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NWZonline.de Region Wesermarsch Politik

„Kein fruchtbarer Boden für fremdenfeindliche Hetze“

03.09.2018

Nordenham „Nordenham ist nicht Chemnitz. Aber auch hier gibt es leider einige erbärmliche Kreaturen, die im Dunkeln agieren. Ihre fremdenfeindliche Hetze wird in unserer Stadt aber nicht auf fruchtbaren Boden stoßen“, machte Bürgermeister Carsten Seyfarth Samstagnachmittag am Friedensbaum vor der Stadtbücherei deutlich.

Dort trafen sich rund 40 Nordenhamer zu einer Mahnveranstaltung, zu der der Kreisverband Wesermarsch des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) anlässlich des Antikriegstages aufgerufen hatte.

Mit den „erbärmlichen Kreaturen“ meinte Carsten Seyfarth jene noch unbekannten Täten, die vor wenigen Tagen Aufkleber mit ausländerfeindlichem Inhalt in den Stadtteilen Blexen und Einswarden verteilt hatten. Das Stadtoberhaupt warnte aber davor, über jedes Stöcklein zu springen, das die Rechten hinhalten. Dadurch würden sie zu viel öffentliche Aufmerksamkeit bekommen.

Auf die Ereignisse in Chemnitz eingehend, sagte der Bürgermeister, dass ihm die Situation im Lande bange mache. Tabus würden gezielt gebrochen und Provokationen gegen Minderheiten ins Feuer gegossen. Das, was vor ein paar Jahren noch nicht vorstellbar gewesen sei, sei unerträglich.

Auch einigen Vertretern im Deutschen Bundestag, gemeint waren die der AfD, riet Carsten Seyfarth einen Blick ins Grundgesetz. Alle deutschen Politiker sind dem Leitsatz verpflichtet, dass die Würde des Menschen unantastbar ist.

Mit dem jährlichen Antikriegstag erinnert der DGB an den Überfall der deutschen Wehrmacht auf Polen und damit an den Beginn des Zweiten Weltkrieges 1939 sowie an den 1. Weltkrieg, dessen Ende sich in diesem Jahr zum hundertsten Mal jährt.

Abrüsten statt aufrüsten müsse die Devise sein, denn Hass und Gewalt endeten mit Tod und Elend, sagte DGB-Kreisvorsitzender Mustafa Dogan. Daher müssten alle demokratischen Kräfte für eine weltoffene Gemeinschaft, fairen Welthandel, gerechte Verteilung der Lasten und nachhaltige Klimaprojekte gebündelt werden.

„In der Schule treten wir Lehrer jeden Tag für Demokratie und Weltfrieden ein“, berichtete Nils Humboldt von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Vor 100 Jahren seien es aber auch Lehrer gewesen, die junge Menschen aufgefordert hätten, in einen verherrlichten Krieg zu ziehen. Das zeige, welch wichtige Rolle die Schule auch bei politischen Fragen habe.

Musikalisch wurde die Mahnveranstaltung des DGB von drei Schülern des Nordenhamer Gymnasiums und von Mitgliedern der Familie Schlesies begleitet.

Rolf Bultmann Nordenham / Redaktion Nordenham
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