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Besinnung Pilgerstation am Ritzenbütteler Sand

Fried-Michael Carl

Lemwerder - Der Ritzenbütteler Sand in Lemwerder wird Anfang des kommenden Jahres um ein symbolträchtiges Objekt reicher werden. An der Spitze des Gebiets zum Altarm der Weser hin wird ein aus Stahl gefertigtes aufgeblähtes Segel errichtet werden, in das ein Kreuz eingelassen ist. Dieser Ort wird dann Teil eines Fahrradpilgerweges sein, der über die Gebiete der Städte Delmenhorst und Bremen sowie die Gemeinden Ganderkesee und demnächst auch Lemwerder verlaufen wird.

„Wir hoffen, das Segel Anfang des kommenden Jahres aufstellen zu können“, erklärt Helmut Focken, Kirchenältester der Kirchengemeinde Altenesch und Mitinitiator im Bereich der Gemeinde Lemwerder. Ganz bewusst wurde für diesen Punkt ein Segel gewählt, denn es soll auf die Bedeutung der Schifffahrt für die Gemeinde hinweisen. Das weithin sichtbare Segel könnte auch den ein oder anderen Radler ermuntern, anzuhalten und sich mit dem Objekt auseinanderzusetzen. Reizvoll ist auch das ausgesparte Kreuz, durch das die dahinterliegende Umgebung und die Weser in immer wieder anderen Sichtweisen erscheinen. „Hier kann eine Verbindung von Religion und Weltlichem hergestellt werden“, erklärt Focken. So ist geplant, neben dem Kreuz eine Tafel mit religiösen Inhalten ebenso aufzustellen, wo es auch spezielle Informationen über die Gemeinde und den Deichschutz geben wird. Neben diesem Ort ist vorgesehen, in unmittelbarer Nähe zur Kirche in Bardewisch sowie in der Nähe der Nobiskuhle in Altenesch zwei weitere Orte zur Besinnung anzulegen.

Lemwerder unterstützt

Tatkräftige Unterstützung bei der Realisierung des Projektes bekamen Helmut Focken und seine Mitstreiter von der Gemeinde Lemwerder, die für das Fundament sorgen wird und die Eigentumsfragen mit dem Wasser- und Schifffahrtsamt klärte, sowie dem 1. Oldenburgischen Deichband und der Werft Abeking & Rasmussen. Deren Personalleiter Jochen Niemeyer, selbst ein ehemaliges Kirchenratsmitglied, sei gegenüber der Idee sehr aufgeschlossen gewesen, betonte Helmut Focken. In der Lehrwerkstatt des Betriebes wurde das Segel, das von dem Harmenhausener Künstler Wolfgang Heißenhuber entworfen worden war, von zwei Auszubildenden fertiggestellt. Sie schnitten das Kreuz aus dem Stahl heraus. Sowohl das Material als auch die Arbeitsleistung stellte die Firma umsonst zur Verfügung.

Etwa 60 Kilometer lang wird der Fahrradpilgerweg sein, wenn er vervollständigt ist. Der Grundstein dazu wurde im Jahr 2010 in Hasbergen gelegt, als dort das erste Landschaftskreuz erstellt wurde. Initiator war Pastor Stephan Meyer-Schürg, der feststellen konnte, dass dieses und die folgenden Kreuze gut angenommen wurden. „Es gab offenbar das Bedürfnis nach Natur und Bewegung, der Wunsch nach Besinnung und Einkehr“, meinte der Pastor. Weitere Pilgerstationen an markanten Punkten folgten. Und immer wird versucht, das Landschaftstypische mit einzubeziehen.

7 Kirchengemeinden

2011 stießen nach dem gemeinsamen Himmelfahrtsgottesdienst die Kirchengemeinden Lemwerder und Bardewisch zu dem Kreis, dem mittlerweile sieben Kirchengemeinden angehören. Mit der Errichtung des Segels zu Beginn des kommenden Jahres wird ein weiterer markanter Punkt auf der Pilgerstrecke gesetzt, an dem man Ruhe finden und in sich gehen kann.


Die Nabu-Gruppe Gruppe Stedingen sieht hier die Chance, mit einem Spruch aus der Bibel auf die durch den Ausbau des Sees bedrohte Tierwelt hinzuweisen.

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