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NWZonline.de Region Wesermarsch Politik

„Kein Kraftwerks-Schutt nach Käseburg“

27.02.2016

Rodenkirchen /Kleinensiel Nach vier Tagen ist der Erörterungstermin zum Abbau des Kernkraftwerks Unterweser in der Markthalle am Freitagnachmittag zu Ende gegangen. Hochwasserschutz und mögliche terroristische Angriffe waren zwei wichtige Themen der Diskussionen zwischen Einwendern, Eon, der Genehmigungsbehörde Umweltministerium und den Sachverständigen vom TÜV.

Ein Einwender, seines Zeichens Mitarbeiter beim Alfred-Wegener-Institut in Bremerhaven, erinnert an den steigenden Meeresspiegel. Bis Ende des Jahrhunderts würden Sturmfluten deutlich höher auflaufen als zurzeit, sagte der Wissenschaftler. Deshalb müsse entweder der Deich erhöht oder das geplante Lager Unterweser für nukleare Abfälle (Luna) auf eine Wurt gebaut werden.

Peter Kania vom Amt für Stadtentwicklung und Bauordnung in Nordenham sprach sich für die Wurt aus. Andreas Obermair, Einwender aus Hagen im Bremischen, war dagegen für die Erhöhung des Deichs auf 8,60 Meter – so wie am östlichen Weserufer. Sowohl nördlich als auch südlich des Kernkraftwerks sei der Deich zu niedrig. Eine dritte Alternative ist ein nicht näher bezeichneter küstenferner Standort für das neue Zwischenlager.

„Nur Hausmüll“

Horst Kophal aus Käseburg lehnt es ab, dass freigemessener Bauschutt vom Kernkraftwerk auf der Deponie in seiner Nachbarschaft gelagert wird. „Wir Anwohner wollen, dass es eine Hausmüll-Deponie bleibt, die frei von radioaktiver Strahlung ist“, sagte der 75-Jährige. Wie die NWZ  berichtet hatte, ist der Landkreis Wesermarsch die erste Adresse für die Entsorgung des Bauschutts. Von einer Deponierung habe nur die Kreisverwaltung selbst etwas – nämlich Deponierungsgebühren, die die Kasse füllen, sagte Horst Kophal.

Das sieht Thomas Garden von der unteren Naturschutzbehörde der Kreisverwaltung anders: Die Kreisverwaltung halte Käseburg für ungeeignet, sagte er.

Andreas Obermair fragte nach der Sicherung des Kernkraftwerks gegen gezielte Abstürze von Flugzeugen – am Beispiel des größten Zivilflugzeugs Airbus 380 – und gegen terroristische Angriffe, etwa mit der Panzerfaust. Dazu sagte ein Vertreter des Umweltministeriums, für die Vorsorge vor terroristischen Angriffen sei nicht der Betreiber zuständig, sondern der Staat. Der Betreiber müsse lediglich eine „präventive Grundsicherung“ vorhalten.

Abschießen darf der Staat ein Flugzeug, das Terroristen in ihre Hand gebracht haben, nicht mehr, seitdem das Bundesverfassungsgericht das Luftsicherheitsgesetz kassiert hat, das eine solche Möglichkeit vorsah. Ob am Kernkraftwerk eine Vernebelungsmaschine installiert worden ist, wurde den Einwendern nicht verraten.

„Stärker sichern“

Hans-Otto Meyer-Ott, Hammelwarder Außendeich, zog aus all dem den Schluss, dass die Zwischenlager am KKU deutlich stärker gesichert werden müssen.

Der Landwirt Hinrich Brader, einer der Kläger gegen das Castor-Zwischenlager, forderte, das Eon nach dem Abbruch des Kontrollbereichs eine heiße Zelle aufbaut, in der defekte Fässer mit hoch radioaktivem Material repariert werden können. Baudezernentin Ellen Köncke von der Stadt Nordenham und die Butjadinger Bürgermeisterin Ina Korter (Grüne) unterstützten diese Forderung.

Eon lehnt das ab. Das letzte Wort hat, wie bei allen anderen Einwendungen auch, das niedersächsische Umweltministerium als Genehmigungsbehörde.

Der Stenografische Dienst des Landtags hat die gesamte Diskussion mitgeschrieben, zur Sicherheit wurden aber auch alle Äußerungen auf Tonträgern aufgenommen.

Henning Bielefeld
Stadland und stv. Leitung Redaktion Nordenham
Redaktion Nordenham
Tel:
04731 9988 2203

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