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NWZonline.de Region Wesermarsch Politik

Segen und Spitzen zum neuen Jahr

07.01.2019

Brake „Alles muss raus!“ Nicht nur zum Schlussverkauf gilt das. Pastor Dirk Jährig sieht darin auch einen passenden Slogan für die Widerspruchsregelung bei der Organspende. „Lunge, Leber und was noch so alles drin ist.“ Bitterböse ging es beim „Schwarzen Humörchen“ auch in diesem Jahr auf dem ökumenischen Neujahrsempfang zu. Traditionell ist das Pastorenkabarett der evangelischen Pfarrer Hans-Martin Röker, Rüdiger Gryczan, Dirk Jährig und Christian Egts einer der Höhepunkte des alljährlich ersten gesellschaftlichen Ereignisses in der Stadt.

Alles muss rein, hieß es knapp zwei Stunden zuvor. Immer mehr Braker Bürger drängten in die Agora des Gymnasiums. Der ökumenische Neujahrsempfang war auch bei seiner 16. Auflage bestens besucht. Und das hieß: Stühle schleppen. Zwar hatten Schulleiterin Silvia Warns und ein großes Team an haupt- und vor allem ehrenamtlichen Helfern die Pausenhalle bestens hergerichtet, allein die Menge an Besuchern verlangte nach mehr.

Ob Trump (den schon Stratmann in seiner Begrüßung für sein „alternatives Wahrheitsgeschwurbel“ kritisierte), Moorbrand, Hambacher Forst, Datenschutzgrundverordnung, der Brexit, der an Louis de Funès-Filme erinnert („Ja, nein, doch, oh“) – an Themen mangelte es den Geistlichen nicht. So kriegte auch Horst Seehofer mit einer eigenen Schöpfungsgeschichte sein Fett weg. Und selbst eine Erklärung für ein eventuelles Meiden des Freistaats durch Christus hatten die Pastoren parat: „Wenn Jesus nicht mehr nach Bayern kommt, liegt das vielleicht an den vielen Kreuzen, die ihn an schlechte Zeiten erinnern.“ Ach ja, die Kreuze: Verquickung des christlichen Symbols in bajuwarischen Amtsstuben und schleppendem Glasfaserausbau führte zu folgender Vermutung: „Ach wäre Jesus doch mit Glasfaser erwürgt worden. Dann hätte jedes Büro Breitband.“ Auch, dass Friedrich Merz bei der CDU-Kandidatenkür letztlich keine Chance hatte lag für die Pfarrer auf der Hand: Schließlich fand der Parteitag in einer „Merz-weg-halle“ statt.

Dass die Geistlichen trotz Gelbweste „Ich bin dagegen“ Rüdiger Gryczan voller Hoffnung sind, zeigte ein Blick in die Zukunft: 2024 werde der Berliner Flughafen fertig sein – schließlich finde das Endspiel der Fußball-Europameisterschaft in Berlin statt.

Zuvor hatte Ulrich Schönborn, stellvertretender Chefredakteur der NWZ, die Gäste des Neujahrsempfangs zu einem Ausflug zu den Schattenseiten der Sozialen Medien mitgenommen, hatte anschaulich dargelegt, was manipulierte Bilder bewirken können und einige Beispiele für Hasskommentare auf Berichterstattung in der Nordwest-Zeitung auf die Leinwand geworfen. Er mahnte, den Anfängen zu wehren und wies darauf hin, dass in den Sozialen Medien – neben allen positiven Eigenschaften – bei falscher Nutzung und Einordnung auch eine „Riesengefahr für die freiheitlich-demokratische Grundordnung“ liegen könne.

Auf das zurückliegende Jahr aus lokaler Sicht blickte Bürgermeister Michael Kurz zurück. Seine zentrale Botschaft: Brake sei „auf einem richtig guten Weg“. Es gebe aber noch jede Menge zu tun. Er lobte das ehrenamtliche Engagement unzähliger Braker in mehr als 100 örtlichen Vereinen, dankte der Politik, die die solide Haushaltsführung der Verwaltung und Entschuldung mittrage, und kündigte wichtige Maßnahmen für dieses Jahr und die nahe Zukunft an (Bebauung Fasting-Gelände, Sanierung Weserstraße, Bau von Kindertagesstätte und Schule vielleicht eine kleine Lösung für das Freibad)

Bliebe nur noch die Frage aller Fragen zu klären: „Warum bestellen wir uns runde Pizza in eckigen Kartns, um sie dann in Dreiecke zu schneiden? Die Antwort ließen die Pfarrer offen. Aber vielleicht liefern sie diese ja beim 17. ökumenischen Neujahrsempfang nach.


Ein Video vom Neujahrsempfang sehen Sie unter   www.nwzonline.de/videos 
Mehr Bilder unter   www.nwzonline.de/fotos-wesermarsch 
Markus Minten Redaktionsleitung Brake / Redaktion Brake
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