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NWZonline.de Region Wesermarsch Politik

Angst vor Karriereknick für „Dorfsheriffs“

08.07.2010

RODENKIRCHEN Alarmstimmung bei der Polizei: Pläne von Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann, in kleineren Polizeidienststellen keine Polizeihauptkommissare mehr einzusetzen, verunsichern zur Zeit die Beamten. Die Freien Wähler (FW) Niedersachsen und die Gewerkschaft der Polizei (GdP) befürchten, dass dadurch Dienststellen wie in Rodenkirchen für Bewerber unattraktiv und langfristig sogar geschlossen werden.

Polizeihauptkommissare gehören der Besoldungsgruppe A 11 an, das Einstiegsgehalt liegt bei etwa 3400 Euro brutto. „A11-Stellen bekam man bisher aufgrund von Leistung und nach einer gewissen Wartezeit“, sagt der Polizeibeamte Rüdiger Kurmann aus Cuxhaven, der für die niedersächsischen Freien Wähler gegen die Pläne des Innenministers kämpft. „Wenn das neue Konzept umgesetzt wird, kommt nicht mehr die Beförderung zum Beamten, sondern der Beamte muss sich auf eine A11-Stelle bewerben.“

Kurmann befürchtet, dass in der Wesermarsch mit ihren kleinen Dienststellen nur noch die Kommissariate in Brake und Nordenham A11-Stellen haben werden. „Welcher jüngere Kollege bewirbt sich dann noch auf eine Stelle in Rodenkirchen, wenn er dort nicht befördert werden kann?“ fragt Kurmann.

Dies könne zu einer Schließungsdiskussion führen. Und nicht nur das: Der Polizeibeamte ist sich sicher, dass auch Kollegen, die bereits Polizeihauptkommissare sind, verpflichtet werden können, an einen A11-Standort zu wechseln. „Die Altersgrenze dafür soll bei 58 Jahren liegen. Ich weiß von einem Kollegen Mitte 50, der eine A11-Stelle in Rodenkirchen hat. Er wäre sicher von der neuen Regelung betroffen.“

Neben Rüdiger Kurmann von den Freien Wählern schlägt auch Frank Schill, Vorsitzender der Kreisgruppe Wesermarsch in der GdP, Alarm. „Das Schünemann-Konzept trägt nicht dazu bei, dass die Bürger Vertrauen zu den sogenannten Dorfsheriffs aufbauen“, ist er sich sicher. „In den kleinen Dienststellen werden jüngere Kollegen nur noch wenige Jahre bleiben, um sich dann auf andere Stellen mit Aufstiegs-Chancen zu bewerben.“

Wenig Verständnis für die Aufregung hat dagegen Klaus Brommer, Vorsitzender des Direktionsverbandes Oldenburg der Deutschen Polizeigewerkschaft. „Wir stehen dem Konzept offen gegenüber“, sagt Brommer. Bei den A11-Stellen erwarte er eher einen Zuwachs, unabhängig von der räumlichen Verlagerung. Außerdem gebe es eine Zusage von Landespolizeidirektor Uwe Lührig, dass die jetzigen Hauptkommissare an ihren jeweiligen Standorten bleiben könnten. „Davon abgesehen gibt es zum jetzigen Zeitpunkt noch nichts, was in trockenen Tüchern wäre“, betont Klaus Brommer.

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