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NWZonline.de Region Wesermarsch Politik

Demo für Geburtshilfe in Esenshamm soll Zeichen setzen

31.01.2019

Nordenham Die Ankündigung der Helios-Geschäftsführung, wonach Mitte Februar die gesamte Abteilung für Frauenheilkunde und Geburtshilfe in der neuen Klinik in Esenshamm geschlossen wird, hat großen Unmut in der Bevölkerung Nordenhams und darüber hinaus ausgelöst. Frauen und Männer aus der Wesermarsch rufen in sozialen Netzwerken zu einer Demonstration auf, die an diesem Samstag, 2. Februar, ab 13 Uhr vor der Klinik in Esenshamm stattfinden soll.

Zeichen setzen

In vielfach weitergeleiteten Aufrufen heißt es, dass „alle Frauen, ob jung oder alt, mit Kissen unter der Jacke (als Bauch) und Trillerpfeife“ kommen sollen. Diese Demonstration gegen die Schließung der Gynäkologie werde zwar nichts ändern, aber damit solle dem Helios-Konzern gezeigt werden, dass man so nicht mit Menschen umgehen dürfe und dass der Unmut groß sei.

Liebe Leserinnen

Was meinen Sie? Wie stark schadet die Schließung der Geburtshilfe dem Klinikstandort Nordenham? Lässt sich die Entscheidung noch rückgängig machen? Was muss von der Politik, was muss von Helios gefordert werden? Schreiben Sie eine Mail an red.nordenham@nwzmedien.de.

Mitarbeiter der Klinik dürften, so heißt es weiter, eine solche Aktion nicht starten und auch nicht anwesend sein, wohl aber die Bevölkerung. „Setzt ein Zeichen“, heißt es weiter in dem Aufruf. Und: „Es geht um die Zukunft der Geburtshilfe in ganz Deutschland“.

Initiator der Aktion ist der 65 Jahre alte Christian Drechsel. Er sei Rentner, wohne in Brake, sei aber in Nordenham aufgewachsen, sagte er am Mittwoch auf Anfrage der NWZ. Er sei in der Behindertenhilfe tätig. Zwei seiner vier Kinder seien in Nordenham geboren worden. „Ich bin entsetzt, dass nun der gesamte Landkreis Wesermarsch von der wohnortnahen Geburtshilfe ausgeschlossen wird, zumal dann nicht mehr auszuschließen ist, dass es zu Geburten im Wesertunnel oder auf einer Fähre kommt, weil Kliniken außerhalb der Wesermarsch nicht schnell genug erreicht werden können.“

Lesen Sie auch: Wird Nordenham benachteiligt?

Der Mitbegründer der im November 2013 gestarteten und im Frühjahr 2018 aufgelösten Bürgerinitiative „Die Wesermarsch-Klinik mus in Nordenham bleiben“, der Nordenhamer Helmut Dietrich, ist wegen der aktuellen Entwicklung sogar in großer Sorge, dass der Helios-Konzern die Klinik in Esenshamm wegen der roten Zahlen abstoßen will.

Die Bürgerinitiative hatte mit zwei großen Demonstrationen (am 28. September 2013 mit 1000 Teilnehmern und am 23. November 2013 mit mehr als 1500 Teilnehmern) für den Bau der neuen Klinik demonstriert. Helios hat dann den Rohbau auch vollendet und die neue Klinik am 13. Mai 2017 in Betrieb genommen.

Helmut Dietrich ist überzeugt: „Wenn wir heute nochmal auf die Straße gehen und demonstrieren, wird das nichts bringen. Das beeindruckt Helios nicht mehr. Jetzt ist vielmehr nötig, dass die Stadt und der Landkreis knallhart aktiv werden.“

Die Ankündigung von Bürgermeister Carsten Seyfarth, mit Landrat Thomas Brückmann bei der Helios-Konzernzentrale in Berlin vorstellig werden zu wollen, sei der erste richtige Schritt. Helmut Dietrich: „Stadtrat und Kreistag müssen klar machen, dass sie von Helios wissen wollen, wie es weitergeht mit dem Klinikstandort Nordenham.“

Die Schließung der Geburtshilfe ist nach Einschätzung von Helmut Dietrich „wirklich ein Desaster“. Im alten Nordenhamer Krankenhaus sei die Geburtshilfe ein Aushängeschild gewesen. „Wenn die Abteilung jetzt nicht läuft, muss man fragen, woran das liegt. Der Hebammenmangel kann nicht alleine der Grund sein.“

Die neue Geschäftsführung verhalte sich kaltherzig und sei nur auf Profit ausgerichtet. Nach der Schließung der Geriatrie sei die Intensivstation heruntergefahren worden, jetzt folge das Aus für die Geburtshilfe, als nächstes werde Personal abgebaut, befürchtet Helmut Dietrich.

Helmut Dietrich kritisiert auch, dass sieben Ärzte sich eine neue Stelle suchen müssen. Darunter seien zwei im Alter von über 60 Jahren, einer sei seit bereits 30 Jahren in Nordenham tätig. „So geht man einfach nicht mit Menschen um.“ Wenn jetzt nicht die Politik einschreitet und ein ganz klares Konzept von Helios für die Zukunft der Klinik in Esenshamm fordert, werde Helios das Haus spätestens in fünf Jahren an die Wand fahren.

Vertragliche Pflicht

Auch der Ehrenvorsitzende der Nordenhamer CDU, Ernst Tannen, der sich in den vergangen Jahren mit großem Engagement für den Klinikstandort Nordenham eingesetzt hat, ist sehr besorgt und meint: „Jetzt sind die Landtagsabgeordneten und Mandatsträger des Kreises gefordert.“ Wegen der Vorgaben des Vertrages zum Verkauf des damals vom Landkreis betriebenen Krankenhauses vom 12. November 2008 haben nach Ansicht von Ernst Tannen Landkreis und Stadt einen Rechtsanspruch darauf, dass die Schließung der Geburtshilfe „nur von vorübergehender Natur sein kann.“

Horst Lohe Nordenham / Redaktion Nordenham
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