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NWZonline.de Region Wesermarsch Politik

Stadtrat: 20 Jahre Vize-Bürgermeister

03.01.2014

Einswarden Ein Geburtstagsbesuch und die Finanzrunde beim Stadtdirektor waren die ersten Amtshandlungen, die Ulf Riegel als stellvertretender Bürgermeister auf dem Zettel hatte. Mit diesen beiden Terminen begann am 4. Januar 1994 eine Rekord-Ära: Ulf Riegel ist jetzt 20 Jahre lang ohne Unterbrechung als ehrenamtlicher Vize-Bürgermeister der Stadt Nordenham tätig. „Das Amt macht mir nach wie vor viel Freude“, sagt der SPD-Ratsherr.

Der 62-Jährige fühlt sich als waschechter Einswarder seinem Stadtteil zwar besonders verbunden, aber als stellvertretender Bürgermeister hebt er die Gemeinsamkeit der Nordenhamer hervor. „Wer Kirchturmpolitik betreibt, schädigt letztlich die ganze Stadt“, meint Ulf Riegel.

Für ihn ist es auch eine Selbstverständlichkeit, dass er die Partei aus der Bürgermeistertätigkeit heraushält. „Ich vertrete in diesem Amt die Stadt Nordenham“, betont er, „nicht Einswarden und auch nicht die SPD.“ Dazu gehört ebenfalls die Verpflichtung, auch ihm persönlich weniger genehme Ratsbeschlüsse in der Öffentlichkeit zu verteidigen. Zum Beispiel war Ulf Riegel in den frühen 90er Jahren dagegen, den Marktplatz mit teurem Granit aus Indien zu pflastern. „Nach außen musste ich das aber vertreten, wenn es Kritik gab.“ Und die gab es durchaus.

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Ulf Riegel ist in einem Mehrfamilienhaus an der Jedutenstraße als Jüngster von drei Brüdern zur Welt gekommen. Die kleine Wohnung im Dachgeschoss blieb für die ersten acht Jahre seines Lebens sein Zuhause. Nachdem er die Volksschule in Einswarden absolviert hatte, begann Ulf Riegel bei der Post eine Lehre zum Fernmeldehandwerker. Später stieg er in den mittleren Dienst auf und war in Nordenham, Bremerhaven und Bremen in der Vermittlungstechnik tätig. 2008 trat er den Ruhestand an.

Wie kam er zur Politik? Jedenfalls nicht über seinen Vater, der bei Weserflug arbeitete. „Er hat uns nie verraten, welche Partei er gewählt hat“, sagt Ulf Riegel. Erst viele Jahre später, als seine Eltern dem SPD-Ortsverein beitraten, erfuhr er von deren sozialdemokratischen Vorlieben.

Seit 1971 in der SPD

Ulf Riegel hatte über Lehrlingskollegen den Kontakt zur SPD-Nachwuchsorganisation Die Falken gefunden. Er besuchte die Gruppentreffen, leitete eine Kindergruppe und fuhr als Betreuer zu Zeltlagern mit. 1971 trat Ulf Riegel in die SPD ein. Natürlich in den Ortsverein Einswarden. „Bis auf die dreieinhalb Lehrjahre in Bremen“, sagt er, „bin ich Einswarden immer treu geblieben.“

Für seinen Einzug in den Stadtrat benötigte Ulf Riegel drei Anläufe. Nach zwei Fehlversuchen bei den Wahlen 1981 und 1986, als die Einswarder Konkurrenz in den eigenen Reihen sehr stark war, klappte es dann 1991. „Ich bin ein sehr geduldiger Mensch“, sagt Ulf Riegel.

Im November 1993 verkündete die damalige Vize-Bürgermeisterin Bärbel Voß, dass sie aus familiären Gründen zum Ende des Jahres ihren Posten niederlegen werde. Im Interesse der Ausgewogenheit wollte die SPD das freie Amt wieder mit einer Frau besetzten, zumal der 2. Vize-Bürgermeisterposten bereits an Heinrich Osterloh vergeben war. Allerdings winkten die ins Auge gefassten Kandidatinnen ab. Da kam der damalige Bürgermeister Ulrich Münzberg auf die Idee, Ulf Riegel anzusprechen. Nach kurzer Bedenkzeit gab der Einswarder seine Zusage. Bereut hat er das nie. Nur in der „unsäglichen Zeit“, als der CDU-Bürgermeister Dr. Georg Raffetseder im Rathaus das Sagen hatte, wäre er fast von der Fahne gesprungen.

Besonders gefällt ihm an dem repräsentativem Amt die Nähe zu den Bürgern. Die Geburtstagsbesuche bei Altersjubilaren übernimmt er gerne.

Terminbuch für jedes Jahr

Ulf Riegel hat für jedes seiner 20 Amtsjahre ein Terminbuch geführt. Daher weiß er, dass er zum Beispiel im vergangenen Jahr 112 Besuche bei Geburtstagen oder Ehejubiläen, 34 Teilnahmen an Vereinsveranstaltungen von der Weihnachtsfeier bis zur Kaninchenschau, 48 „sonstige Termine“ bei Feuerwehrsitzungen und anderen Ereignissen sowie 6 Dienstreisen absolviert hat. Hinzu kam die Anwesenheit in 79 Sitzungen der Stadtratsgremien und der SPD-Fraktion. Die Entschädigung und die Fahrtkostenerstattung belaufen sich auf rund 500 Euro im Monat.

Zweite Vize-Bürgermeisterin der Stadt Nordenham ist Angelika Zöllner. Während Ulf Riegel als Einswarder den Norden betreut, ist die Esenshammerin für den Süden der Stadt zuständig.

Norbert Hartfil Redaktionsleitung Nordenham / Redaktion Nordenham
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