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NWZonline.de Region Wesermarsch Politik

Neues Konzept braucht mehr Zeit

25.06.2015

Rodenkirchen Der Rodenkircher Kreistagsabgeordnete Jürgen Janssen (Grüne) kritisiert heftig, dass der Kreis den Betreuungsvertrag für die Strohauser Plate mit dem Mellumrat nicht verlängert hat. Doch die untere Naturschutzbehörde der Kreisverwaltung hat von diesen Naturschützern die Nase voll, wie der Fachdienstleiter Hans-Dieter Griepenstroh jetzt in der Sitzung des Bauausschusses des Kreistages unverblümt deutlich machte.

Streit „explodiert“

„Das Vertrauen ist weg. Wenn Sie uns zwingen, weiter mit diesen Leuten zusammenzuarbeiten, geht das in die Hose“, sagte Griepenstroh wörtlich. Im vergangenen Jahr seien die Auseinandersetzungen mit dem Mellumrat geradezu „explodiert“; die Angelegenheit habe die Mitarbeiter der unteren Naturschutzbehörde so stark beschäftigt, dass alles andere liegengeblieben sei.

Deshalb habe die untere Naturschutzbehörde den am 31. Dezember 2014 auslaufenden Vertrag nicht verlängert. Daraufhin sei sein Mitarbeiter Thomas Garden ins Umweltministerium in Hannover einbestellt worden – das Ministerium bezahlt die Betreuung vollständig – und habe die Auflage bekommen, bis zum 15. Juni ein Konzept zu erstellen. Dieser Termin, ergänzte Kreisbaudezernent Matthias Wenholt, sei aber nicht in Stein gemeißelt. Es gehe darum, ein vernünftiges Konzept zu erstellen, über das der Ausschuss dann beraten könne. Dazu führe die untere Naturschutzbehörde gerade Gespräche mit dem Naturschutzbund (Nabu) auf regionaler Ebene und dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) auf Landesebene. Beide könnten sich vorstellen, die Betreuung zu übernehmen.

Bis dahin betreut die untere Naturschutzbehörde die Weserinsel selbst. Das wird in diesem Jahr 40 000 Euro kosten, von denen der Kreis etwa 8000 tragen muss, sagte Griepenstroh. Wie berichtet, hat die Verwaltung einen selbstständigen Biologen damit beauftragt, auf der Plate und ihren Vorländern die Brutpaare zu zählen. Dabei sind überraschende Zahlen zutage gekommen: Der Biologe traf auf 59 Kiebitzpaare, 25 Uferschnepfen-Paare, 24 Rotschenkel-Paare und 4 Austernfischer-Paare. Zum Vergleich: Vor einem Jahr hatte der Mellumrat nur 29 Kiebitz-Paare gezählt.

Deshalb äußerte Jürgen Janssen Zweifel an den Zahlen. Hans-Dieter Griepen-
stroh sagte dagegen, er vertraue den neuen Zahlen.

Janssen sagte, die untere Naturschutzbehörde habe kritische Anmerkungen des Mellumrats wohl als eine Art Majestätsbeleidigung aufgefasst. Er hätte es gern gesehen, wenn auch diese Naturschutzorganisation im Ausschuss ihre Sicht der Dinge hätte darstellen können.

Nur mit Landwirtschaft

Zu Diskussionen gab die landwirtschaftliche Nutzung der Plate Anlass. Hans-Otto Meyer-Ott (Grüne) äußerte Zweifel, ob Mutter-Kuh-Haltung das richtige Konzept für die Plate sei. Dazu sagten die Mitarbeiter der unteren Naturschutzbehörde, vor 25 Jahren habe es auf der Plate drei Milchviehbetriebe und auf den Weiden zwei Großvieheinheiten pro Hektar gegeben. Seit es nur noch einen Betrieb mit Mutter-Kuh-Haltung gebe, gingen die Zahlen der Brutvögel zurück. Vertreter aller Fraktionen äußerten aber die Überzeugung, dass Wiesenvögel ohne extensive Landschaft nicht geschützt werden könnten. „Wiesenvögel sind Kulturfolger“, sagte Helmut Siefken (FDP), ehemaliger Landwirt aus Eckwarden.

Wie Hans-Dieter Griepen-
stroh weiter mitteilte, sucht seine Behörde eine Nachnutzung für die Naturschutzstation in einem Resthof, deren Pachtvertrag mit dem Mellumrat Ende dieses Jahres ausläuft. Zudem gibt es erste Probefahrten mit dem Dielenschiff Hanni, das Besucher übersetzen soll. Gebraucht wird allerdings ein neuer Anleger. Das Domänenamt sei für diese Investition offen, sagte Griepenstroh.

Henning Bielefeld
Stadland und stv. Leitung Redaktion Nordenham
Redaktion Nordenham
Tel:
04731 9988 2203

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