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NWZonline.de Region Wesermarsch Politik

Noch viele Baustellen in der Wesermarsch

01.06.2016

Wesermarsch Die Prognos AG, eine Beratungsfirma mit Sitz in Berlin und Basel, bewertet im Zukunftsatlas 2016 402 deutsche Landkreise in Bezug auf ihre Zukunftschancen. Der Landkreis Wesermarsch hat sich deutlich verschlechtert: 2013 bewertete die Prognos AG den Landkreis noch mit einem „ausgeglichenen Chancen- und Risikenmix“ auf Position 286 von 402. Das diesjährige Ranking konstatiert „Zukunftsrisiken“ und eine um 60 Plätze gesunkene Einordnung auf Position 346 von 402 Landkreisen.

Die NWZ  hat die Landtagsabgeordneten Karin Logemann (SPD), Björn Thümler (CDU), Hans-Joachim Janßen (Grüne) und Horst Kortlang (FDP) sowie Landrat Thomas Brückmann (parteilos) gefragt, wie sie mit der schlechten Prognose umgehen und welche Konsequenzen ihrer Meinung nach daraus gezogen werden sollten.

Breitband ausbauen

Hans Joachim Janßen (Grüne) mahnt zu mehr Gelassenheit. „Wir sind nicht schlechter geworden, andere sind nur etwas besser geworden“, betont Janßen. Dies führt der Landtagsabgeordnete, der auch im Gemeinderat Jade sitzt, vor allem auf die mangelnde Infrastruktur bei der Telekommunikation zurück. Von daher sei der geplante Breitbandausbau sehr zu begrüßen. „Wir müssen diese Lücke schließen, dann stärken wir auch den ländlichen Bereich.“

Björn Thümler (CDU) nennt das Ergebnis unbefriedigend, sieht aber vor allem bei der Landesregierung und beim Kreistag deutlichen Nachholbedarf: „Das Ergebnis ist auch ein deutliches Zeichen, dass die Landesregierung es vernachlässigt, den ländlichen Raum zu fördern. Vor allem der Wegfall der GRW-Förderung (Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“) trifft die Region hart. Zudem hat die derzeitige Kreistagsmehrheit keinen Zugang zu den Zukunftsthemen. Anstatt sich um die Kommunalisierung des Reinigungsdienstes zu kümmern, wären Impulse für den Wirtschaftsstandort wichtiger gewesen.“

Auf dem richtigen Weg

Für Karin Logemann (SPD) ist der Zukunftsatlas mit Vorsicht zu genießen. „Bei der Prognos-Studie ist immer zu berücksichtigen, dass sie auf Daten basiert, die vor zwei Jahren erhoben wurden. Sie stellt also nicht die aktuelle Situation dar.“ Trotzdem glaubt Karin Logemann nicht, dass sich die Situation im Landkreis in den letzten Jahren verbessert habe, es bestehe dringender Handlungsbedarf. Vor allem die Abwanderung von jungen Menschen sei zu verhindern, altersgerechter Wohnraum zu schaffen und der Breitbandausbau voranzutreiben. Insgesamt sieht die SPD-Abgeordnete die Wesermarsch aber auf dem richtigen Weg: „Für mich stellt das in einer breiten Beteiligung verschiedener Akteure erarbeitete Kreisentwicklungsprogramm eine gute Grundlage für die weitere Entwicklung der Wesermarsch dar.“ Auch das Förderprogramm des Kreises könne dazu beitragen, zusätzliche Pflöcke einzuschlagen.

Horst Kortlang (FDP) warnt vor übertriebenen Reaktionen. Der Landkreis sei in der Zukunftsstudie in den vergangenen Jahren regelmäßig auf ganz unterschiedlichen Plätzen gelandet. „Wirklich klar wird dabei nicht, wie es zu diesen unterschiedlichen Bewertungen kommt. Man muss sich fragen, was sich seit 2013 in der Wesermarsch so drastisch verändert hat, das dieses Ergebnis rechtfertigt“, sagt Horst Kortlang. Nachbesserungsbedarf sieht er allerdings auch beim Breitbandausbau. „Für Flächenkreise wie die Wesermarsch ist vor allem die Art der Verlegung der Telefonkabel entscheidend.“ Hier werde es nötig sein, viel mehr Geld zu investieren, um Glasfaser bis zum letzten Haus zu ermöglichen. Der Abgeordnete abschließend: „Wir sollten schon kritisch hinterfragen, was solche Studien sagen – aber auch, was sie nicht sagen.“

Arbeitsgruppe gegründet

Auch auf Kreisebene reagiert man: Landrat Thomas Brückmann (parteilos) nimmt die Ergebnisse zum Anlass, eine Arbeitsgruppe bestehend aus Verwaltungsleitung und Wirtschaftsförderung zu gründen, die sich mit der Analyse des Rankings befassen wird. Brückmann: „Es besteht keine Veranlassung in Panik zu verfallen“, und weiter: „Wir dürfen nicht vergessen, dass die Prognos AG ein Beratungsunternehmen ist, dass bei sehr volatilen Rankings seine Beratungsleistung anbietet. Die Wesermarsch kennt ihre Stärken und Schwächen und steuert bereits seit einiger Zeit zusammen mit der Politik gegen, durchaus mit Erfolg.“ Als Beispiel nennt der Landrat die deutlich verringerte Abwanderung von qualifizierten Frauen. „Um so mehr wundert es mich, dass die Wesermarsch innerhalb von drei Jahren seine wirtschaftlichen Zukunftschancen verschlechtert haben soll.“

Claus Arne Hock Redakteur / Online-Redaktion
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