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NWZonline.de Region Wesermarsch Politik

Doppelinterview: Junge Leute sollen mehr mitreden können

02.09.2016
Frage: Warum kandidieren Sie für den Stadtrat?

Anna-Lena Garbe: Der Altersdurchschnitt im Stadtrat ist relativ hoch. Die Interessen junger Leute und Familien können jedoch nur dann vertreten werden, wenn diese auch in diesem Gremium präsent sind. Zudem bin ich der Meinung, dass gerade auch junge Frauen in der Kommunalpolitik nicht ausreichend vertreten sind.

Robin Lotz: Politik hat mich schon immer interessiert. Zudem fühle ich mich als „Nordenhamer durch und durch“ und möchte dazu beitragen, dass unsere Heimat attraktiver gestaltet wird, damit sich möglichst jeder hier wohlfühlt – getreu dem Motto „Handeln statt Meckern“. Gleichzeitig möchte ich Sprachrohr der Jugendlichen sein, um etwas frischen Wind in den altersdominierten Rat zu bringen.

Frage: Wer ist Ihr politisches Vorbild?

Anna-Lena Garbe: Hannelore Kraft und ihre bodenständige Art, Politik zu machen. Trotz ihrer Position als Ministerpräsidentin von Nordrhein-Westfalen ist sie volksnah und verlässlich geblieben.

Robin Lotz: Zum einen der verstorbene CSU-Politiker und Kanzlerkandidat Franz-Josef Strauß. Er war ein Mann mit Ecken und Kanten, der öfter mit seinen Überzeugungen angeeckt ist, aber trotzdem immer dahinter stand, weil ihm das Wohl seiner Mitmenschen am Herzen lag. Zum anderen der CDU-Politiker Wolfgang Bosbach, der trotz Krankheit viel Kraft in die Politik investiert hat und der sich nicht scheute, kritische Themen anzusprechen und darüber zu diskutieren, auch wenn er nicht immer auf Zuspruch traf.

Frage: Was kann man tun, um mehr junge Leute für die Politik zu begeistern?
Anna-Lena Garbe (links) und Robin Lotz in der Nordenhamer Fußgängerzone BILD: Horst Lohe

Politisch Aktiv bei Jungsozialisten oder Junger Union

Die gebürtige Nordenhamerin Anna-Lena Garbe wohnt in Abbehausen, ist verheiratet und Mutter eines 16 Monate alten Sohnes. Die 28-Jährige erwartet ihr zweites Kind. Nach dem Abitur am Gymnasium Nordenham im Jahr 2007 hat sie an der Fachhochschule des Bundes in Münster studiert und eine Ausbildung zur Diplom-Finanzwirtin (FH) abgeschlossen. Sie ist als Zollbeamtin in Bremerhaven beschäftigt.

Politisch war sie als Mitglied des Jugendparlamentes (2005 bis 2007) und Ortsratsmitglied in Abbehausen (2006 bis 2007) aktiv. Seit der Neugründung des Nordenhamer Ortsverbandes der Jungsozialisten Anfang dieses Jahres ist sie stellvertretende Sprecherin. Die Jusos, die Nachwuchsorganisation der SPD, haben zurzeit in Nordenham 16 Mitglieder.

Im zweiten Lehrjahr zum Kaufmann für Büromanagement ist Robin Lotz bei einer Malerfirma in Brake tätig. Zuvor hatte er das Wirtschaftsgymnasium in Brake besucht. Der 20 Jahre alte gebürtige Nordenhamer wohnt seit 2009 in Blexen. Davor wohnte er in Einswarden.

Dem Jugendparlament in Nordenham gehörte er von 2013 bis 2015 an. Seit Januar 2013 ist er Mitglied der Jungen Union, der Nachwuchsorganisation der CDU, und auch Mitglied der CDU. Robin Lotz gehört dem Vorstand der CDU-Ortsgruppe Nord an. Er ist seit 2014 Pressesprecher und Geschäftsführer der Nordenhamer Jungen Union, die zurzeit knapp 30 Mitglieder zählt.

In Nordenham gibt es zurzeit nur politische Jugendorganisationen der SPD und der CDU. Weder FDP noch Grüne noch Linkspartei noch Wählerinitiative Nordenham (WIN), die ebenfalls mit Kandidatenlisten zur Stadtratswahl am 11. September antreten, haben eigene Jugendgruppen.

Anna-Lena Garbe: Zunächst müsste man die Politik wohl näher zu den jungen Leuten bringen und für politische Diskussionen nicht nur die Tageszeitungen, sondern eben auch die Kanäle nutzen, in denen junge Leute aktiv sind, zum Beispiel soziale Netzwerke. Auch die Nordenham-App müsste weiterentwickelt werden. Im Stadtrat könnte überlegt werden, das Jugendparlament noch aktiver in die Politik einzubinden.

Zudem wird es jetzt einen monatlichen jugendpolitischen Stammtisch der Nordenhamer Jusos geben. Robin Lotz: Bereits in der Schule sollte ein Bild von der Politik vermittelt werden, das nicht langweilig oder schwer zu verstehen erscheint – auch deshalb pflegen wir von der Jungen Union das Motto „50 Prozent Politik – 50 Prozent Party“. Den Jugendlichen sollte viel mehr deutlich gemacht werden, wie wichtig es ist, selbst mitzuentscheiden, bevor über sie entschieden wird.

Frage: Was muss passieren, damit Nordenham für Jugendliche und junge Leute attraktiver wird?

Anna-Lena Garbe: Ist Nordenham denn wirklich so unattraktiv für junge Leute? Es gibt jede Menge Sportvereine vor Ort. Es werden Veranstaltungen wie zum Beispiel das Stadtfest oder das Fonsstock-Festival auf die Beine gestellt. Es gibt Jugendeinrichtungen wie die Jahnhalle oder den Blauen Elefanten, wobei diese Angebote sicherlich besser zu den Jugendlichen transportiert werden müssten.

Für junge Familien wichtig sind das gute Angebot an Plätzen in Kindertagesstätten auch mit Ganztagsbetreuung, weiterführende Schulen in der Stadt sowie vergleichsweise günstige Immobilienpreise.

Eventuell könnte aber eine bessere Anbindung an die nächstliegenden größeren Städte, gerade in den Abendstunden, angedacht werden. Daher setzen sich die Jusos für eine entsprechende Busverbindung nach Bremerhaven ein („Nachteule-Bus“). Robin Lotz: Auf jeden Fall muss mit den Jugendlichen selbst gesprochen werden. Denn nur wer die Wünsche und Anregungen derer kennt, kann darauf reagieren und sie wenn möglich in die Tat umsetzen. Gleichzeitig weckt dies eventuell das Interesse der Jugendlichen an der Politik, wenn sie merken, dass sie Gehör finden.

Frage: Was würden Sie zuerst ändern, wenn Sie in den Stadtrat gewählt werden?

Anna-Lena Garbe: Die Außenkommunikation verbessern, gerade in den sozialen Medien. Die jungen Leute sollten von der Politik besser erreicht werden und die Möglichkeit haben, aktiv ihre Meinung zu den anstehenden Entscheidungen zum Ausdruck bringen zu können. Robin Lotz: Es ist schwierig, gleich etwas ändern zu wollen, wenn man in der Arbeit selbst noch nicht richtig drinsteckt. Ich werde mich hüten, falsche Versprechen zu machen, die dann sowieso nicht gehalten werden können. Mein Hauptziel ist jedoch, mit meiner Politik viele Menschen davon überzeugen zu können, in Nordenham bleiben zu wollen, weil leider viel zu wenig Menschen ihre Zukunft hier sehen und sich lieber beschweren anstatt Bereitschaft zu zeigen, helfen zu wollen, damit es hier besser wird.

Nordenham ist eine Stadt mit sehr viel Potenzial und das müssen die Bürger erkennen. Derzeit tun dies leider viel zu wenige. Gleichzeitig wäre es für mich eine Herzensangelegenheit, wenn es in irgendeiner Form möglich wäre, dem Tiersuchdienst und dem städtischen Tierheim mehr Mittel zur Verfügung zu stellen.

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Horst Lohe Nordenham / Redaktion Nordenham
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