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NWZonline.de Region Wesermarsch Politik

Jüngster Kandidat in ganz Niedersachsen

16.09.2017

Nordenham Leon Weiß hat zurzeit viel zu tun. Er hängt Wahlplakate auf, steht an Info-Ständen auf der Straße, geht zu Podiumsdiskussionen und beantwortet Anfragen von Bürgern. Im April ist er 18 geworden, kurz darauf hatte er sein Abitur in der Tasche. Nun kandidiert der junge Mann aus Nordenham auf der Landesliste der Linken für den Bundestag, Er ist der jüngste Bundestagskandidat in ganz Niedersachsen. „Erfahrung ist wichtig, aber wir brauchen auch frischen Wind“, sagt Leon Weiß. Im Bundestag seien zu wenig junge Menschen vertreten. „Es gibt viele Ältere, Junge haben keine Stimme“, meint er.

Bundesweit sind nach Angaben des Bundeswahlleiters nur fünf Prozent der Bewerber zwischen 18 und 24 Jahre alt.

Neue Impulse

Der Bremer Politikwissenschaftler Lothar Probst findet es gut, wenn sich junge Menschen trauen, zu kandidieren: „Es ist wünschenswert, dass in die Politik neue Impulse kommen.“ Auch junge Abgeordnete könnten schnell Profil gewinnen. Sinnvoll sei es, wenn junge Bundestagsabgeordnete einen erfahrenen Mentor aus der eigenen Fraktion oder der Partei an die Seite bekämen, sagt der Professor.

Leon Weiß fing schon in der 8. Klasse an, sich für Politik zu interessieren. Mit 16 trat er dem Kreisverband Wesermarsch der Linken bei. „Die Partei hat mich am meisten überzeugt“, sagt er. Seine Familie hat russische Wurzeln, Diskriminierungen habe er immer wieder zu spüren bekommen. „Meine Eltern haben einen Akzent. Als wir auf Wohnungssuche waren, musste ich reden, damit wir deswegen keine Absage bekommen.“

Seine Eltern suchten als Ingenieure eine Zeit lang erfolglos eine Arbeit, die Familie war auf Hartz IV angewiesen. „Das war, als ich gerade in die Schule gekommen bin“, erzählt Leon Weiß, „das hat uns als Familie ausgegrenzt.“ Deshalb sei er gegen den niedrigen Hartz IV-Satz, auch Leiharbeit lehne er ab. Seine Eltern haben inzwischen beide einen Job gefunden, allerdings als Leiharbeiter.

Von seinen Eltern, Lehrern und Mitschülern habe er viel Zuspruch für seine Kandidatur bekommen. Es gebe aber ebenso andere Stimmen. „Auch in meiner Partei muss ich dafür kämpfen, ernst genommen zu werden“, sagt er, „das finde ich traurig.“ Dabei sei es wichtig, etwas gegen die Politikverdrossenheit in seiner Altersgruppe zu unternehmen. „Viele Politiker haben keinen Sinn für die Jugend.“

Auf Platz acht

Leon Weiß tritt bei den niedersächsischen Linken auf Listenplatz acht an, angestrebt hatte er eigentlich die sechs. Je höher der Platz, desto größer die Chance, in den Bundestag zu gelangen. „Realistisch schätze ich das so ein, dass ich irgendwann nachrücke für jemanden, der ausscheidet“, sagt der Nordenhamer.

Bis dahin will er an der Uni Bremen Politik und Rechtswissenschaften studieren. Sein Mentor im Kreisverband, Thomas Bartsch, ist da optimistischer. Er geht davon aus, dass Leon Weiß sofort ins Parlament einziehen könnte. „Leon ist ein guter Lokalpolitiker“, meint Thomas Bartsch, „das ist die beste Schulung für einen Bundespolitiker.“ Zu jung findet er Leon Weiß nicht: „Er bringt Sichtweisen mit, die ein 30- oder 40-Jähriger nicht hat.“

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