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NWZonline.de Region Wesermarsch Politik

Tierschützer in der Wesermarsch am Limit

12.10.2019

Abbehausen „Das ist peinlich für den Landkreis Wesermarsch, dass er kein Tierheim für die gesamte Wesermarsch unterhält.“ Das hat der Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, der aus Elsfleth stammende Thomas Schröder, schon vor sechs Jahren gegenüber der NWZ bei einem Besuch des Tierschutzvereins Wesermarsch kritisiert. Daran hat sich nichts geändert. Das hat Thomas Schröder am Freitag im Landhotel Butjadinger Tor während einer Gesprächsrunde mit Vorstandsmitgliedern und Tierschutzberatern des Vereins wiederholt. Mehr noch: Die Dringlichkeit habe sich zugespitzt.

Abgeordnete sind dafür

Am Gespräch beteiligten sich auch die SPD-Bundestagsabgeordnete Susanne Mittag und die SPD-Landtagsabgeordnete Karin Logemann. Sie unterstützten grundsätzlich die Forderung, machten aber keine Versprechungen. Karin Logemann, die auch Kreistagsabgeordnete ist, sicherte zu, dass sie dieses Thema in die am 7. November startenden Haushaltsberatungen der CDU/SPD-Mehrheitsgruppe im Kreistag einbringen wird.

Susanne Mittag verwies darauf, dass ein solches Vorhaben nicht in der Zuständigkeit des Bundes liegt. Die CDU/SPD-Bundesregierung sei aber in Sachen Tierschutz vielfältig aktiv. So seien Gesetzentwürfe vorgelegt worden gegen illegalen Welpenhandel und zur Regelung das Handels und der Haltung von exotischen Tieren.

Die Vorsitzende des Tierschutzvereins Wesermarsch, Martha Heppel, machte deutlich: Die Tierschützer in der Wesermarsch arbeiten am Limit. Die Kapazitäten des einzigen Tierheims im Landkreis, in Nordenham, reichen keineswegs aus. Die Pflegestellen der Vereins für Katzen sind überfüllt. „Wir sind nicht in der Lage, weitere Katzen aufzunehmen. Das bedeutet im Klartext, dass auch keine Notfälle mehr aufgenommen werden können – wenn zum Beispiel Besitzer sterben oder psychisch erkranken.“

In diesem Jahr 2019 sind dem Verein bereits 245 Fundkatzen, davon 63 Welpen, gemeldet worden. 102 Katzen/Kater hat der Verein kastrieren lassen. Für 92 Katzen haben die Kommunen die Kosten übernommen.

Im Rekordjahr 2018 hat der Tierschutzverein 341 Katzen/Kater und vier Hunde kastrieren lassen. Kosten für 28 Tiere wurden von Kommunen übernommen. Dank eines Förderprogramms des Landes bekam der Verein die Kosten für 83 Kastrationen vom Land erstattet. Den Rest schulterte der Verein alleine.

Karin Logemann berichtete, die SPD-Landtagsfraktion bemühe sich ebenso wie Regierungspartner CDU um einen erneuten Fördertopf des Landes für Kastrationen.

Laut Tierschutzbund-Präsident Thomas Schröder ist dies ein bundesweites Problem: Zur Pflichtaufgabe der Kommunen gehört, sich um die Versorgung von Fundtieren zu kümmern. Die Kommunen wälzen diese Pflicht aber auf ehrenamtlich tätige Tierschützer ab.

Bei seinem Besuch vor sechs Jahren in der Wesermarsch hatte der Tierschutzbund-Präsident darüber hinaus an alle Kommunalpolitiker appelliert, für eine flächendeckende Kastrationspflicht von Katzen zu sorgen.

Großer Erfolg

Diesbezüglich meldet der Tierschutzverein Wesermarsch einen großen Erfolg seiner Bemühungen: Seit vergangenem Jahr gilt in allen neun Kommunen der Wesermarsch Kastrations- und Registrierungspflicht.

Dem Deutschen Tierschutzbund gehören 750 Vereine an. Thomas Schröder (54) ist seit Oktober 2011 Präsident. Geboren und aufgewachsen ist der heute in Köln lebende Kommunikationswirt in Elsfleth. Er hat nach seinem Studium viele Jahre als Büroleiter für die damalige SPD-Bundestagsabgeordnete Margitta Terborg aus Nordenham gearbeitet. Anschließend war er Pressesprecher und ab 2004 Bundesgeschäftsführer des Tierschutzbundes.

Thomas Schröder bat Freitag die Abgeordneten, in engem Kontakt mit dem Tierschutzverein zu bleiben, um eine konstruktive Lösung der Tierheim-Frage zu finden. Der Tierschutzverein könnte sich in einen Trägerverein einbringen. Vorsitzende Martha Heppel wies darauf hin, dass Kommunen über leerstehende Gebäude verfügen. Ein Neubau sei somit nicht nötig.

Horst Lohe Nordenham / Redaktion Nordenham
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