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NWZonline.de Region Wesermarsch Politik

Ein Meer aus Schwarz, Rot und Gold

19.01.2019

Brake Am 18. Mai 1848 trat die erste deutsche Nationalversammlung in der Frankfurter Paulskirche zusammen. Damit existierte erstmals ein demokratisch gewähltes Parlament in Deutschland. Ausgeschmückt war die Paulskirche in den Farben Schwarz-Rot-Gold.

Diese drei Farben hatten sich zum Symbol der Freiheitsbewegung herauskristallisiert. In seinem Vortrag erläuterte der Referent Ulrich Schiers (74) das Entstehen der deutschen Nationalflagge und den damit verbundenen Aufbruch der Demokratie sowie die Gründung der ersten deutschen Flotte. Rund 20 Interessierte verfolgten die Ausführungen des Kurators aus Klein Gladebrügge (bei Bad Segeberg) am Donnerstagabend im Braker Schifffahrtsmuseum.

Es war die Zeit der Umbrüche in Europa. Die liberalen Kräfte im Deutschen Bund strebten eine konstitutionelle Monarchie an. Dem gegenüber forderten die Demokraten eine parlamentarische Republik. Beide Gruppen einte der Wunsch nach einem national geeinten deutschen Rechtsstaat mit freiheitlicher Verfassung. Die Revolution von 1848 wurde nach Ulrich Schiers Worten dann auch von liberalen und bürgerlich-demokratischen Kräften getragen. Deren Zeichen sei die schwarz-rot-goldene Flagge gewesen.

Zu den Projekten, die die Nationalversammlung anstieß, gehörte laut Ulrich Schiers auch die Gründung einer deutschen Flotte. Auslöser war der Erste Schleswig-Holsteinische Krieg mit Dänemark ab 1848. „Bei dem Krieg machte sich für die Schleswig-Holsteiner und deren Verbündete das Fehlen von Seestreitkräften bemerkbar“, so Ulrich Schiers. Die Dänen beherrschten den Kriegsschauplatz. Durch eine Seeblockade sei der Seehandel zum Erliegen gekommen. Die Nationalversammlung beschloss am 14. Juni, eine Reichsflotte aufzustellen. Dafür wurden sechs Millionen Reichstaler bereitgestellt. Diese Entscheidung gilt als Geburtsstunde der deutschen Marine.

In den Zeitungen wurde für die Flotte geworben. Es gab Aufrufe „zur Verteidigung der deutschen Flagge“. Die Flotte sollte laut Ulrich Schiers „Einheit und Freiheit Deutschlands bezeugen“.

Zum ersten Befehlshaber wurde Carl Rudolf Brommy ernannt. Entgegen der allgemeinen Annahme habe Brommy den Rang eines Konteradmirals innegehabt. Admiral sei er nie gewesen. Im weiteren Verlauf seines Vortrages stellte der Referent die einzelnen Einheiten der Flotte vor, erwähnte das Seegefecht vor Helgoland am 4. Juni 1949, übrigens das einzige der Reichsflotte sowie unter schwarz-rot-goldener Flagge – die deutsche Flotte blieb ein Torso und wurde 1852 aufgelöst –, und spannte den Bogen über die Weimarer Republik, die Gründung beider deutscher Staaten 1949 hin zu den schwarz-rot-goldenen Fahnenmeeren bei den Fußball-Weltmeisterschaften ab 2006.

Und Schwarz-Rot-Gold? Die Farben führe man auf die Befreiungskriege von 1813 bis 1815 zurück, so der Referent. Die „Lützower Jäger“ hätten schwarze Uniformen mit roten Aufschlägen und goldenen Knöpfen getragen. Die 1815 im Gasthaus „Grüne Tanne“ in Jena gegründete Urburschenschaft habe die Farben gewählt.

Da die Burschenschaft in der deutschen Einheits- und Freiheitsbewegung eine führende Rolle spielte, wurden ihre Farben populär. Beim Hambacher Fest 1832 wurden die drei Farben zum Symbol der Republik. Die Nationalversammlung erklärte sie 1848 zu Reichsfarben.

Ulrich Schlüter Elsfleth / Redaktion Brake
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