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NWZonline.de Region Wesermarsch Politik

Das Ziel schon klar vor Augen

24.02.2018

Jaderberg /Aleppo Farhad Abdalkarem ist 15 Jahre jung. Er besucht die Klasse 9b der Oberschule Jade und hat jetzt ein Halbjahreszeugnis bekommen, das vor Einsen und Zweien nur so wimmelt. „Ich möchte hier in Deutschland mein Abitur machen, dann studieren und am liebsten Lehrer werden“, sagt Farhad im Gespräch mit der NWZ.

2015 angekommen

Seit September 2015 lebt der Jugendliche mit seiner Familie in der Gemeinde Jade und ist hier bestens integriert. Über die persönlichen Kontakte in der Schule – hier wurden bei der Ankunft der syrischen Flüchtlinge unter anderem spezielle Schulpaten eingesetzt – oder auch über die zahlreichen Aktivitäten beim TuS Jaderberg hat Fahrad schnell Kontakte geknüpft.

Sport im Team

„Farhad spielt in der A-Jugend des TuS Jaderberg im Mittelfeld sehr erfolgreich Fußball. Mit seiner 5000-Meter-Zeit von 17,57 Minuten ist er Drittschnellster in ganz Niedersachsen“, sagt Michael Rettberg, der sich im Jader Verein für Integrationshilfe und im TuS Jaderberg für die Eingliederung von Flüchtlingen seit Jahren federführend engagiert.

Frühe Integration

Farhad ist mit seiner Familie in Jade längst angekommen. Dazu gehören Vater Hanefa (46), Mutter Auin (39) sowie die Geschwister Azad (14), Scherin (8) und Mohammad (6), der den Kindergarten besucht und schon jetzt gutes und erstaunlicherweise akzentfreies Deutsch spricht.

Die Familie stammt gebürtig aus Syrien, aus dem Distrikt Kobani, am Euphrat gelegen und nicht weit von Aleppo entfernt. „Ich möchte hier arbeiten. In Syrien wird es nie Frieden geben. der Krieg wütet seit nunmehr sieben Jahren. Bei uns in Kobani gab es kein Brot und kein Wasser. Die Flucht war unumgänglich“, sagt Vater Hanefa Abdalkarem. Und jeder, der die Entwicklung in Syrien und auch die aktuellen Berichte in den Nachrichten verfolgt hat, wird Hanefas Entscheidung, mit seiner Familie zu flüchten, nur zu gut verstehen können.

Im Juni 2015 brach die Familie in Syrien auf. „Der IS hatte zu dieser Zeit bereits alles zerstört“, erinnert sich Hanefa Abdalkarem. Zunächst ging es in die Türkei und dann per Schlauchboot auf eine griechische Insel. „Es lief wasser ins Boot. Wir mussten das Gepäck über Bord werfen, um nicht unterzugehen“, sagt Hanefa Abdalkarem. Über eine fünfwöchige Odyssee mit zum Teil zwölf Stunden langen Fußmärschen erreichte die Familie die zentrale Aufnahme in Osnabrück. Per Zug ging es nach Varel und sei September 2015 lebt die Familie jetzt in Jaderberg.

Zahlen gehen zurück

Christian Klimkeit, in der Gemeinde Jade für Flüchtlingsfragen zuständig, kann sich noch gut an die Flüchtlingswelle von 2015 erinnern, die nahezu alle Kommunen in der Republik vor erhebliche Probleme stellte. „Die Lage spitzte sich damals von Woche zu Woche zu. Anfang Mai 2016 haben wir allein in Jade 101 Asylbewerber betreut, derzeit sind es noch 29, Tendenz fallend“, sagt Klimkeit im Gespräch mit der NWZ.

Traumberuf

Hanefa Abdalkarem hat unterdessen mit Erfolg an Integrations- und Sprachkursen teilgenommen. Er möchte so schnell es geht wieder als Busfahrer arbeiten. Ein Beruf, den er schon in Syrien mit Begeisterung ausgeübt hat.

Kommentar

Eine Menge

geleistet

Die Flüchtlingswelle, die Deutschland im Jahr 2015 überrollte, hat die Kommunen der Republik vor erhebliche Probleme gestellt und in den Verwaltungen für jede Menge Mehrarbeit gesorgt.

Der Fall Farhad Abdakarem aus Jaderberg ist nur ein Beispiel dafür, dass Integration auch in diesen schwierigen Zeiten gelingen kann.

Alle Kräfte, die in den vergangenen Monaten in der Verwaltung, in den Vereinen, den Kirchen, anderen Institutionen oder auch privat Bemerkenswertes geleistet haben, können allein auf diese beispielhafte Geschichte stolz sein.

Den Autor erreichen Sie unter

Bokelmann@infoautor.de


     www.tusjaderberg.de 
Hans-Carl Bokelmann Jade/Ovelgönne / Redaktion Brake
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