Ovelgönne - „Der Ratssaal ist mein zweites Zuhause geworden.“ Alfred Schäfftlein fasst mit einem Satz zusammen, was sage und schreibe vier Jahrzehnte angedauert hat und am 31. Oktober nun tatsächlich enden soll. Seit dem 1. November 1981 sitzt der Großenmeerer für die SPD im Rat der Gemeinde Ovelgönne. Und der Vorsitzende des Finanzausschusses der Flächengemeinde kann seine politische Karriere mit einfachen Zahlen festmachen.
Diverse Geschenke
„Vor 40 Jahren wurde mein Sohn geboren. Ich bin acht Mal in Folge in den Rat gewählt worden. Zwei bis drei Abende in der Woche war ich weg. Mein Nachbar wollte, dass ich mit in den Kegelclub komme, aber daraus wurde nichts“, sagt der Träger des Bundesverdienstkreuzes um 21.47 Uhr, als er im Restaurant von Michi und Holger zum Dank für seine politische Arbeit die Urkunde und diverse Geschenke von Ovelgönnes Bürgermeister Christoph Hartz entgegennimmt. Wie Schäfftlein waren auch die altgedienten Ratsherren Gunther Hellwig aus Großenmeer und Wolfgang Hübenthal aus Oldenbrok bei der Kommunalwahl am 12. September nicht erneut angetreten. Ganz bewusst, denn der Rat sollte jünger und weiblicher werden – und das ist - wie berichtet - außerordentlich gut gelungen.
Acht Frauen und acht Männer werden im Rat der Gemeinde für die Wahlperiode 2021 bis 2026 die Geschicke von Ovelgönne maßgeblich bestimmen. Eine „Beichte“ legte bei der 42. Ratssitzung Gunther Hellwig ab. Eigentlich wollte er gar nicht Ratsherr werden, er sei überredet worden. Und dass er nach dieser Überredung 35 Jahre in diesem wichtigen politischen Gremium sitzen würde, damit hatte wohl niemand gerechnet. Seit dem 1. November 1986 sitzt Hellwig für die CDU im Rat, am 31. Oktober ist Schluss damit. „Es sind immer mehr Sitzungen geworden, aber es hat Spaß gemacht und ich habe viel erlebt“, fasst er zusammen.
Standortsuche
Auf 20 spannende politische Jahre im Rat hat es Wolfgang Hübenthal gebracht. 1986 bis 1991 und von 2006 bis 2021 hat er als Einzelkandidat Akzente gesetzt. Er freut sich, dass die Gemeinde gut aufgestellt ist – und zudem, dass es am 12. September so viele Frauen ins neue Gremium geschafft haben. Aus dem Rat verabschiedet wurden zudem Peter Schnepper von der UWO, Christoph Mohr und Theis Müller von der CDU, die allesamt auf eine fünfjährige Zeit als Ratsmitglieder zurückschauen können und in dieser Zeit auch die Flüchtlingskrise lokal mit bewältigt haben sowie die Neuaufstellung in Sachen Windparkplanung mit auf den Weg brachten. Sicherlich war die Verabschiedung der verdienten Ratsmitglieder der emotionale Höhepunkt der Sitzung, doch es wurde auch Politik gemacht. Einstimmig machte der Rat den Weg frei für ein Repowering von alten Windkraftanlagen im Oldenbroker Feld.
Zudem befürwortete der Rat bei der Festlegung der Windkraft-Konzentrationsflächen eine frühzeitige Beteiligung aller Bürgerinnen und Bürger. Wie berichtet wird in der gesamten Gemeinde flächendeckend gesucht, wo Windkraftanlagen ihren optimalen Standort finden können. Einwände sind dabei ausdrücklich erwünscht.
