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NWZonline.de Region Wesermarsch Politik

Gute Zeiten in Lemwerder erlebt

30.11.2018

Lemwerder Die letzte Fahrt zur Dienststelle, der letzte Schluck Kaffee aus dem HSV-Fanbecher im Büro, zum letzten Mal im vertrauten Kollegenkreis die morgendliche Lage besprechen: „Das ist schon ein komisches Gefühl. Ich hätte das nicht gedacht“, sagte Reiner Ostendorf. Da sei man doch schon etwas wehmütig an seinem letzten Arbeitstag. „Das merkt man schon“, so der Polizeihauptkommissar.

Den Kollegen nicht ziehen zu lassen ohne einen würdigen Abschluss, das hatte sich das Team der Polizeistation Lemwerder vorgenommen. Und so wurde Reiner Ostendorf an seinem letzten Arbeitstag mit der Heimfahrt in einem ehemaligen Funkstreifenwagen der Polizei Berlin überrascht. Den Wagen hatte Thomas Drüke organisiert. Zu diesem Anlass streifte sich der 54-Jährige noch einmal die ausgemusterte grüne Polizeiuniform über, um seinen Kollegen in diesem Outfit zu chauffieren.

Abschied zu nehmen fällt schwer. An diesem Freitag geht Reiner Ostendorf offiziell in Pension, seinen 62. Geburtstag hat er am Mittwoch gefeiert. „Lemwerder war für mich die schönste Zeit bei der Polizei“, erinnerte er sich an seine mehr als 45-jährige Dienstzeit bei der Verabschiedung im Kollegenkreis. Mit 16 Jahren ging er zur Polizei. Die erste Station war die Polizeiwache in Bad Iburg. Die Station ist im dortigen Schloss untergebracht, daher ist der Name Schlosswache ziemlich passend für diesen Standort. Geboren und aufgewachsen in Moorriem/Dalsper, ging es für Reiner Ostendorf dann weiter zur Bereitschaftspolizei nach Hannover. Anschließend war er lange für die Autobahnpolizei unterwegs, zunächst auf der Dienstelle Delmenhorst und später in Oldenburg. Ab 2012 arbeitete er dann als Dienstschichtleiter auf dem Polizeikommissariat in Brake. Im Dezember 2014 wechselte der Hauptkommissar nach Lemwerder.

In einem damaligen Gespräch zum Wechsel in den Süden des Landkreises Wesermarsch hatte Reiner Ostendorf auch von seiner Zeit bei der Autobahnpolizei erzählt: „Ich bin viel mit dem Motorrad in der Kradstaffel gefahren. Ein Einsatz, an den ich mich besonders gut erinnere, war die Eskorte für Papst Johannes Paul II. 1980 in Osnabrück.“

Und heute: „Die Gesellschaft hat sich generell verändert. Die Leute sind leichter gereizt. Der Respekt ist nicht mehr so gegeben“, erzählte er. Man müsse in vielen Sachen vorsichtig sein. Oft stünden Passanten neben einem und würden jeden Vorfall filmen. Bei einer Alarmierung wegen häuslicher Gewalt schwinge am Tatort auch immer wieder die Vorstellung mit, „dass plötzlich einer mit einem Messer vor dir steht“, so Reiner Ostendorf. Seine Dienstwaffe habe er aber nie einsetzen müssen, betont er.

Die Kollegen charakterisieren ihn als ruhig und besonnen und erwähnen seine Freundlichkeit gegenüber den Bürgern. Als Polizist sei er auch Berater und Sozialarbeiter gewesen. „Ich bin froh, nach Lemwerder gekommen zu sein“, merkte er an. Schnell habe er seine Pappenheimer kennengelernt. Reiner Ostendorf erwähnte auch, dass ein Polizist in Lemwerder noch eine Respektsperson sei.

Der 62-Jährige hat jetzt mehr Zeit für seine Hobbys, wozu Ski- und Radfahren sowie das Skaten auf Inlinern zählt. Als Fußballfan hat er seinen HSV-Fanbecher natürlich mitgenommen – für die guten Zeiten, die auf den Hamburger Sportverein und auf ihn selbst warten. Der Bohnenkaffee wird ihm daraus auch zu Hause munden.

Ulrich Schlüter Elsfleth / Redaktion Brake
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