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NWZonline.de Region Wesermarsch Politik

Kindergärten: „Die Personalnot frisst uns auf“

16.12.2016

Stadland Vier bis fünf Stunden pro Woche soll sich Verena Huppert als Personalchefin der Gemeindeverwaltung um die fünf Kindertagesstätten in Stadland kümmern. Tatsächlich hat sie in diesem Jahr kaum etwas anderes gemacht: Denn der Spagat zwischen den Ansprüchen der Eltern und den personellen Möglichkeiten der Gemeinde ist zum Dauerproblem geworden.

„Die Personalnot in den Kindergärten frisst uns auf“, sagt Bürgermeister Klaus Rübesamen im Gespräch mit der NWZ . „Probleme kommen in fast allen Einrichtungen vor.“

„Ein Minenfeld“

„Die Kollegin bewegt sich in einem Minenfeld“, ergänzt Gerd Schierloh. Der Gemeindekämmerer und stellvertretende Verwaltungschef vermisst bei den Eltern Verständnis für die begrenzten Möglichkeiten der Gemeinde. Er sieht ländliche Kommunen damit überfordert, die von der Bundesregierung in den vergangenen Jahren durchgesetzten Verbesserungen bei der Kinderbetreuung anzubieten. Zudem sei Stadland die einzige Kommune in der Wesermarsch, in der es keine freien Träger für Kindertagesstätten gebe, so dass die Gemeinde für die komplette Personalplanung zuständig ist.

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Und die kann kurz vor dem Zusammenbruch stehen, wenn etwa ein Norovirus umgeht. Im November meldete sich beispielsweise deswegen in einer Kita 75 Prozent des Personals krank, berichtet Verena Huppert. „Da kann kein normaler Betrieb mehr laufen, die Qualität sinkt“, räumt sie ein. Denn die Kinder müssen sich dann an neue Erzieherinnen gewöhnen. Aber immerhin konnte die Einrichtung geöffnet bleiben.

Vor allem jüngere Kräfte kapitulieren vor diesen und anderen Viren. Mit den Dienstjahren werde aber das Immunsystem der Erzieherinnen immer robuster, sagt Verena Huppert.

„Akt der Verzweiflung“

Doch auch der ganz normale Betrieb der Kitas stellt die Personalchefin vor immer neue Herausforderungen. So bekommt eine integrative Gruppe 16 Verfügungsstunden pro Woche, weil dort einige behinderte Kinder betreut werden. Sind plötzlich keine behinderten Kinder mehr in der Gruppe, muss Verena Huppert die Zeiten anders verteilen. Das gleiche gilt, wenn Sonderdienste nicht mehr ausreichend angenommen werden.

Insgesamt braucht Stadland aber wegen der gestiegenen Anforderungen mehr Personal – auch für Vertretungen. „Es ist schon ein Akt der Verzweiflung, wenn wir unser Aushilfspersonal per Zeitungsanzeige rekrutieren“, sagt Gerd Schierloh. Derzeit sind 48 Erzieherinnen, Sozialassistentinnen und Kinderpflegerinnen bei der Gemeinde unter Vertrag.

Weil überall das Betreuungsangebot ausgebaut wird, hat Stadland auf dem Bewerbermarkt viel Konkurrenz – auch von Großstädten. Dort können Erzieherinnen öffentliche Verkehrsmittel nutzen, um zu ihrer Arbeit zu kommen, während sie in Stadland auf ein Auto angewiesen sind. Verena Huppert versucht deshalb, die Arbeitsplätze so attraktiv wie möglich zu gestalten und Vollzeitstellen anzubieten. Doch wenn die Vollzeitkräfte krank werden, wird es eben noch schwieriger, im Krankheitsfall eine Vertretung zu organisieren.

Henning Bielefeld Stadland und stv. Leitung Redaktion Nordenham / Redaktion Nordenham
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