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NWZonline.de Region Wesermarsch Politik

Mehr Sicherheit auf See und an Land

16.11.2019

Elsfleth Eine neue Dirigentin, ein neues Repertoire und neuer Schwung: Unter der Leitung von Studentin Angela Sandner wurde das 41. Nautische Essen in der Elsflether Stadthalle musikalisch vom Elsflether Visurgen Shanty-Chor eröffnet.

Dass der Vorsitzende des Nautischen Vereins Niedersachsen, Gerd Bielefeld, an diesem Abend weit über 400 Gäste aus gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Bereichen begrüßen konnte, wurde von den Gästen als Indiz für den Stellenwert dieser traditionellen maritimen Veranstaltung gewertet.

Grußworte und Festrede

Ein herzliches Willkommen entbot Gerd Bielefeld dem niedersächsischen Innenminister Boris Pistorius (SPD). Der Gast aus Hannover hielt die Festrede. Mit Grußworten schlossen sich Elsfleths Bürgermeisterin Brigitte Fuchs, Landrat Thomas Brückmann, der Dekan des Fachbereichs Seefahrt und Logistik, Professor Dr. Ralf Wandelt, und der Vorsitzende des Deutschen Nautischen Vereins, Frank Wessels, dem Festredner an. Die Kapitänsrede hielt Kapitän Sven Oertel.

Um in Elsfleth, dem „Mekka der deutschen Schifffahrt“, zu bestehen, wolle er – aus dem Osnabrücker „Trockendock“ gebürtig – sich nicht anmaßen, dem maritim geprägten Auditorium zu erzählen, was Seefahrt sei, so Pistorius; wohl aber sei es, mit Blick auf die aktuellen politischen und gesellschaftlichen Ereignisse wichtig, die innere Sicherheit an Land und auf See näher zu beleuchten. Pistorius: „Als frisch gebackener Großvater denke ich heute über bestimmte Dinge intensiver nach. Es ist für mich eine zusätzliche Motivation, sich für ein Leben in Sicherheit einzusetzen.“

Für den Innenminister steht fest, dass die Bürger in Niedersachsen lange nicht so sicher leben konnten wie heute. Die Anzahl der Straftaten sei so niedrig wie seit 40 Jahren nicht mehr und die Aufklärungsrate läge bei 63 Prozent. Gleichzeitig sei aber auch festzustellen, dass zwischen der objektiven Sicherheitslage und dem subjektiven Sicherheitsempfinden der Bürger ein spürbares Ungleichgewicht herrsche und die Angst der Menschen, Opfer einer Straftat zu werden, um ein vielfaches höher sei, als die Realität. „Diese Diskrepanz müssen wir ernst nehmen, gerade weil die digitale Informationsgesellschaft und Fake-News suggerieren, hier im Land herrschen Sodom und Gomorrha“.

Auch gegen den verstärkten Zulauf rechtspopulistischer und rechtsextremer Gruppierungen müssten gezielte Maßnahmen ergriffen werden, betonte Pistorius. Er sehe den rechtsgerichteten Trend als eine zentrale Bedrohung für die innere Sicherheit. Darüber hinaus dürften sich die deutschen Bürger niemals daran gewöhnen, dass vor den Toren Europas Menschen auf der Flucht ertrinken.

Angst und Hoffnung

Wie Flüchtlinge in viel zu kleinen Lagern auf der Insel Lesbos zwischen Angst und Hoffnung schwankten, habe er bei seinem Besuch auf der griechischen Insel hautnah erlebt, berichte Pistorius weiter. „Diese Menschen begeben sich nicht auf die Flucht, um in Deutschland 375 Euro Sozialhilfe zu bekommen. Wir müssen wieder lernen, unsere Empathie nicht zu verlieren.“ Nach Pistorius’ Meinung braucht es in der Bevölkerung dringend eine Erstarkung humanitärer Werte und in der Flüchtlingspolitik eine gemeinsame europäische Lösung.

Zur Sicherheit auf See sagte Pistorius, das von den fünf norddeutschen Ländern geschaffene Havariekommando in Cuxhaven sei als eine Einrichtung auf Bundesebene zu einem echten maritimen Kompetenzzentrum geworden. „Terroranschläge sind nie ausgeschlossen und wir werden in Zukunft nicht locker lassen, die Sicherheit auf See und an Land zu erhöhen. Alle Szenarien müssen realistisch geübt werden.“

Für seine Festrede erhielt der Innenminister einen lang anhaltenden Beifall und viel Zustimmung zu seinen Ausführungen.

Zum „status quo“ der Stadt Elsfleth nahm Bürgermeisterin Brigitte Fuchs Stellung. Sie umriss die Bereiche Schifffahrt, Werft und Hafen. Positiv bewertete Fuchs den Ausbau des Kursangebotes am Maritimen Kompetenzzentrum. Kritisch sehe die Stadt Elsfleth die geplante Ausweisung der unteren Hunte als Naturschutzgebiet, es gäbe noch viel Gesprächsbedarf. Erfreulich dagegen sei die Arbeitsplatzerhaltung für die 130 Mitarbeiter der Elsflether Werft, fuhr Fuchs fort; sie wünsche sich, dass auch der Standort dauerhaft erhalten bleibe.

Auf die Vorzüge der Wesermarsch ging Landrat Thomas Brückmann ausführlich ein. Und Ralf Wandelt nahm zur Zukunft der autonom fahrenden, ferngesteuerten Schiffen Stellung. „Auch wenn der Weg bis dahin noch lang ist, müssen wir jetzt schon unseren Studierenden diese Kompetenzen vermitteln.“ Die Nachfrage und Attraktivität des Studienortes Elsfleth sei nach wie vor sehr hoch, so Wandelt.

Arbeit auf See

Über die Arbeit des Deutschen Nautischen Vereins informierte der DNV-Vorsitzende Frank Wessels. In seiner Kapitänsrede lotete Kapitän Steve Oertel die unterschiedlichen Arbeitsbedingungen zwischen deutschen und niederländischen maritimen Arbeitgebern aus.

Das traditionelle Snirtjebraten-Essen wurde in diesem Jahr erstmals von einer Rodenkircher Gastronomie serviert, Spender des Avontuur-Korns war die Elsflether Firma Timbercoast.

„Time to say goodbye“ intonierte zum Schluss des offiziellen Teils Maik Schneider auf der Trompete, jedoch war nach der gemeinsam gesungenen Nationalhymne noch viel Zeit für ein gemütliches Beisammensein und „round table-Gespräche“.

Die Spendensammlung für die Seemannsmission und Tafeln erbrachte 2800 Euro.

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