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NWZonline.de Region Wesermarsch Politik

23.03.2018

Felix Grossmann

hat gerade seinen 80. Geburtstag gefeiert. Der Nordenhamer hat in fast 43 Jahren Tausende von Fotos für die NWZ gemacht und damit lange Zeit das Gesicht der Zeitung geprägt. Im Hauptberuf war er Lehrer an der Realschule I, der heutigen Oberschule I. Felix Grossmann hat sich viele Jahre um seine erkrankte und inzwischen verstorbene Frau gekümmert und ist deshalb nicht mehr so häufig für die NWZ unterwegs. Hochzeitsfotos macht er aber immer noch gerne.

Frage: Hallo Herr Grossmann, können Sie sich noch an Ihr erstes Foto für die NWZ erinnern?
Felix Grossmann: Ja, das hängt noch eingerahmt bei mir an der Wand. Ich war damals bei einem Tennisspiel in Brake – im Sommer 1975. Ich habe die Spieler fotografiert, als sie sich nach dem Spiel die Hand gegeben haben. Es war ein schlechtes Foto. Das würde ich heute nicht mehr anbieten. Aber trotzdem war ich damals stolz wie Bolle, als es in der Zeitung erschien.
Frage: Wie sind Sie denn zur NWZ gekommen?
Felix Grossmann: Über Günther Schwanecke. Das war ein Kollege von mir an der Schule, der nebenberuflich für den Sport bei der NWZ zuständig war. Kurze Zeit später war ich dann auch für die Lokalredaktion im Einsatz. Die Anfänge waren schwer. Ich hatte mich zwar immer für Fotografie interessiert. Aber ich hatte es nicht gelernt. Anfangs habe ich die Bilder im Fotolabor der Schule entwickelt, manchmal auch im NWZ-Labor, bevor ich mir dann selbst ein Vergrößerungsgerät zugelegt habe. Zum Glück durfte ich einem ehemaligen Klassenkameraden über die Schulter schauen. So habe ich gelernt, wie man Bilder abzieht und Filme entwickelt.
Frage: Woher kommt Ihr Interesse an der Fotografie?
Felix Grossmann: Das kommt von meiner Mutter. Sie hat immer eifrig fotografiert mit ihrer Rolleiflex. Sie hat die ganze Familie immer fotografisch begleitet. Und komischerweise, als wir im Januar 1945 aus Posen fliehen mussten, hat sie die Kamera mitgenommen und auch die vielen Bilder. Dabei konnten wir nur das mitnehmen, was wir tragen konnten. Ich erinnere mich daran, wie wir später in Lübeck lebten. Wir mussten uns alle vor dem Haus aufstellen. Die Engländer suchten nach Wertgegenständen. Die Kamera meiner Mutter fanden sie nicht. Die muss sie gut versteckt haben. Bei mir ist das Hobby meiner Mutter auf fruchtbaren Boden gefallen. Ich kann mich noch gut erinnern, als ich in einer Buchhandlung in Lübeck eine Kunstzeitschrift entdeckte. Ich war unheimlich beeindruckt. In der Zeitschrift war ein Bericht über Japan mit Fotos des Schweizers René Burri. Das war für mich die Initialzündung. Ich war nicht unbedingt inspiriert, selbst zu fotografieren. Aber mich haben die Bilder interessiert.
Frage: Was hat sie so begeistert an den Bildern?
Felix Grossmann: Sie haben mich einfach angesprochen. Das Design, die Bildgestaltung. Ich habe mir einiges abgeguckt und später bei der NWZ angewendet. Wie positioniert man Menschen? Welchen Blickwinkel nimmt man, um ein Bild interessant zu gestalten. Das Ansehen von Bildern hat mich sehr geschult.
Frage: Sie fotografieren seit über 40 Jahren für die NWZ. Gibt es da ein Lieblingsfoto?
Felix Grossmann: Es fällt mir kein Bild ein, das herausragt. Ich habe viele gute Bilder gemacht – und viele mittelmäßige. Aber natürlich gibt es Ereignisse, die mir besonders in Erinnerung geblieben sind.
Frage: Erzählen Sie mal . . .
Felix Grossmann: Ich werde nie vergessen, als ich zu einem Unfall raus musste. Das war im April 1979 auf der Bundesstraße zwischen Esenshamm und Rodenkirchen. Ein BMW war bei einem Überholmanöver frontal mit einem Kadett zusammengestoßen. Als ich am Unfallort ankam, lagen fünf Tote zugedeckt am Straßenrand. Da sind mir die Knie weich geworden. Ich konnte zwar Bilder machen von den zerstörten Autos. So viel Reporterinstinkt war noch da. Aber dieser Unfall beschäftigt mich bis heute.
Frage: Verständlich. Zu Unfällen fährt keiner von uns gern. Was fotografieren Sie denn am liebsten?
Felix Grossmann: Porträts machen mir am meisten Spaß. Eine gute Sportaufnahme, bei der es so richtig zur Sache geht, finde ich auch klasse.
Frage: Sie waren ja viel auf Sportplätzen unterwegs.
Felix Grossmann: Das stimmt. Es gibt in der Wesermarsch keinen Sportplatz und keine Turnhalle, in der ich noch nicht gewesen bin.
Frage: Da haben Sie in all den Jahren bestimmt einige Bälle abbekommen oder?
Felix Grossmann: Das ist erstaunlicherweise nur ein einziges Mal passiert – bei einem Handballspiel in Friedrich-August-Hütte. Da ist die Gegenlichtblende meiner Kamera abgesprungen. Ich habe sie an die Stirn bekommen, und es fing fürchterlich an zu bluten. Meinetwegen musste das Spiel unterbrochen werden. Ich wurde ins Krankenhaus gebracht. Aber es war zum Glück alles halb so schlimm.
Frage: Was waren die Höhepunkte Ihrer Tätigkeit für die NWZ?
Felix Grossmann: Da fällt mir vor allem der Besuch von Willy Brandt zum 90. Jahrestag des SPD-Ortsvereins Nordenham ein. Das war 1984, im November. Der Mann saß die ganze Zeit ganz normal an seinem Platz, hat mit den Leuten gesprochen und fiel nicht besonders auf. Dann kam er auf die Bühne und begann zu reden. Mit dem ersten Wort hat er die gesamte Zuhörerschaft in seinen Bann gezogen. Er hatte ja eine markante Stimme. Auf jeden Fall war er ein begnadeter Redner. Ich weiß nicht, wie er das machte. Man hörte ihm zu und war fasziniert. Ich weiß auch nicht mehr, was er gesagt hat. Aber wie er es gesagt hat, war phänomenal.
Frage: Welche bekannten Persönlichkeiten haben sie noch erlebt?
Felix Grossmann: Gerade von der SPD waren viele Politiker in Nordenham. Gerhard Schröder und Siegmar Gabriel zum Beispiel. Von der CDU kamen nicht so viele. Rainer Barzel fällt mir aber ein. Der war so nett und hat mir sogar die Hand gegeben, als er in der Rodenkircher Markthalle auftrat.
Frage: Sie hatten aber nicht nur Politiker vor dem Objektiv . . .
Felix Grossmann: Nein, da waren auch viele Künstler dabei: Mike Krüger zum Beispiel. Oder Werner Schneider, der Kabarettist. Der hat mich sogar in sein Programm einbezogen. Das war mir ganz schön peinlich. Ich kann mich aber auch an Blümchen erinnern, die in der Friedeburg gesungen hat.
Frage: Damals hat man noch analog fotografiert. Sie sind ja auch längst mit der Digitalkamera unterwegs . . .
Felix Grossmann: Das war ein riesiger Fortschritt. Die Analog-Fotografie war schon sehr mühsam. Die Filme mussten entwickelt, die Bilder abgezogen werden. Bis Mittag musste ich die Fotos in einen Kasten stecken. Dann wurden sie mit der Bahn nach Oldenburg gefahren. Oft musste ich mit dem Auto selbst nach Oldenburg fahren. Sportbilder am Sonntag konnten ja meistens erst nachmittags gemacht werden. Ich hatte keine Dunkelkammer. Meistens habe ich unser Badezimmer genutzt. Ich wundere mich, dass meine Frau das so lange ertragen hat. Aber sie wusste ja, wofür ich das mache. Mit dem Geld, das ich bei der Zeitung verdient habe, habe ich das Studium meiner Töchter finanziert.
Frage: Hat Ihnen der Schritt in die Digitalfotografie keine Probleme bereitet?
Felix Grossmann: In erster Linie war das ein riesiger Fortschritt. Man braucht keine Filme mehr, keine Chemikalien und kein Papier. Aber ich gebe zu, dass es mir nicht so leicht gefallen ist, mich mit dem Computer vertraut zu machen. Die Bilder müssen ja per E-Mail an die Redaktion geschickt werden.
Frage: Fotografieren Sie auch privat gerne?
Felix Grossmann: Ja, und zwar am liebsten Flugzeuge. Ich war schon auf vielen Flughäfen, zum Beispiel in London, Amsterdam, Zürich und Düsseldorf, natürlich auch in Bremen. Der Frankfurter Flughafen ist fast schon eine zweites Zuhause. Manchmal stehe ich von morgens 8 Uhr bis abends um 18 Uhr auf der Aussichtsplattform oder an der Startbahn West . Dabei interessiert mich nicht die Technik, sondern die Form. Das schönste Flugzeug ist für mich der Jumbo-Jet.
Frage: Inzwischen machen Sie nur noch Hochzeitsbilder für die NWZ.
Felix Grossmann: Ja, und das macht mir großen Spaß. Ich komme unter Leute, ich treffe dabei viele ehemalige Schüler wieder. Überhaupt ist das ein großer Vorteil. Ich habe durch die Arbeit für die Zeitung Land und Leute kennengelernt. Und ich bin viel selbstbewusster geworden.
Jens Milde Nordenham / Redaktion Nordenham
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