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NWZonline.de Region Wesermarsch Politik

Die Fassade der Identitären ist trügerisch

14.03.2019

Nordenham Ihre Bedeutung sollte nicht überbewertet werden, jedoch sie ernst nehmen, ihr keine Plattform geben und sie durch Aufklärung ins „rechte Licht“ rücken, das sollten die Ziele aller Demokraten sein. Gemeint ist die Identitäre Bewegung (IB), deren Ideologie entgegen des Versuchs, sich vom Rechtsextremismus zu distanzieren, autoritär und rassistisch sei. Das verdeutlichte Martin Göske während eines Informations- und Diskussionsabend mit dem Thema „Jung, hip und extrem rechts – was ist neu an den Identitären“ am Dienstag im Theater Fatale.

Knapp 30 Interessierte waren der Einladung des Kreisverbandes Wesermarsch des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) zu der Veranstaltung in der Reihe des Aktionsbündnisses „Nordenham bleibt bunt“ gefolgt. Sozialwissenschaftler Martin Göske ist Mitarbeiter des Oldenburger Regionalbüros Nord/West der Mobilen Beratung Niedersachsen gegen Rechtsextremismus für Demokratie.

Die Identitäre Bewegung sei eine ursprünglich als „Genération identitaire“ aus Frankreich stammende rechtsextreme Bewegung, die sich ab 2012 in Österreich und Deutschland verbreitet habe. Die Identitären wollten zwar weg vom Stigma des Rechtsextremismus und distanzierten sich öffentlich von rechtsextremen Parteien und Rassismus. Diese Fassade sei aber trügerisch, zeigte der Referent mit etlichen Beispielen. Das gelte auch für die Beziehungen zwischen IB und der AfD.

Die Identitären propagierten einen Ethnopluralismus, der die kulturelle und räumliche Trennung aller Ethnien fordert und stark von antimuslimischen Rassismus und Islamfeindlichkeit geprägt sei, erläuterte Martin Göske. Die Protagonisten sprechen von Überfremdung oder dem Großen Austausch. Damit seien die „neuen Rechten“ ebenso rassistisch wie die alten.

Mit der Besetzung öffentlicher Plätze und Gebäude sei die Identitäre Bewegung in den vergangenen Jahren in den Fokus der Medien geraten. Mit ihren professionell inszenierten Aktionen wie Flashmops, Bild- und Videoaufnahmen und der Nutzung popkultureller Elemente würden die Identitären besonders bei Jugendlichen Eindruck hinterlassen, sagt der Sozialwissenschaftler.

Auch wenn sie zahlenmäßig nicht so stark sei und auch keine großen Massendemonstrationen veranstalte, geht nach Ansicht von Rainer Ziegler eine große Gefahr von der IB aus. Ihre meist gut gebildeten Propagandisten würden über ihre Positionen in Wirtschaft und Gesellschaft Einfluss nehmen, argumentierte der SPD-Kommunalpolitiker in der Diskussion.

Thomas Bartsch (Die Linke) hält eine andere Politik für erforderlich, die auf die Bedürfnisse der Bürger abgestellt ist und ihnen Perspektiven gibt. Damit würde der IB der Nährboden für ihre Ideologie entzogen. SPD-Ratsherr Nils Humboldt forderte dazu auf, mehr Aufklärung zu leisten, um die verfassungsfeindlichen Theorien der Identitären deutlich zu machen.

Jochen Dudeck, ehemaliger Leiter der Nordenhamer Stadtbücherei, fragte nach den Gründen für das Entstehen der IB und was zu tun sei, wenn sie auch in Nordenham aktiv würden. Eine Königslösung hatte Martin Göske dafür nicht parat. Für das Entstehen gebe es wohl etliche Gründe im wirtschaftlichen, kulturellen und gesellschaftlichen Bereich.

Viele Bürger seien in einer komplexen Welt einfach überfordert. Unbewusst führe das zu einem Antiliberalismus. Zudem lägen Verschwörungstheorien und Antisemitismus eng zusammen.

Anlässlich der von den Vereinten Nationen ausgerufenen Internationalen Aktionswochen gegen Rassismus finden weitere Veranstaltungen in Nordenham statt: Am  Montag, 18. März, gibt es ab 18.30 Uhr in der Buchhandlung von Bestenbostel eine „Schlaue Stunde zur Fluchterfahrung“. Für Dienstag, 19. März, ab 19.30 Uhr lädt die Stadtbücherei zum Thema „Hass ist keine Meinung – Hatespeech im Internet”  ein. Die Partei Die Linke zeigt am Donnerstag, 21. März, ab 19 Uhr im Mehrzweckhaus Einswarden Kurzfilme zum antimuslimischen Rassismus. „Nordenham rockt bunt“ mit den Bands Hard Birth, Die Meldung und Nudelbox 3,50 findet am Freitag, 22. März, ab 19 Uhr in der Jahnhalle statt. Zum Frühjahrsputz unter dem Motto „Nordenhamer bleibt bunt und sauber“ am Sonnabend, 23. März, lädt das Aktionsbündnis ab 14 Uhr auf dem Marktplatz ein.

Rolf Bultmann Nordenham / Redaktion Nordenham
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