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Hospiz: Bedarf an Plätzen wird deutlich steigen

12.01.2015

Brake /Ovelgönne „Würdevoll leben, würdevoll sterben“ war der Titel der Podiumsdiskussion in der Gaststätte „Zur Rosenburg“. Organisiert wurde die Veranstaltung von der SPD-Landtagsabgeordneten Karin Logemann (SPD) und Mark Castens aus Oldenbrok.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand erneut die Frage nach einem stationären Hospiz in der Wesermarsch. Zudem ging es um bestehende Netzwerke und Einrichtungen. Rund 60 Gäste, darunter viele Vertreter von Hospiz-Organisationen sowie Vertreter der Politik, folgten der Einladung.

Neben Castens und Logemann saßen auf dem Podium Irene Müller (Hospizleitung Friedel-Orth-Hospiz und Kinder- und Jugendhospiz Joshuas Engelreich), Birgitt Heckenberg (Hospizhilfe Nordenham), Dr. Werner Even (Facharzt unter anderem für Palliativmedizin aus Ovelgönne) und Alexander Jüptner (Palliativ-Netzwerk-Wesermarsch). Thomas Sitte (Vorstandsvorsitzender Deutsche Palliativstiftung) musste aufgrund witterungsbedingter Bahnausfälle kurzfristig absagen.

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Schnell wurde deutlich, dass es nach bestehenden Richtlinien und Faustregeln keinen rechnerischen Bedarf an einem stationären Hospiz in der Wesermarsch gibt, diese Faustregel aber nicht die einzige Art der Bedarfsermittlung darstellen dürfe. „Man rechnet mit einem Hospizbett für 35  000 bis 50  000 Einwohner“, erklärte Müller, „damit käme die Wesermarsch auf zwei bis drei Betten.“ Als Mindestbettensatz für die Einrichtung eines stationären Hospizes werden acht Betten angesetzt, um einen Vertrag mit den Krankenkassen zu erhalten. Alternativen zu einem stationären Hospiz wurden unter anderem von Even vorgestellt, der Ärzte, ambulante Hospizdienste und palliativ geschulte und ausgestattete Alten- und Pflegeheime in seinem Netzwerk vereint. „Mit unserem Netzwerk können wir den Bedarf in Ovelgönne und Umgebung stationär und ambulant decken“, zeigte sich Even überzeugt.

Die Diskussion, was nun „besser“ sei – ambulante oder stationäre Begleitung – zeigte sich nur im Ansatz. Im Endeffekt waren sich Podium und Plenum einig: Jeder Fall ist anders. Eine umfangreiche Informationspolitik sei aber unabdingbar. Nur wenn bestehende Angebote genutzt würden, könne man erkennen, wo noch Bedarf gedeckt werden müsse. Auch Bürgermeister Michael Kurz (SPD) ist sich sicher, dass ein Bedarf bestehe, der über reine Kennzahlen hinaus gehe. Walter Erfmann (WGB) mahnte zu einem konsequenten Angehen der Hospiz- und Palliativversorgung: „Der Bedarf wird steigen. Wenn wir weit in die Zukunft zu blicken, vergeuden wir wertvolle Zeit.“

Aber auch bei der Ausbildung zu „palliativ care“-Fachkräften und der Ausbildung von spezialisierten ambulanten Palliativversorgungs-Netzwerken (SAPV) müsse man handeln. Hier sah Karin Schelling-Carstens (Diakonisches Werk Wesermarsch/ Kreisarbeitsgemeinschaft der Wohlfahrtsverbände) auch das Land in der Pflicht. „Niedersachsen muss die Finanzierung in Angriff nehmen, die Wesermarsch ist bei SAPV ein weißer Fleck“, gab Schelling-Carstens Logemann für die Arbeit mit auf den Weg.

Claus Arne Hock Redakteur / Online-Redaktion
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