Nordenham - „Ich finde es einfach schön, dass hier immer so viele zu Besuch sind und so eine gute Stimmung herrscht“, sagte der Einrichtungsleiter des Mehrgenerationenhauses, Stefan Schreiber, auf der Geburtstagsfeier der Plattschnacker. Die Gruppe trifft sich jede Woche in den Räumlichkeiten an der Viktoriastraße. Sie existiert seit nunmehr 15 Jahren und besteht derzeit aus rund 30 Mitgliedern im Alter von 60 bis 89 Jahren.
Gegründet wurden die Plattschnacker von Adeline und ihrem mittlerweile verstorbenen Ehemann Horst Krupp. Inspiriert wurden die beiden Nordenhamer von Maria Adomeit, die damals in der Küche des Mehrgenerationenhauses arbeitete. Die drei kannten sich vom Theaterspiel bei der Niederdeutschen Bühne. Adeline Krupp zeigte sich anfangs zurückhaltend, doch gemeinsam mit ihrem Ehemann nahm sie die neue Herausforderung an.
Enge Verbundenheit
In der Anfangszeit besuchten um die 50 Frauen und Männer die zweistündigen Zusammenkünfte mit Kaffee und Kuchen. Sie alle hat stets eine enge Verbundenheit zum Plattdeutschen ausgezeichnet. „Es ist uns immer darum gegangen, die Sprache am Leben zu erhalten“, erklärte Adeline Krupp. Zu Schnacken gebe es doch immer etwas und es werde bei den geselligen Treffen auch gemeinsam gesungen. Zudem werden Geschichten und andere Texte auf Platt im Rahmen des offenen Treffs vorgetragen.
Nicht nur die 85-jährige engagierte Gruppenleiterin würde sich über neue Gesichter – gern auch jüngere – in den eigenen Reihen freuen. Dabei sei es sei keineswegs erforderlich, die plattdeutsche Sprache zu beherrschen. Ihr Mann habe die Sprache erst als Jugendlicher erlernt. Horst Krupp stammte ursprünglich aus Westpreußen und war im Zuge der Kriegswirren aus seiner Heimat vertrieben worden.
Gemeinsame Theaterbesuche
Die Plattschnacker treffen sich nicht nur freitags zwischen 14.30 bis 16.30 Uhr im Mehrgenerationenhaus, sondern besuchen auch Veranstaltungen auf Platt. Erst kürzlich zog es sie ins Kasino zu der Premiere der Musikrevue der 1970er Jahre. Das schwungvolle und kurzweilige Theaterstück mit dem Titel „Ein Festival der Liebe“ kam bei den Gruppenmitgliedern aus Nordenham und Butjadingen gut an. Es wurde vielfach mitgesungen und mitgeklatscht.
Viel Applaus gab es ebenso bei der Geburtstagsfeier. Denn für die musikalische Begleitung sorgte die Gruppe „Seewind“ mit einem abwechslungsreichen Repertoire an Liedern. Der Plattdeutschbeauftragte des Landkreises, Hans Meinen, sprach unter anderem ein Grußwort mit viel Anerkennung.
Etwas getrübt war die Veranstaltung jedoch angesichts der Tatsache, dass der Stollhammer Erwin Jürgens, der ein besonderes Faible für die plattdeutsche Sprache hatte und eine feste Größe bei den Plattschnackern war, erst vor kurzem verstorben ist.
