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NWZonline.de Region Wesermarsch Politik

Einander vertrauen macht stark

09.06.2015

Brake „Seid ihr bereit?“, fragt Luca ihre Mitschüler. „Ja“, antworten neun Stimmen hinter ihr im Chor. Ein tiefes Durchatmen, die Arme über der Brust verschränkt und dann lässt sie sich rückwärts fallen. Sicher landet sie in den Armen ihrer Klassenkameraden, erleichtertes Lächeln in allen Gesichtern, sie haben es geschafft. 18 Arme stellen Luca wieder sicher auf den Boden. „Darf ich noch einmal?“, fragt sie. Jürgen Zimmer interveniert. Es muss weiter gehen, die Klasse 7d hat noch viel vor an diesem Vormittag.

Die siebten Klassen des Braker Gymnasiums nehmen an dem Präventionsprogramm „Wir sind stark“ teil. Zwei Vormittage lang beschäftigen sich die Schüler mit Themen wie Verletzlichkeit, Waffengewalt, Vertrauen und Misstrauen. Jürgen Zimmer, Präventionsbeauftragter der Polizei in Brake, ist an diesen zwei Vormittagen Lehrer auf Zeit.

Vertrauen als Grundlage

Der Lehrer auf Zeit spricht jetzt mit den Schülern über Vertrauen. Vorher hat die Klasse drei Übungen zu diesem Thema ausprobiert. Eine gehörige Portion Mut brauchten die Siebtklässler auf jeden Fall. Ganz so einfach wie es aussieht, ist es nicht, sich rückwärts vom Tisch in die Arme seiner Klassenkameraden kippen zu lassen. Aber wenn man es geschafft hat, so wie Luca, dann macht es Spaß.

Aber wann braucht man Vertrauen überhaupt? „Im Mannschaftsport!“ „In der Klasse!“ „In der Familie!“, antworten die Schüler. Vertrauen sei in jeder Situation als Grundlage fürs Leben wichtig. Wenn man immer nur misstrauisch durch die Welt gehe, stehe man ganz schnell alleine in einer Ecke, sagt Jürgen Zimmer. Aber Vertrauen muss langsam erarbeitet werden und ist schnell wieder verwirkt. Deshalb ist es wichtig, rücksichtsvoll mit seinen Mitmenschen umzugehen, führt der Präventionsbeamte weiter aus.

Der Körper ist verletzlich

Was alles passieren kann, wenn man dies nicht tut, verdeutlicht er an Engin. Der legt sich auf die Matten und Jürgen Zimmer beschreibt systematisch, was in Engins Körper alles verletzt werden würde, wenn er auf den am Boden liegenden Schüler einschlagen oder ihn sogar treten würde.

Die Stimmung im hellen, sonnendurchfluteten Saal des Kompetenz- und Bildungszentrums ist gedrückt, eine spannungsgeladene Beklemmung breitet sich zwischen den Schülern aus. Engins Klassenkameraden stöhnen auf, vereinzelt ist ein leises „Aua!“ zu hören. Mehrere Schülerinnen halten sich die Ohren zu und verziehen die Gesichter, als hätten sie Schmerzen. Jürgen Zimmer hakt bei ihnen nach: „Warum war die Übung so unangenehm für euch?“ Nina antwortet: „Es ist sehr erschreckend, was alles im Körper kaputt gehen kann. Ich konnte das bis jetzt nicht einschätzen.“

Der Rest der 7d nickt zustimmend. In Zukunft werden sie versuchen, mehr auf ihre Mitschüler zu achten, damit der Klassenzusammenhalt weiter durch das aufgebaute Vertrauen gestärkt wird.

Lina Brunnée Volontärin, 3. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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