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NWZonline.de Region Wesermarsch Politik

So flüchtete Abdul in die Wesermarsch

24.09.2019

Brake /Aleppo „Ich wollte keine Menschen töten müssen. Deshalb bin ich aus Aleppo zunächst in die Türkei geflohen.“ Abdul Nasser wird das Jahr 2015 in seinem Leben nicht vergessen. Der gelernte Textildrucker hat seine syrische Heimat und seine Familie verlassen, weil er nicht für das Assad-Regime in den Krieg ziehen wollte.

Im November 2015 erreichte er Deutschland und kam über die Stationen Hildesheim und Göttingen mit sieben weiteren syrischen Flüchtlingen nach Lemwerder.

Zum Tag des Flüchtlings

nimmt Abdul Nasser am Freitag, 27. September, 10 bis 14 Uhr, an der öffentlichen Podiumsdiskussion im Kreishaus teil und wird über seine Erfahrungen berichten.

„Lemwerder ist meine neue Heimat“, sagt der 24-Jährige, dem nicht nur das Moin locker über die Lippen geht. Abdul ist bestens inte-griert – in der Freiwilligen Feuerwehr Lemwerder oder beim Fußball.

Doch der Weg in die Freiheit war lang, hart, beschwerlich und gefährlich. „Ich habe sechs Monate in der Türkei gejobbt, um die 1200 Euro für die Flucht mit dem Schlauchboot zusammenzukriegen“, sagt er. Gearbeitet hat er als Kellner, in der Packerei, im Café, als Reinigungskraft oder in der Shisha-Bar.

Die Fluchthelfer hatten ihm ein sicheres Boot mit 20 Insassen versprochen. Als es in der Nacht- und Nebelaktion losging, waren dann aber plötzlich 50 Leute am Strand. Alle sollten in das kleine Boot und Abdul wollte da lieber nicht einsteigen. Doch daraus wurde nichts. Mit Waffengewalt halfen die Schleuser nach. Dass das völlig überladene Schlauchboot die griechische Insel tatsächlich erreichte, ohne unterzugehen, das wundert Abdul heute noch. Über Athen, Nordmazedonien, Serbien, Kroatien, Slowenien und Österreich führte sein Weg nach Hildesheim und Göttingen in die Wesermarsch.

Inzwischen absolviert Abdul Nasser bei der Firma Paulisch eine Ausbildung zum Anlagenmechaniker und befindet sich im 2. Lehrjahr.

Die Wesermarsch ist für Abdul für die Zukunft ganz klar gesetzt. „Die Leute hier haben mich sehr gut aufgenommen und immer unterstützt. Ich arbeite daran, dass ich hier bleiben darf. Nach Syrien kann ich nicht mehr zurück. Dort würde ich sofort verhaftet und in ein dunkles Loch gesteckt werden“, ist sich Abdul Nasser sicher.

Hans-Carl Bokelmann Jade/Ovelgönne / Redaktion Brake
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