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NWZonline.de Region Wesermarsch Politik

Wulff-Affäre: „Keine Chance mehr gehabt“

18.02.2012

NORDENHAM Nach wochenlanger Irrfahrt durch den Affärensumpf hat Christian Wulff am Freitag die Notbremse gezogen und als Bundespräsident abgedankt. Die NWZ  fragte bekannte Nordenhamer nach ihrer Meinung zum Rücktritt des Staatsoberhaupts.

Für den CDU-Stadtverbandsvorsitzenden Horst Wreden kam die Entscheidung seines Parteifreundes nicht überraschend. Obwohl nach wie vor nicht genau geklärt sei, welche Vorwürfe zutreffen, habe Christian Wulff „keine Chance mehr gehabt“. Weil der Druck immer größer geworden sei und er den Rückhalt in der Bevölkerung verloren habe, sei der Schritt unvermeidbar gewesen. Horst Wreden, der Christian Wulff als „ehrlichen und überzeugenden Politiker“ kennengelernt hat, bedauert diese Entwicklung. Er ruft alle Parteien auf, gemeinsam einen Nachfolger zu suchen, der möglichst nicht aus der Politik kommen sollte.

Für den Geschäftsführer der IG Metall Wesermarsch, Martin Schindler, war der Rücktritt des Bundespräsidenten überfällig: „Er hätte sich selbst, der Politik und unserem Land einen Gefallen getan, wenn er damit nicht so lange gewartet hätte.“ Unabhängig von der rechtlichen Bewertung sei es ein Fehler gewesen, sich von befreundeten Unternehmern beschenken zu lassen. „Da entsteht schnell der Eindruck, dass er im Gegenzug jemanden eine Gefälligkeit zukommen lässt“, sagt Martin Schindler. Seiner Meinung nach hätte das Staatsoberhaupt von Anfang an viel offener mit der Angelegenheit umgehen müssen. Jedoch dürfe nicht vergessen werden, dass sich Christian Wulff als niedersächsischer Ministerpräsent in Krisenzeiten für die Arbeitsplätze in der Region eingesetzt und die Gewerkschaften unterstützt habe.

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Die Amtsgerichtsdirektorin Dr. Claudia Peplau, sieht sich zu einer politischen Zurückhaltung verpflichtet, macht aber kein Geheimnis aus ihrer Einschätzung, „dass Herr Wulff richtig gehandelt hat“. Der Bundespräsident habe seine Glaubwürdigkeit verloren. Für die Zukunft wünscht sich Claudia Peplau eine „überparteiliche Persönlichkeit mit Ausstrahlung und Charakter“. Der zuletzt an Christian Wulff gescheiterte Joachim Gauck wäre aus ihrer Sicht eine gute Wahl. Ansonsten würde sie es begrüßen, wenn eine Frau das hohe Amt übernähme.

Der ehemalige Stadtdirektor Wilfried Fugel, der jetzt in ehrenamtlicher Funktion der Vorsitzende des Kreissportbundes Wesermarsch ist, hält den Rücktritt des Bundespräsidenten für folgerichtig. „Ob Christian Wulff sich juristisch etwas zu Schulden kommen lassen hat, sei dahin gestellt“, sagt er, „aber die Diskussionen und das Ermittlungsverfahren gegen ihn haben dem Amt des Bundespräsidenten geschadet.“ Somit habe Christian Wulff „sich selbst und der Republik einen Gefallen getan, indem er sich aus Schusslinie nahm“. Der gegen ihn geführten Kampagne habe der CDU-Politiker nicht mehr Stand halten können. Dabei sei zu berücksichtigen, dass der Bundespräsident als moralische Instanz gelte und in der heutigen Medienlandschaft besonders unter Beobachtung stehe. Wilfried Fugel wünscht sich für die Neubesetzung des Postens eine „Allparteienlösung“ in Gestalt eines politisch unabhängigen Kandidaten.

Die Pfarrerin Heike Boelmann erwartet von einem Bundespräsidenten, dass er sich unabhängig von Unschuld und Schuld der „Würde und Verantwortung seines Amtes“ bewusst ist. Vor diesem Hintergrund betrachtet sie Christian Wulffs Rücktritt als eine „notwendige Folge“. Grundsätzlich hält Heike Boelmann nichts davon, wenn hohe Ämter leichtfertig zurückgegeben werden. „Aber unter diesen Umständen war die Entscheidung richtig“, sagt sie.

Der aus Nordenham stammende SPD-Bundestagsabgeordnete Holger Ortel bewertet Christian Wulffs Rücktritt als ein „Schuldeingeständnis“. Die Niederlegung des Amtes sei ein notwendiger und richtiger Schritt gewesen. „Christian Wulff formulierte stets hohe moralische Ansprüche“, sagt Holger Ortel, „und muss sich nun ebenfalls an seinen eigenen Maßstäben messen lassen.“ Seiner Meinung nach ist es „höchste Zeit, dass das Ansehen des Amtes durch einen überparteilichen, mit breiter Mehrheit ausgestatteten Kandidaten wiederhergestellt wird“.

 @ http://www.NWZonline.de/wulff-affaere

Norbert Hartfil Redaktionsleitung Nordenham / Redaktion Nordenham
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