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NWZonline.de Region Wesermarsch Politik

„Es gibt Anlass genug, sich zu engagieren“

20.04.2017

Seefeld Wolfgang Fritz weiß nicht mehr, wo er bei der Kommunalwahl 2011 sein Kreuz gemacht hat. Aber als der CDU-Fraktionsvorsitzende Günter Busch ihn im vergangenen Sommer anrief und fragte, ob er auf der CDU-Liste kandidieren wolle, sagte der 57-jährige Seefelder zu. „Es gibt Anlass genug, sich zu engagieren“, meint Wolfgang Fritz. Anfang März ist er für Karl-Gerd Padeken in den Rat nachgerückt.

Mitglied der CDU ist er aber nicht – und will es auch nicht werden. „Mich reizt die Idee, im Rat etwas für Seefeld zu erreichen“, betont Fritz. „Ich hätte auch für eine andere Partei kandidiert.“

Dabei wohnt Wolfgang Fritz erst seit 2011 in Seefeld – gerade rechtzeitig zur vorletzten Kommunalwahl. Den größten Teil seines Lebens war er begeisterter Großstädter. Geboren und aufgewachsen ist er in Hamburg, wo er nach der Schulzeit beim Heinrich-Bauer-Verlag als Anzeigenberater tätig war.

20 Jahre selbstständig

Er war Anfang 30, als er feststellte, dass er die Angebote der Großstadt gar nicht in dem Ausmaß wahrnimmt, dass er dort auch wohnen muss. Deshalb zog er aufs Land – Stück für Stück weiter weg von der großen Stadt. Zunächst ging es nach Pinneberg, dann weiter weg nach Beidenfleth bei Brokdorf, wo er im Dörpstheater mitspielte.

Auch beruflich veränderte sich Wolfgang Fritz. Mit Mitte 30 machte er sich als Kommunikationstrainer selbstständig und bildete Anzeigenberater von Zeitungen und Zeitschriften sowie Werbezeitenverkäufer von Radios weiter. Das machte er gute 20 Jahre lang, bis ihm sein Hauptauftraggeber wegbrach, nämlich sein früherer Arbeitgeber, der Heinrich-Bauer-Verlag. Jetzt ist er Verkäufer bei einem großen Bremer Käsehandel.

Inzwischen hatte Wolfgang Fritz schon seine jetzige Frau Ilona kennengelernt und war mit ihr nach Seefeld gezogen – immer nach dem Motto „Hauptsache gemeinsam und auf dem Dorf.“ Ilona Fritz ist im Außendienst einer großen Reinigungsfirma tätig und betreut im gesamten Weser-Gebiet und auch auf der anderen Weserseite 80 Objekte mit 120 Beschäftigten. Seefeld liegt etwa in der Mitte ihres Einsatzgebietes.

Von Anfang an wollten beide in Seefeld gut ankommen. Deshalb haben sie ganz bewusst in Seefeld geheiratet – standesamtlich in der Mühle, dann kirchlich und anschließend die Feier im Seefelder Schaart. Sie traten gemeinsam in den Bürgerverein Augustgroden ein, wo beide Vorstandsämter wahrnehmen, er wurde Feuerwehrmann.

Nach dem Traugespräch führte Pastor Walter Janßen, der freiwilliger Müller ist, Wolfgang Fritz bis in die Kappe der Mühle. Inzwischen ist Wolfgang Fritz selbst freiwilliger Müller und spielt bei den historischen Mühlenführungen den Altgesellen Lorenz. Die Mühle begeistert ihn, aber es ist keine kritiklose Begeisterung.

„Die Mühle steht mit dem Rücken zum Dorf, sie schafft es nicht, das Dorf von sich zu überzeugen“, sagt der Mühlenfreund. „Die Seefelder wissen nicht, was die Mühle soll, und die Mühle kann mit den Seefeldern nichts anfangen.“ Das Kulturzentrum mache „ein Programm für Oldenburger Gymnasiallehrer“, das müsse sich ändern. Deshalb sei es „spannend“, dass der Mühlenverein jetzt den Vorsitz in der Seefelder Vereinsgemeinschaft innehabe.

Ideen für alte Häuser

2013 hat sich das Ehepaar Fritz ein Haus Am Lockfleth gekauft. Obwohl schon ein Anbau existierte, war es zu klein. Deshalb war ein weiterer Anbau erforderlich. Das ist kein Einzelfall, betont Wolfgang Fritz. Es brauche gute Ideen, um Seefeld zukunftsfähig zu halten. Deshalb habe er sich im Wahlkampf für ein neues Baugebiet auf dem Domänenland an der Von-Aldenburg-Straße stark gemacht. Doch das allein reicht nicht, ist der 57-Jährige überzeugt: Auch für die ältere Bausubstanz müsse es eine Lösung geben. Wolfgang Fritz schlägt vor, die Gemeinde solle – möglichst mit Geld aus Fördertöpfen – Häuser, für die sich keine Nachnutzung findet, weil sie nicht mehr die heutigen Ansprüche erfüllen, abreißen lassen und mit einem großzügigen neuen Bebauungsplan Neubauten verschiedenen Stils zulassen.

Auch für das Geschäft müsse mit Hilfe der Gemeinde eine Lösung gefunden werden, wenn Eckart und Linda Seifert es nicht mehr betreiben können. Wolfgang Fritz setzt darauf, es in eine Filiale des E-Centers in Atens zu verwandeln, das Artikel zu dessen Preisen anbieten könne. Dabei müsse es genug Ertrag abwerfen, um zwei angestellte Verkäufer zu entlohnen.

Wichtig ist Wolfgang Fritz auch die Fortsetzung der Dorferneuerung. „Viele Seefelder haben den Eindruck, dass ihr Dorf hinten runterfällt“, sagt der Ratsherr. Deshalb sei es entscheidend, dass jetzt mehr Seefelder im Rat sitzen und dass die jungen Ratsmitglieder dafür sorgten, dass die Fronten nicht mehr so verhärtet seien.

Henning Bielefeld Stadland und stv. Leitung Redaktion Nordenham / Redaktion Nordenham
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