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NWZonline.de Region Wesermarsch Politik

Immer da, wo sie gebraucht wird

05.02.2019

Burhave /Hollwarden Wenn sie auf einen Notstand trifft, versucht Ingrid Janke diesen zu beseitigen. So sei sie schon immer gewesen, sagt sie. Dieser Antrieb sei von ihrem christlichen Verständnis geprägt. Die 74-Jährige ist davon überzeugt, dass es einfach ihre Begabung ist, sich für andere einzusetzen und etwas zu bewegen. Und diese Begabung stellt sie gerne in den Dienst der Allgemeinheit.

Als sie nach der Geburt ihrer Tochter mit Mann und Kind nach Burhave zog, gab es dort keinen Kindergarten. Aus der Not heraus tat sie sich mit weiteren Frauen zusammen, die gemeinsam einen Spielkreis gründeten. So schafften sie 1972 ein erstes Betreuungsangebot in der evangelischen Kirchengemeinde.

Kinder an Musik geführt

Als sich herumgesprochen hatte, das Ingrid Janke Akkordeon spielt, wurde sie gefragt, ob sie Kinder, die ein Akkordeon hatten, unterrichten könnte. Ingrid Janke war gerne zur Stelle. „Dann kamen immer mehr dazu, und in kürzester Zeit hatte ich 40 Kinder zusammen“, erinnert sie sich. 1976 gründete sie daraufhin das Akkordeonorchester Nordseekrabben, das sie 20 Jahre leitete, bevor Petra Preißler die Stabführung übernahm.

Nach der Geburt ihrer drei Kinder entschieden sich Ingrid Janke und ihr Mann, Pflegekinder aufzunehmen. Schnell merkten sie, dass auch Pflegeeltern Austausch und Unterstützung benötigen. Also gründete Ingrid Janke einen Pflegeelternverein und übernahm den Vorsitz. Insgesamt sechs Pflegekinder nahm sie in rund zwölf Jahren auf, die bis ins Erwachsenenalter bei ihr blieben. Inzwischen kümmert sie sich als „Pflegeoma“ schon um die Kinder ihrer Pflegekinder.

Auch in der Vorbereitungsgruppe des ökumenischen Frauentreffs Burhave-Waddens setzt sich die 74-Jährige ein. Die Frauen der Gruppe bereiten Veranstaltungen zum Weltgebetstag vor oder organisieren andere Gruppentreffen.

Seit 1986 gehört Ingrid Janke dem Pfarreirat der katholischen Kirche in Burhave an. 20 Jahre lang hatte sie den Vorsitz, bis die Kirchengemeinden Butjadingen und Nordenham fusionierten, erzählt sie. Heute ist sie Vorstandsmitglied und kümmert sich unter anderem um die Kindergruppe, die Erstkommunionsvorbereitung und die Sternsingeraktion. Sie ist Mitglied im Pastoralausschuss. Im Sozial- und Seniorenausschuss betreut Ingrid Janke die Seniorennachmittage, bei denen sie auch oft mit ihrem Akkordeon gefragt ist. Auch andere Feiern unterstützt sie musikalisch. Für ihre Idee, das Akkordeon in Gottesdiensten einzusetzen, wenn keine Orgel zur Verfügung steht, wurde sie in Münster sogar vom Bischof ausgezeichnet.

Im Liturgieausschuss ist Ingrid Janke an der Auswahl der Lieder für die Gottesdienste beteiligt. Als Lektorin bereitet sie einmal in der Woche einen Wortgottesdienst vor und hält alle zwei Monate selbst einen Gottesdienst im Haus Christa in Stollhamm.

Stets ein offenes Ohr

Außerdem betreut Ingrid Janke einen Bewohner der Pflegeeinrichtung. Für diese Aufgabe wurde sie vom Amtsgericht bestellt. „Natürlich kennen mich auch die meisten anderen Bewohner dort“, erzählt sie. Und für alle, die sie bei ihren Besuchen ansprechen, hat die 74-Jährige offenes Ohr.

Im Vorstand der Caritas war Ingrid Janke an der Gründung des Mehrgenerationenhauses in Nordenham beteiligt und auch am Litauenprojekt, in dem sie zum Beispiel Austausche initiiert hat. Das Projekt läuft inzwischen ohne die Caritas.

Nachdem sich die katholische Kirche aus der Schwangerenberatung zurückgezogen hatte, war wiederum Ingrid Janke zur Stelle. Sie war an der Gründung des Vereins Donum Vitae beteiligt.

1999 hob die Butjenterin auch den Hospizverein Nordenham mit aus der Taufe. Der Tod ihres Vaters, der im Krankenhaus verstarb, ohne dass der Familie Bescheid gesagt wurde, verdeutlichte ihr, dass es im Bereich der Sterbebegleitung einen großen Bedarf gibt. Zusammen mit Christine Heckmann aus Stollhamm, die nun die Vorsitzende des Hospizhilfe ist, hörte sie von positiven Beispielen in Großbritannien. Daraufhin entschieden sich die Frauen, den Verein zu gründen.

Zusätzlich zur Sterbebegleitung hat Ingrid Janke sich inzwischen zur Trauerbegleiterin ausbilden lassen. Denn die Angehörigen bräuchten nach dem Tod eines Menschen meist weitere Unterstützung. „Oft führen wir noch über zwei, drei Monate Telefonate“, berichtet sie. Einige Verhaltensweisen könne sie durch ihre ehrenamtlich Arbeit viel besser verstehen. Das helfe ihr auch im Privaten beim Umgang mit Menschen. Und so ist Ingrid Janke weiterhin immer dann zur Stelle, wenn sie merkt: „Da muss etwas passieren“.

Merle Ullrich Nordenham / Redaktion Nordenham
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