gekommen. Mit der neuen, verlegten B 211 werden die Anwohner an der alten Straße nun von diesem Problem und von Lärm- und Staubemissionen entlastet. Gleichzeitig ist die neue B 211 damit eine leistungsfähige und verkehrssichere Alternative insbesondere für den Durchgangs- und Wirtschaftsverkehr.
Verkehrsminister Bernd Althusmann sagte gegenüber unserer Redaktion: „Ab heute kann auf der neuen Bundesstraße durchgehend bis Brake gefahren werden, das ist ein bedeutender Tag für die ganze Wesermarsch.“
Hinterlandanbindung
Die neue Straße sei für alle Autofahrerinnen und Autofahrer verkehrssicherer und komfortabler: „Sie müssen jetzt nicht mehr auf der veralteten, kurvenreichen und dadurch auch unfallreichen Straße fahren. Das ist für alle Anwohner, Pendler und für die überregionale und lokale Wirtschaft wichtig, aber insbesondere für den Hafen Brake, den wir mit der neuen Straße besser an das Hinterland anbinden.“
Staatssekretär Enak Ferlemann wies darauf hin, dass Brake der bedeutendste Getreidehafen Deutschlands sei, und dass Brake jetzt top angebunden sei. Es sei ein ideale Anbindung an den Hafen geschaffen worden. Jeder Euro-Cent in das Projekt sei bestens investiert.
Derzeit rollen auf der Bundesstraße 211 täglich 11000 Fahrzeuge. Nach den Prognosen dürfte die Zahl mittelfristig auf 18000 Fahrzeuge pro Tag steigen. Bis zu 20 Prozent davon mache der Schwerlastverkehr aus.
