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NWZonline.de Region Wesermarsch Politik

Dieser Termin kann Leben retten

15.02.2020

Brake Bei 2000 Frauen in Brake ist sie in den letzten Wochen in den Briefkasten geflattert: die Einladung zum Mammographie-Screening. Ein Termin, den sich jede Frau über 50 doppelt und dreifach rot in ihrem Kalender markieren sollte. Warum, erklärt Radiologin Dr. Margret Ganseforth.

„Wir können keinen Fall von Brustkrebs verhindern“, sagt sie ernst. „Aber unsere Daten beweisen, dass 80 Prozent der von uns entdeckten Tumoren unter zwei Zentimeter groß sind und noch keine Metastasen gebildet haben.“ Für die Überlebenschancen der betroffenen Patienten ist das entscheidend. „Kleine Tumore können schonender behandelt werden“, erklärt die Ärztin. Es sei erwiesen, dass Brustkrebs durch das Früherkennungsprogramm besser behandelt werden könne. Die Sterblichkeitsrate könnte um 40 Prozent gesenkt werden.

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„Nach 20 Minuten war ich schon fertig mit der Untersuchung“, berichtet eine Brakerin, die erst am Freitag im Mammobil am Stadthafen war. „Das sollte einem die eigene Gesundheit schon wert sein“, sagt sie. Das sehen viele Brakerinnen genauso. „Die Teilnehmerrate ist hoch. 75 Prozent der Frauen nehmen den Termin war“, berichtet Birgitt Kampen-Neumann vom Mammographie-Screening-Dienst. Die Aufgabe des Mammobils sei vor allem in ländlichen Räumen wie der Wesermarsch wichtig. „Die Versorgung ist hier sehr schlecht geworden. Im Landkreis gibt es keine Praxis mehr, wo man eine Mammographie durchführen könnte“, sagt auch Dr. Ganseforth. „Wir erreichen durch unsere Briefe jede Frau, auch jene, die vielleicht nicht jedes Jahr zum Frauenarzt gehen.“ Sie hätten auf einfachem Wege die Möglichkeit, etwas sehr wichtiges für ihre Gesundheit zu tun.

das Programm

Seit dem Jahr 2002 können Frauen am Mammographie-Früherkennungsprogramm teilnehmen. Dafür sind allein im Nordwesten drei mobile Röntgenpraxen („Mammobile“) unterwegs. Über 117 000 Frauen im Alter zwischen 50 und 69 Jahren haben die Möglichkeit, die Untersuchung durchzuführen. Alle Standorte werden im Turnus von zwei Jahren angefahren – in Brake ist jetzt der Startpunkt für eine Tour durch die Wesermarsch. Die Termine für ihre Untersuchung bekommen die Frauen per Post, falls Datum oder Zeit nicht passen, sind auch Änderungen möglich. Alle Termine der Mammobile im Oldenburger Land sind unter Telefon  04462/208080 zu erfragen.

Kritische Stimmen zum Mammographie-Screening-Programm gibt es ebenfalls. So würden die Nachteile für die Frauen überwiegen, weil unnötige Untersuchungen und eine Beunruhigung, falls eine Frau durch die Mammographie zunächst mit einem Krebsverdacht leben muss, der sich später nicht bestätigt, vermeidbar wären.

Eingeladen werden seit 2002 Frauen im Alter von 50 bis 69 Jahren alle zwei Jahre – bisher. In einer bundesweiten Aktion werden – organisiert aus Friesland – bis Ende März Unterschriften für eine Petition im Bundestag gesammelt, um das Alter auf 75 Jahre heraufzusetzen. „Die Lebenserwartung einer Frau in Deutschland liegt bei 85 Jahren“, erklärt Birgitt Kampen-Neumann. „Auch in anderen Ländern wurde die Mammographie für ältere Frauen bereits eingeführt.“ 50 000 Unterschriften müssen für die Petition zusammenkommen. 38 000 Menschen haben bereits ihren Namen eingesetzt. „Ab dem 1. März kann man auch Online unterschreiben“, erklärt Kampen-Neumann. „Die Landfrauenverbände und die Gleichstellungsbeauftragten beteiligen sich und sammeln Unterschriften.“ Medizinisch gesehen sei die Untersuchung bis 75 Jahre sehr sinnvoll, erklärt Dr. Ganseforth. „Das höchste Risiko für Brustkrebs ist das Alter. Aber es ist eine politische Entscheidung.“

Unterschreiben kann man die Petition bei den Landfrauenvereinen, den Gleichstellungsbeauftragten der Städte und Gemeinden und im Internet ab dem 1. März unter


     www.mammobis75.de 
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Friederike Liebscher Berne/Lemwerder / Redaktion Brake
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