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NWZonline.de Region Wesermarsch Politik

Justiz droht Nachwuchsmangel

12.02.2019

Brake Fünf Kolleginnen und Kollegen dürften es am Amtsgericht Brake wohl sein, die in den kommenden Jahren aus Altersgründen aus dem Servicebereich ausscheiden, allein in diesem Jahr noch zwei. Wie viele dieser Stellen direkt wiederbesetzt werden können, weiß Geschäftsleiter Dirk Im Moore heute noch nicht. Ein aktuelles Beispiel hat er aber parat: „Im Landgerichtsbezirk Oldenburg, zu dem auch Brake gehört, werden in diesem Jahr 17 bis 20 Altersabgänge erwartet, eingestellt werden drei Anwärter.“

Dass das Missverhältnis nichts mit Spargründen zu tun habe, betonte Justizministerin Barbara Havliza beim Besuch des Amtsgerichts Brake am Montagmittag. „Unser großes Thema ist die Nachwuchsgewinnung – vor allem im ländlichen Raum.“ Der sei bei jungen Leuten nicht unbedingt beliebt.

Ausbildungsberufe in der Justiz

Diplom-Rechtspfleger (Duales Studium FH) sind als Beamte der Laufbahngruppe 2 in Gerichten und Staatsanwaltschaften tätig. In der freiwilligen Gerichtsbarkeit entscheiden sie in sachlicher Unabhängigkeit als selbstständiges Organ der Rechtspflege. Daneben sind sie in der Strafvollstreckung tätig und übernehmen Führungsaufgaben in der Gerichtsverwaltung. Sie werden von A 9 bis A 13 besoldet. Einstellungsvoraussetzung ist eine Hochschulzugangsberechtigung.

Justizfachwirte sind als Beamte der Laufbahngruppe 1 in Serviceeinheiten der Gerichte und Staatsanwaltschaften tätig, wo sie büroorganisatorische, verwaltende und rechtsanwendende Aufgaben wahrnehmen. Sie werden von A 6 bis A 9 besoldet. Einstellungsvoraussetzung ist der Realschul- oder ein Hauptschulabschluss mit abgeschlossener Berufsausbildung.

Justizwachtmeister sind als Beamte der Laufbahngruppe 1 bei den Gerichten und Staatsanwaltschaften tätig. Sie gewährleisten dort die Sicherheit und Ordnung, erteilen Auskünfte und sind für den Aktentransport und den reibungslosen Postbetrieb verantwortlich. Zudem obliegt ihnen die Beaufsichtigung und Vorführung von Gefangenen. Sie werden von A 5 bis A 8 besoldet. Einstellungsvoraussetzung ist Hauptschulabschluss.

Mehr Infos gibt es unter dem unkt „Ministerium“ auf www.mj.niedersachsen.de

Brigitte Meyer-Wehage, Direktorin des Amtsgerichts Brake, macht es an einem Beispiel aus der Richterschaft deutlich: „Nur zwei kommen aus dem Beritt, die anderen fahren.“ Am Amtsgericht sind fünf Richter (vier Stellen) tätig. Hinzu kommen 15 Mitarbeiter im mittleren Dienst (sechs Beamte, neun Angestellet), sechs Rechtspfleger sowie zwei Gerichtsvollzieher.

Beruf bekannter machen

Ein Problem aus Sicht der Ministerin: Die Berufsberater scheinen den Beruf des Justizfachwirtes kaum im Blick zu haben, sondern vor allem den der Rechtsanwaltsgehilfen. Dabei sei der Justizfachwirt im direkten Vergleich durchaus attraktiver, meint Barbara Havliza: besser bezahlt, als Beamter sicher und an der Verbesserung der Vereinbarung von Familie und Beruf werde zunehmend gearbeitet. Auch wenn sie akut keine Unterversorgung befürchtet – Stellen werden häufig mit Rechtsanwaltsgehilfen besetzt – müsse sich die Justiz so aufstellen, dass sie als Arbeitgeber attraktiver werde. „Der Öffentliche Dienst muss sich mehr bewegen.“ Hier sei auch die Geschäftsleitung gefragt, auf Schulen zuzugehen mit dem Signal „Es gibt uns, macht ein Praktikum“.

Denn für die Ministerin – die auf den Koalitionsvertrag verwies – ist „die Justiz in der Fläche ein Standortfaktor“. Eigene Arbeitsplätze, aber auch die von und bei umliegenden Anwälten hingen daran. Auch SPD-Landtagsabgeordnete Karin Logemann verwies darauf, dass das Amtsgericht Brake ein wichtiger Bestandteil der Infrastruktur sei – und bleibe, wie die Ministerin betonte.

Digitalisierung ein Thema

Die vom Landtagsabgeordneten Dragos Pancescu (Grüne) angesprochene Digitalisierung sieht Havliza nicht als Angstfaktor: Wenn überhaupt, so glaubt sie, werde es frühestens fünf Jahre nach endgültiger Umstellung 2026 auf die elektronische Akte einen Stellenabbau über Altersabgang geben. „Aber die Arbeit wird eine andere. Und da müssen wir die Mitarbeiter abholen, wo sie stehen.“

Vielmehr biete, so Barbara Havliza, die Digitalisierung auch Vorteile – für effizientere Prozesse, aber auch für die Vereinbarung von Familie und Beruf. Schon jetzt würden, nannte Brigitte Meyer-Wehage ein Beispiel, zwei ihrer Mitarbeiter zeitweise von zu Hause aus arbeiten.

Markus Minten Redaktionsleitung Brake / Redaktion Brake
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