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nordwest-zeitung

28-jähriger Ratsherr in Lemwerder „Trete nächstes Jahr wieder an“

Michael Diederich

Lemwerder - Der Mundschutz verdeckt sein Gesicht. Er ist kaum zu erkennen. Doch als der Lemwerderaner Ratsherr Jan Olof von Lübken seinen Mundschutz abnimmt, wird klar: „Ganz schön jung für einen Kommunalpolitiker.“

Unsere Redaktion hat bei ihm nachgefragt, warum er sich für Politik interessiert und was er in seiner Heimatgemeinde Lemwerder erreichen möchte. Jan Olof von Lübken ist mit 28 Jahren aktuell der zweitjüngste Ratsherr der Gemeinde Lemwerder.

Wie sind Sie in die Politik gekommen?

„Durch meinen Vater. Er war mehr als 35 Jahre Ratsherr in Lemwerder. Deshalb gehörte Politik bei uns zu Hause dazu“, sagt der Lemwerderaner Ratsherr. Mit 16 Jahren ist Olof von Lübken zu den Jungsozialisten (Jusos) gegangen. Dort war er jahrelang Vorsitzender der Jusos Lemwerder.

Im Alter von 18 Jahren ist von Lübken dann in den Gemeinderat von Lemwerder gewählt worden. Seitdem sind mehr als neun Jahre vergangenen. Und sein politisches Interesse besteht auch weiterhin. „Bei den nächsten Kommunalwahlen im September 2021 möchte ich wieder antreten“, sagt Jan Olof von Lübken.

Was hat sich seit ihrem Eintritt verändert?

„Mit 18 Jahren hatte ich sicherlich andere politische Ziele. Mein Fokus lag eher auf den Problemen der Welt anstatt der Probleme in Lemwerder“, erinnert sich der Politiker. Damals seien seine Ideen nicht mit der entsprechenden Ernsthaftigkeit diskutiert worden. Doch dies hat sich mit der Zeit verändert.

„Mittlerweile hat sich im Rat einiges getan. Und meine Ideen sind jetzt auch etwas realistischer als vor neun Jahren“, sagt der Lemwerderaner Politiker.


Warum gibt es ein Nachwuchsproblem in der Politik?

„Ich höre von einigen jungen politisch Interessierten, dass sie irgendwann keine Zeit oder keine Lust mehr auf Kommunalpolitik haben. Das musste ich beispielsweise auch bei den Jusos Lemwerder feststellen. Meinen Vorsitz hat bisher niemand übernommen. Die Gruppe ist politisch nicht mehr aktiv“, sagt er.

Im Gemeinderat Lemwerder sitzen aktuell nur drei Mitglieder, die unter 30 sind. Aber Nachwuchsprobleme gehören nicht nur im Rat dazu, sondern auch in den Parteien. Kurios dabei: „Mit 18 Jahren war ich das jüngste Gemeinderatsmitglied in Lemwerder. Der Nächstältere war dann schon mein Vater.“

Was ist Ihr Lieblingsthema?

„Zwar interessiere ich mich allgemein für die Politik. Aber, da ich von vielen jungen Menschen aus Lemwerder gewählt wurde, gehören Sportstätten, Bildungspolitik und der Skaterpark zu meinen Lieblingsthemen“, sagt Jan Olof von Lübken. Bei der Bildungspolitik setzt sich der Ratsherr unter anderem für Ganztagsschulen im Grundschulbereich ein.

Was reizt Sie an Kommunalpolitik?

„Man kann etwas Gutes für seine Heimat machen. Wir können hier viel bewegen“, sagt Jan Olof von Lübken. Wer sich für Politik interessiert, sollte aktiv werden. „Wenn niemand etwas macht, dann herrscht irgendwann Stillstand“, sagt der Ratsherr Jan Olof von Lübken.

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