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FREIZEIT: Kraft tanken im Camping-Idyll

09.08.2006

NORDENHAM NORDENHAM - „Hier kann ich die Gedanken treiben lassen“, sagt Silvia Wolf und lässt ihren Blick über ihre Oase der Ruhe schweifen. Ein Klapptisch, eine Kaffeetasse und ein Kreuzworträtsel. Mehr braucht sie an diesem Morgen nicht. Manchmal sind es die kleinen Dinge, die das Leben so lebenswert machen. Silvia Wolf kommt aus Lippstadt in Nordrhein-Westfalen. Als Leiterin einer Kindertagesstätte ist sie Stress gewohnt. Wenn sie sich mit ihrer Familie auf den Weg nach Nordenham macht, ist das für sie ein „Abschied vom Alltag“.

Seit zehn Jahren kommt Silvia Wolf regelmäßig auf den Nordenhamer Campingplatz. Manchmal nur für ein Wochenende, manchmal für mehrere Wochen. Draußen sitzen, die Ruhe und die herrliche Luft genießen, Abschalten. „Der Haushalt kann auch mal warten, das sehe ich hier nicht so eng“, sagt Silvia Wolf, und in ihrem entspannten Lächeln scheint sich die wohl tuende Wirkung der Camping-Idylle widerzuspiegeln.

Der Mikrokosmos am westlichen Weserufer – für die einen ist er die Zapfsäule, an der sie Kraft tanken, für die anderen ein zweites Zuhause. Und dann sind da die Durchgangsgäste, eine in Nordenham eher selten anzutreffende Spezies unter den Campern. Hagen und Heike Dillhardt aus Gladbeck gehören dazu. Mit ihren Fahrrädern sind sie zunächst die Diemel entlanggefahren und anschließend auf den Weserradweg abgebogen. In elf Tagen haben sie 500 Kilometer zurückgelegt. Nordenham ist die letzte Station, bevor sie sich wieder auf den Rückweg machen. Bummeln, Eis essen und eine Tour durch Bremerhaven – damit haben sie die Zeit verbracht. Zum Abschied wünscht Campingplatz-Chef Hans Wilkens dem Pärchen ein gute Heimfahrt. Nicht zuletzt seinetwegen sind die Gladbecker länger geblieben als ursprünglich geplant. Denn Hans Wilkens, der nun im zweiten Jahr den Campingplatz betreibt, hat ein Gespür für die Bedürfnisse seiner Gäste. Kein Wunder: Schließlich ist er selbst seit Jahrzehnten ein

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begeisterter Camper. Fast die ganze Saison von März bis Oktober verbringt der 54-Jährige auf dem Campingplatz – im eigenen Wohnwagen.

Fast genau so lange hält es Manfred Ohmstede auf seiner Camping-Parzelle an der Strandallee aus. Jahr für Jahr verlegt der Nordenhamer mit seiner Frau für mehrere Monate den Lebensmittelpunkt in den eigenen Wohnwagen. Er beschäftigt sich mit seinem Hobby, dem Modellbau, und er freut sich darüber, dass aus dem Campingplatz wieder ein kleines Schmuckstück geworden ist. „Seitdem Hans den Campingplatz übernommen hat, geht es hier wieder bergauf“, lobt der 67-Jährige die Arbeit, die der „Bürgermeister“ des Zelt- und Wagendorfs an der Weser investiert hat. Nicht nur die Geranien blühen in den gepflegten Gassen, auch die Kameradschaft gedeiht. „Wenn man hier abends am Kiosk sitzt, gesellt sich immer irgendjemand dazu“, freut sich Manfred Ohmstede, der auch die andere Seite kennt – die quälende Anonymität in einem Mehrparteienhaus ohne Garten.

Inzwischen haben sich die Dauercamper zusammen getan, um ein Gemeinschaftshaus wieder auf Vordermann zu bringen. Und auch Hans Wilkens hat auf dem Platz noch einiges vor. Dass nur relativ wenige Durchgangscamper in Nordenham Station machen, führt er darauf zurück, dass der Platz im Campingführer des Deutschen Campingclubs schon seit Jahren nicht mehr aufgeführt wird. Hans Wilkens hat einen Antrag gestellt und rechnet damit, dass noch in diesem Jahr eine Kommission des DCC das Gelände unter die Lupe nehmen wird. Der Abbehauser hat keinen Zweifel daran, dass Nordenham nicht mehr lange ein weißer Fleck in der Camping-Karte des DCC bleiben wird.

Jens Milde Nordenham / Redaktion Nordenham
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