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Aktualisiert vor 18 Minuten.

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NWZonline.de Region Wesermarsch Politik

„Richter als einziges Risiko“

02.05.2019

Kleinensiel Die Zwischenlager am Kernkraftwerk Unterweser sind absolut hochwassersicher und brauchen auch keine Heiße Zelle. Das haben Dr. Ewold Seeba und Dr. Michael Hoffmann von der bundeseigenen Gesellschaft für Zwischenlagerung (BGZ) am Montagabend in einer Diskussionsveranstaltung in der Markthalle Rodenkirchen versichert. Größter Unsicherheitsfaktor ist das ausstehende Urteil des Oberverwaltungsgerichts Lüneburg über die Betriebsgenehmigung für das Castoren-Lager.

„Eine echte Niederlage“

Rund 20 Interessierte, überwiegend Mitarbeiter oder ehemalige Mitarbeiter des Kraftwerks, waren der Einladung von Bürgermeister Klaus Rübesamen zu der Veranstaltung gefolgt. Dazu kamen einige Atomkraft-Gegner, beispielsweise Jürgen Janssen von der Aktion Z – Z wie Zwischenlager. Er fragte nach dem Verfahren vor dem OVG Lüneburg und verwies auf das Urteil des Oberverwaltungsgerichts Schleswig, das 2013 die Betriebsgenehmigung für das Zwischenlager am Kernkraftwerk Brunsbüttel einkassiert hatte.

„Das war eine echte Niederlage damals“, gab Michael Hoffmann unumwunden zu. Er hatte das Bundesamt für Strahlenschutz, das das Zwischenlager genehmigt hatte, vor dem OVG Schleswig vertreten. Wie Hoffmann erläuterte, tritt bei derartigen Verfahren ein ganz grundsätzliches Problem auf, für das es noch keine Lösung gibt. Das Bundesamt habe dem Gericht nachweisen müssen, dass es mit dem Zwischenlager-Konzept alle Schutzziele erreiche.

Diesen Nachweis hätte das Amt aber nur erbringen können, indem es Geheimnisse über die Sicherheitsvorkehrungen verraten hätte. „Damit hätten eventuelle Terroristen ihre Angriffspläne massiv verbessern können“, sagte Hoffmann. „Ich verrate Fremden ja auch nicht die Zahlenkombination von meinem Tresor.“ Bei den Verhandlungen um das Zwischenlager in Unterweser wolle die BGZ anders vorgehen als im Fall Brunsbüttel. „Ob es gelingt, weiß ich nicht.“

Generell gehörten Zwischenlager zu den am besten gesicherten Anlagen in Deutschland, die Sicherheitskonzepte der Betreiber und der Polizei griffen ineinander, sagte Michael Hoffmann.

Horst Kuphal aus Brake fragte nach der Sicherheit der Zwischenlager vor Deichbrüchen, die angesichts des Klimawandels wahrscheinlicher würden. Dazu sagte Michael Hoffmann, die Sicherheit der Lager sei für ein Hochwasser durchgerechnet worden, wie es nur alle 10 000 Jahre vorkomme. Das Ergebnis: Die wände der Zwischenlager seien sicher, bis das Wasser irgendwann durch die Lüftungsschlitze dringe. Doch auch wenn dies passiere, hielten die Behälter dicht, es dringe kein Wasser in sie ein und auch nichts aus ihnen aus. Die Behälter seien 50 Meter unter Wasser getestet worden – mehrere Stunden lang, sagte Christian Otter, der Leiter des Zwischenlagers in Kleinensiel.

Der Atomkraftgegner Hinrich Brader fragte nach der sogenannten Heißen Zelle, in der defekte Castor-Behälter auch nach dem Abriss des KKU-Kontrollbereichs repariert werden können. Dazu sagte Michael Hoffmann, es gehe um einen „nahezu unvorstellbaren Fall“. Der Inhalt des Castor-Behälters werde mit zwei Deckeln gesichert, von denen jeder allein die Dichtigkeit garantiere. Für den Fall der Fälle sei aber ein dritter Deckel, ein sogenannter Fügedeckel, vorgeschrieben, der im Lager aufgeschweißt werden könne. Deshalb sei keine Heiße Zelle erforderlich.

Keine weiteren Castoren

Insgesamt habe sich die sogenannte trockene Zwischenlagerung mit Lager- und Transportbehältern in Hallen bewährt. Es habe nicht eine Störung gegeben.

Auf eine weitere Nachfrage von Hinrich Brader sagte Ewold Seeba, in das Castor-Lager am KKU würden keine Castoren von außerhalb gestellt, obwohl es mit 40 Behältern nur zur Hälfte gefüllt sei. Die übrigen 40 Plätze würden nicht gebraucht, weil es nicht zur geplanten Verlängerung der Betriebszeit des Kernkraftwerks gekommen sei. Von den 26 Castoren, die aus der britischen Aufarbeitungsanlage Sellafield nach Deutschland zurückgeholt werden müssen, werde keiner nach Kleinensiel kommen, weil Niedersachsen schon 108 Behälter aus ausländischen Anlagen aufgenommen habe. Sie stehen in Gorleben.

Henning Bielefeld Stadland und stv. Leitung Redaktion Nordenham / Redaktion Nordenham
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