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NWZonline.de Region Wesermarsch Politik

„Dürfen keinen Schritt zurück machen“

07.03.2018

Nordenham „Wir können zwar schon viele Erfolge verbuchen, aber frauendominierte Berufe werden immer noch schlecht bezahlt. Erst durch den Fachkräftemangel gibt es Überlegungen, wie diese Berufe attraktiver gestaltet werden können. Frauen haben noch immer geringere Karrierechancen“, sagt die Nordenhamer Gleichstellungsbeauftragte Karin Windheim-Czichon.

Programm zum internationalen Frauentag

Das traditionelle Frauenfrühstück findet am Donnerstag, 8. März, in der Zeit von 9 bis 12 Uhr im Kulturzentrum Jahnhalle statt. Der Eintritt kostet 5 Euro. Die Gleichstellungsbeauftragte Karin Windheim-Czichon wird einen Vortrag zum Thema 100 Jahre Frauenwahlrecht halten und hat eine Überraschungsvorführung organisiert. Diese Veranstaltung ist bereits ausgebucht.

Ein Kinoabend für Frauen und Männer zum Internationalen Frauentag findet ebenfalls an diesem Donnerstag statt. Beginn ist um 19.30 Uhr im Filmpalast Nordenham. Gezeigt wird der Film „Die göttliche Ordnung“ von 2017. Der Eintritt kostet 8 Euro inklusive Sekt und Selters. Auch hier können sich die Teilnehmer auf einen Überraschungsauftritt freuen.

Probleme haben auch Frauen, die für einige Zeit aus dem Beruf ausscheiden oder kürzer treten, weil sie beispielsweise einen Angehörigen pflegen. Matthias Brümmer, Geschäftsführer der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten Oldenburg-Ostfriesland, spricht von einer „Karrierefalle“ in der Frauen stecken. In der Wesermarsch werden 73 Prozent aller Teilzeit- und Minijobs von Frauen ausgefüllt, sagt er. „Bei der Bezahlung stehen Frauen allgemein weiterhin deutlich schlechter da als Männer“, kritisiert Matthias Brümmer. So verdienten Frauen in Deutschland zuletzt 21 Prozent weniger als Männer, hat das Statistische Bundesamt ermittelt.

Anzahl geht zurück

„Im Moment geht die Anzahl der Frauen in den Parlamenten zurück“, sagt Karin Windheim-Czichon. Doch gerade in Zeiten, in denen rechtsgerichtete Parteien mit einem sehr konservativen Frauenbild stärker werden, „müssen wir aufpassen, dass wir nicht einen Schritt zurück machen“, mahnt Karin Windheim-Czichon. Der Internationale Frauentag, der am 8. März gefeiert wird, hat nicht an Bedeutung verloren – im Gegenteil. „Themen gibt es nach wie vor, und zwar immer wieder neue“, sagt Karin Windheim-Czichon. Es treten immer wieder Problemlagen auf, sagt die Gleichstellungsbeauftragte, zum Beispiel fehlende Betreuungsplätze für Kinder. Auch Gewalt sei lange ein Problem gewesen. Dafür wurde eigens eine Beratungsstelle beim Landkreis eingerichtet. Aktuell ist die Hebammenversorgung eine wichtige Problemstellung.

„Meine Aufgabe ist es, zu gucken, wie wir die Lage verbessern können“, sagt Karin Windheim-Czichon. Es sei viel in Bewegung, meint sie. An der Hebammenversorgung werde derzeit auf Landkreisebene gearbeitet. Auch daran sind die Gleichstellungsbeauftragten beteiligt.

In den vergangenen beiden Jahren haben sich durch die wachsende Zahl an Flüchtlingsfrauen in Nordenham ganz neue Themenbereiche ergeben. Das reicht von alltäglichen Dingen wie der Mülltrennung bis hin zu existenziellen Fragen wie der Rente.

So muss die Gleichstellungsbeauftragte den Flüchtlingsfrauen und ihren Männern nicht nur erklären, dass Frauen in Deutschland arbeiten dürfen, sondern auch, dass sie es sogar müssen, um später eine Rente zu bekommen. „In unserem System müssen Frauen eigene Rentenansprüche erwerben. So müssen wir den Männern auch klar machen, dass ihre Frauen nicht automatisch versorgt sind“, sagt sie.

Wahlrecht ist Thema

Das Programm zum Weltfrauentag steht in jedem Jahr unter einem anderen Motto. 100 Jahre Frauenwahlrecht lautet es dieses Mal. Am 30. November 1918 trat in Deutschland das Reichswahlgesetz mit dem allgemeinen aktiven und passiven Wahlrecht für Frauen in Kraft.

Bei den Wahlen zur verfassungsgebenden Deutschen Nationalversammlung am 19. Januar 1919 konnten Frauen zum ersten Mal reichsweit in ganz Deutschland wählen, erzählt Karin Windheim-Czichon. 300 Frauen kandidierten, 37 Frauen wurden gewählt – insgesamt gab es 423 Abgeordnete. Sie sei schon immer eine Befürworterin von Frauenquoten gewesen, sagt die Gleichstellungsbeauftragte. Doch trotz aller Erfolge sei auch Nordenham von einer 50:50-Quote wie sie beispielsweise durch das Parité-Gesetz in Frankreich geregelt wird, noch weit entfernt.

„Dem Nordenhamer Stadtrat gehören derzeit 8 Frauen und 29 Männer an“, zählt sie auf. Obwohl es ein sogenanntes Mentoring-Programm gibt, bei dem Frauen von in der Politik erfahrenen Frauen unterstützt werden. „Deshalb kann ich nur aufrufen, Frauen beteiligt euch, nutzt euer Wahlrecht nicht nur, um zu wählen, sondern auch indem ihr euch wählen lasst.

Merle Ullrich Nordenham / Redaktion Nordenham
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