• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Deals
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • Veranstaltungskalender
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
  • Über uns
 
NWZonline.de Region Wesermarsch Politik

Gesetzesänderung: „Ehe für alle“ löst nicht nur Jubel aus

01.07.2017

Nordenham /Butjadingen /Stadland Schwule und Lesben in ganz Deutschland feiern das Ergebnis der Abstimmung, die am Freitagmorgen im Deutschen Bundestag stattgefunden hat. Eine Mehrheit der Abgeordneten hat Ja gesagt zur Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare. Bisher konnten diese Paare nur Lebenspartnerschaften begründen. Das soll sich nun ändern.

Die Entscheidung haben nicht nur viele Homosexuelle mit großem Interesse verfolgt. Auch Standesbeamte haben am Freitag nach Berlin geschaut. Denn die Entscheidung des Bundestages wird natürlich auch Auswirkungen auf ihre Arbeit haben.

In Nordenham wurden im vergangenen Jahr zwei Lebenspartnerschaften geschlossen. In Butjadingen sind seit Einführung der Lebenspartnerschaften im Jahr 2001 vier Paare eine solche Verbindung eingegangen, wie der für die Anmeldung von Eheschließungen zuständige Mitarbeiter, Thorsten Gebauer, mitteilt. In Stadland wurden in diesem Jahr schon zwei Lebenspartnerschaften geschlossen. „Im Durchschnitt kommt das bei uns etwa zwei- bis dreimal im Jahr vor“, erzählt die Standesbeamte Sigrid Burmester.

Einwilligung und Werberichtlinie

Ja, ich möchte den täglichen NWZonline-Newsletter erhalten. Meine E-Mailadresse wird ausschließlich für den Versand des Newsletters verwendet. Ich kann diese Einwilligung jederzeit widerrufen, indem ich mich vom Newsletter abmelde (Hinweise zur Abmeldung sind in jeder E-Mail enthalten). Nähere Informationen zur Verarbeitung meiner Daten finde ich in der Datenschutzerklärung, die ich zur Kenntnis genommen habe.

Es wird wohl noch einige Monate dauern, bis das neue Gesetz in Kraft tritt, schätzt Sigrid Burmester. Für ihre Arbeit sei die Öffnung der Ehe für homosexuelle Paare langfristig eine Vereinfachung, weil die Abläufe nun angeglichen werden. Das fängt schon bei der Frage an, die die Standesbeamten den Paaren stellen. „Wollen Sie eine Lebenspartnerschaft begründen?“: Diese Formulierung fällt weg. Künftig heißt es für alle: „Wollen sie eine Ehe eingehen?“ Für Sigrid Burmester stellt sich aber die Frage, wie der Gesetzgeber künftig mit bereits geschlossenen Lebenspartnerschaften umgeht.

Nach den Worten der Standesbeamtin ist in den vergangenen 16 Jahren die Lebenspartnerschaft rechtlich immer mehr der Ehe angeglichen worden. Das gilt zum Beispiel für das Namensrecht. „Da gibt es keine Unterschiede mehr.“

Auch im Erb-, Miet- und Steuerrecht sind Unterschiede zwischen der eingetragenen Lebenspartnerschaft und der Ehe beseitigt worden. Unterschiede gibt es vor allem noch im Adoptionsrecht. Die größte Benachteiligung ist, dass Lebenspartner nicht gemeinsam Kinder adoptieren dürfen. Mit der „Ehe für alle“ fällt das nun weg.

Die Nordenhamerin Astrid Ripkens, die mit einer Frau zusammenlebt, begrüßt die Entscheidung des Bundestages als zeitgemäß und überfällig angesichts der Tatsache, dass die gleichgeschlechtliche Ehe in vielen europäischen Ländern längst erlaubt ist. Die Gesetzesänderung ist aus ihrer Sicht sinnvoll und logisch.

Das sehen allerdings nicht alle so. Vor allem die katholische Kirche tut sich schwer mit der gleichgeschlechtlichen Ehe. Das gilt auch für Karl Jasbinschek, Pfarrer der katholischen Kirchengemeinde St. Willehad. Für ihn ist die Ehe der Begriff für die Verbindung eines Mannes mit einer Frau, wie er auf Nachfrage mitteilt. Und das sollte seiner Meinung nach auch so bleiben.

Karl Jasbinschek findet außerdem, dass ein Kind in der Familie eine männliche und eine weiblich Bezugsperson haben sollte. Aus diesem Grund kann er sich mit der Änderung des Adoptionsrechtes nicht anfreunden.

Ansonsten befürwortet der Pfarrer die rechtliche Angleichung zwischen der Ehe und der Lebenspartnerschaft. Es sei wichtig, gleichgeschlechtliche Paare aus der „ominösen Ecke“ herauszuholen. Er kenne homosexuelle Paare und wisse, dass sie sehr liebevoll und sehr verantwortungsvoll miteinander umgehen. Und er fügt hinzu: „Auch die Liebe unter gleichgeschlechtlichen Paaren ist ein Geschenk Gottes.“

Jens Milde Nordenham / Redaktion Nordenham
Rufen Sie mich an:
04731 9988 2205
Detlef Glückselig Butjadingen / Redaktion Nordenham
Rufen Sie mich an:
04731 9988 2204
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.