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NWZonline.de Region Wesermarsch Politik

Städtepartnerschaft: Im Osten was Neues

08.07.2017

Brake Das erste Date hat schon einmal geklappt: „Die Chemie stimmte auf Anhieb“, meint Bürgermeister Michael Kurz nach der Rückkehr aus dem polnischen Darłowo. Dort hat er erste Gespräche mit seinem Amtskollegen Arkadiusz Klimowicz geführt, die – sollte die Bevölkerung die Idee mittragen – einmal in einer offiziellen Städtepartnerschaft münden könnten. Es wäre die erste internationale Partnerschaft. Seit 2006 unterhält Brake eine solche mit dem bayerischen Zwiesel.

Darłowo (deutsch Rügenwalde) ist eine Stadt im Kreis Schlawe der polnischen Woiwodschaft Westpommern. Sie ist überregional bekannt für das historische Residenzschloss der pommerschen Herzöge. Die Stadt an der Wipper (Wieprza) liegt in Hinterpommern zwischen Szczecin (Stettin) und Gdansk (Danzig). Die Stadt – mit 14 016 (Mitte 2015) Einwohnern ähnlich groß wie Brake – wirbt auf ihrer deutschsprachigen Internetseite ganz selbstbewusst mit der Formulierung „eine der schönsten polnischen Städte in Pommern“.

Städtepartnerschaften verfolgen das Ziel, sich kulturell und wirtschaftlich auszutauschen. Die meisten Partnerschaften bestehen zwischen Städten in verschiedenen Ländern. Die erste Partnerschaft mit Beteiligung einer deutschen Stadt erfolgte laut Heinrich Böll Stiftung 1925 zwischen Kiel und Sonderburg (Dänemark). Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden ab 1947 verstärkt Städtepartnerschaften gegründet, um Völkerverständigung von unten zu leben. „Europameister“ ist Frankreich (6776 Partnerschaften), gefolgt von Deutschland (6277) und Polen (3508).

    https://www.darlowo.pl/de

Initiiert hatte die Reise nach Polen Uwe Schubert, der ebenfalls Teil der Braker Delegation war. Als Leiter des Fachbereichs 10 im Rathaus ist er auch für alle Dinge in Sachen Kultur und Jugendarbeit zuständig – zwei Stützpfeiler einer möglichen Partnerschaft. Und Schubert hatte Kontakte nach Polen: Sein früherer Arbeitgeber, die Gemeinde Hude, pflegt eine Partnerschaft mit Nowe Miasto (Neumark), die Schubert nach wie vor ehrenamtlich unterstützt.

Trotz nicht unerheblicher Sprachbarrieren schwärmte Kurz von den ersten Gesprächen in Polen: „Wir wurden sehr herzlich empfangen.“ Mit Dolmetschern sowie Händen und Füßen seien erste Kontakte geknüpft worden.

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Kurz beschreibt Darłowo als eine direkt an der Ostsee liegende hübsche Stadt. Über die maritime Prägung gebe es gemeinsame Ansatzpunkte, auch wenn der Hafen der Ostseestadt eher ein kleiner Fischereihafen sei. Interessant ist für den Bürgermeister auch ein anderer Fakt: Darłowo sei eine Touristenhochburg, insbesondere für Familien und Jugendgruppen.

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Jetzt sind die Bürger gefragt

„Für ein weiteres Gespräch in Bezug auf eine Partnerschaft habe ich Bürgermeister Klimowic nach Brake eingeladen“, skizziert Kurz das weitere Vorgehen. Einen Termin gebe es noch nicht, Oktober sei aber wohl realistisch.

Bis dahin hofft Kurz auch, dass sich Brakerinnen und Braker bei ihm melden, die vielleicht polnische Wurzeln haben und sich für eine mögliche Städtepartnerschaft mit Darłowo engagieren möchten. Angesprochen werden von der Stadt auch Schulen und Vereine. Hier hofft der Bürgermeister auf Rückmeldungen nach den Ferien. Denn: „Es nützt nichts, wenn die Chemie zwischen den Verwaltungen stimmt. Eine Partnerschaft muss vom bürgerschaftlichen Engagement getragen werden.

Markus Minten Leitung / Lokalredaktion
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