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NWZonline.de Region Wesermarsch Politik

Seine Klimaschutzstrategie? Handeln!

20.09.2019

Brake „Sie müssen immer das eigene Handeln hinterfragen: Was kann ich nachhaltig tun? Ist das hier jetzt gerade sinnvoll oder nicht?“: Das ist die Klimaschutzstrategie von Karsten Langbehn. Und das nicht erst seit Greta Thunberg und „Fridays for Future“, sondern schon seit vielen Jahren.

Klima-Streik

Eine Demonstration für Klimaschutz ist diesen Freitag in Brake geplant. Die Organisatoren Naemi Bohlken (17), Chris Schellstede (18) und Christina-Johanne Schröder (35) rufen „Menschen jeden Alters auf, ein Zeichen für verbindlichen Klimaschutz zu setzen“.

Der Protestzug startet um 10 Uhr an der Braker Stadtkirche und zieht am Kreishaus sowie am Braker Rathaus vorbei. Ab 11 Uhr findet auf dem Gelände der Stadtkirche die Abschlusskundgebung statt.

Der Braker sitzt an seinem Küchentisch – Kiefer massiv, geölt. Wie so vieles andere in seinem Haus. Ein Haus, das Natürlichkeit ausstrahlt, das atmet, so schön wohnlich und gemütlich ist. Schon als Student hat Karsten Langbehn begriffen: „Wir haben nur eine Erde, die Ressourcen sind begrenzt. Ich war damals schon davon überzeugt, dass der Mensch mit seiner Sucht nach Wachstum diese Ressourcen vergeudet.“ Und er handelte danach. Der Gedanke der Nachhaltigkeit wurde zum Grundsatz im alltäglichen Agieren. Ein Grundsatz, der nicht absolut war, der manchmal Disziplin abverlangte, aber eigentlich doch recht gut umzusetzen war. So fährt Karsten Langbehn in Brake beispielsweise grundsätzlich mit dem Fahrrad. Das Auto bleibt stehen, wird nur genutzt, wenn schwere Getränkekisten transportiert werden müssen.

Geht der 72-Jährige einkaufen, umgeht er Plastikverpackungen, er kauft möglichst regionale Produkte, vieles in Bioqualität. „Wenn man so lange in Brake lebt, weiß man, wo man was bekommt. Der Wochenmarkt ist zum Beispiel toll“, so Langbehn. Dort bekomme er eine große Auswahl an regionalen Produkten. Auch in Drogerien kauft er gerne, dort gebe es ein gutes Sortiment an Naturprodukten. Und das wachsende Angebot an Bio-Marken in den Discountern freut ihn. „Einkaufen muss bezahlbar bleiben. Das ist wichtig.“

Klimaschutz fängt für Karsten Langbehn also im Kleinen an, wie eben beim Radfahren, dem weitestgehenden Verzicht auf Plastik und Einkauf. Auch bei der Sanierung seines Wohnhauses aus dem Jahr 1895 ließ sich der Braker von Klimaschutzaspekten leiten: Natürliches Holz wohin man blickt, gut isolierte Fenster, eine effektive Dämmung des Gebäudes, eine moderne Heizungsanlage mit Solarunterstützung für die Warmwasser- und Heizwasserbereitung, eine Photovoltaikanlage für die Stromerzeugung. „Es lohnt sich immer, bei der KfW nach Fördermöglichkeiten für solche Projekte zu schauen. Da gibt es viele Möglichkeiten.“

Sich zu engagieren, auch das gehört für Karsten Langbehn zum Klimaschutz. Und deshalb begeistert es ihn, dass es „Fridays for Future“ gibt, dass aus der Jugend heraus etwas in Gang kommt: „Hut ab vor diesen jungen Leuten, die jetzt seit einem Jahr dabei sind. Dieser Mut, dieses Vorpreschen: Der Druck ist jetzt groß, dass etwas passieren muss.“

Damit meint Karsten Langbehn aber die politische Ebene. Denn nur dort könnten die Bedingungen geschaffen werden, dem Klimawandel zu begegnen. Ja, jeder könne und müsse seinen Beitrag leisten und sich permanent fragen, was er selbst tun könne. „Aber wir brauchen ein Paket für alle Bereiche, die Politik muss den Rahmen vorgeben“, sagt der Braker. Und das schnell und umfassend: „Es ist nicht fünf vor, vielleicht eine Minute vor zwölf.“ Und was ihn ärgert: „Wir könnten beim Klimaschutz schon viel weiter sein“, so Langbehn. Viele Themen seien viele Jahre lang verschlafen oder ignoriert worden. Weg von Absichtserklärungen, dafür endlich ins Handeln kommen – im Kleinen wie im Großen.

Dass er an diesem Freitag für mehr Klimaschutz an der Seite der Braker Schüler demonstriert, ist für den 72-Jährigen selbstverständlich. Er will die Jugendlichen unterstützen. Und Langbehn hofft, dass nun besser verstanden wird, dass der Menschheit nur eine Erde zur Verfügung steht.

Anja Biewald Berne/Lemwerder / Redaktion Brake
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