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NWZonline.de Region Wesermarsch Politik

Unfallopfer bedrohten Retter – Bürgermeister erwägt Anzeige

21.06.2018

Brake Nicht nur für Bürgermeister Michael Kurz (SPD) ist es „unerträglich, dass ehrenamtliche Rettungskräfte im Einsatz beschimpft oder beleidigt werden“. Auch der Stadtrat reagierte mit lautem Applaus auf die klaren Worte und die Ankündigung des Verwaltungschefs, weitere Schritte prüfen zu wollen: „Als Dienstherr der Freiwilligen Feuerwehr werde ich prüfen, ob es strafrechtlich relevante Beleidigungen oder gar Bedrohungen gegeben hat“, kündigte der frühere Polizist an. Sollte dies der Fall sein, will der Bürgermeister Strafantrag stellen.

Brakes Bürgermeister Michael Kurz (Foto: Archiv)

Dazu werde er nun das Gespräch mit den Feuerwehrleuten suchen, die in der vergangenen Woche bei einem Verkehrsunfall an der B 212 in Höhe Rehau von Unfallbeteiligten und deren Familienangehörigen beleidigt und bedroht worden sein sollen. Zudem werde er das Ordnungsamt der Stadt prüfen lassen, ob die Kosten für den Feuerwehreinsatz nach der Gebührenordnung der Stadt in Rechnung gestellt werden könnten.

Den ehrenamtlichen Rettungskräften, die bei Einsätzen ihre Gesundheit für die Allgemeinheit aufs Spiel setzen, gab er mit auf den Weg: „Lasst euch nicht einschüchtern, Bürgermeister, Rat und Verwaltung stehen hinter euch.“ Von den Unfallbeteiligten forderte Kurz eine öffentliche Entschuldigung ein.

Auch der CDU-Landtagsabgeordnete Björn Thümler fand deutliche Worte: „Ein solches Verhalten lässt sich in keinster Weise rechtfertigen“, schreibt der Politiker in einem Brief an die Feuerwehr.

Thümler stellt den Vorfall in einen Zusammenhang mit einer Reihe ähnlicher Zwischenfälle in Niedersachsen und in der Bundesrepublik, bei denen Polizeibeamte, Rettungssanitäter, Feuerwehrkräfte und andere Helfer während ihrer Hilfseinsätze verbal oder sogar körperlich attackiert wurden. „Gewalt gegen Helfer stellt letztlich Gewalt gegen alle Bürgerinnen und Bürger dar, in deren Namen Polizeibeamte, Rettungssanitäter und Feuerwehrkräfte unterwegs sind.“ Die Helfer erfüllten einen gesellschaftlichen Auftrag. Und es läge im gesellschaftlichen Interesse, also im Interesse aller Bürgerinnen und Bürger, dass dieser Auftrag weiterhin erfüllt werden könne.

Thümlers Ansicht nach ist das Vermitteln von Respekt nicht zuletzt gegenüber Einsatzkräften „nichts Antiquiertes oder Überholtes, sondern unbedingt notwendig“.

In den vergangenen Monaten beleuchtete der Christdemokrat das Thema der Gewalt gegen Helfer bei mehreren Gesprächsrunden unter anderem auch mit den Spitzen der Feuerwehren im Landkreis Wesermarsch. Aus diesem Dialog entstand die Idee einer landesweiten Kampagne für mehr Respekt. Diese wird zurzeit in dem von Thümler geführten Ministerium für Wissenschaft und Kultur entwickelt.

Markus Minten
Redaktionsleitung Brake
Redaktion Brake
Tel:
04401 9988 2301

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