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NWZonline.de Region Wesermarsch Politik

Kabarett In Der Jahnhalle: Verlierer zeigen auf Verlierer

04.03.2019

Nordenham Schon Roman Herzog prophezeite: Ein Ruck wird durchs Land gehen. Leider sei aus diesem Ruck nun ein Rechtsruck geworden, stellte HG. Butzko am Freitag in der Jahnhalle fest. Mit „Echt jetzt“, seinem zehnten Bühnenprogramm in 20 Jahren, feiert der Kabarettist ein kleines Jubiläum und zieht Bilanz von der Entwicklung der vergangenen zwei Jahrzehnte. Die rund 80 Zuschauer in der Jahnhalle honorierten den gut zweistündigen politischen und gesellschaftlichen Rundumschlag mit viel Applaus.

Bei der letzten Bundestagswahl habe sich gezeigt, dass 12,6 Prozent der deutschen Wähler mit ihrer Stimme für die AfD den politischen Anstand zu Grabe getragen hätten; das sei eine ganz neue Art des Urnengangs, meinte HG. Butzko. Die Frage, wie es zu einer solchen Fehlentwicklung der Gesellschaft kommen konnte, zog sich wie ein Leitfaden durch den Abend.

Die gravierendsten Entwicklungen zeigten sich, so Butzko, in den Bereichen Digitalisierung und Globalisierung. Während sich früher die Leute für einen „persönlichen Echtzeitkontakt“ hätten treffen müssen, könne man heute per Smartphone Familie und Freunde auf dem Sofa versammeln. Tatsächlich sei das Handy jedoch eine Aufmerksamkeitsdefizit-Epidemie.

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Wie Ungerechtigkeit organisiert werden kann, zeige sich am Beispiel der ost- und westdeutschen Verhältnisse. Die Ostdeutschen seien seit der Wiedervereinigung in nahezu allen politischen Entscheidungen benachteiligt worden, meinte HG. Butzko. Der Umstand, dass fast 90 Prozent aller Menschen in leitender Position in Politik und Wirtschaft Wessis seien, schüre die Wut und Enttäuschung der ostdeutschen Bevölkerung. Die Ostdeutschen seien die „Wendeverlierer“, die sich zu Recht nicht integriert und abgehängt fühlten. Eben diese Wendeverlierer zeigten nun mit dem Finger auf die Globalisierungsverlierer, und das seien vor allem die Menschen in Afrika, so der Kabarettist.

Es sei nicht verwunderlich, wenn heute hundertausende Menschen versuchten, nach Europa zu fliehen, wenn die restliche Welt immer noch 70 Prozent der Böden in Afrika besitze und die einheimische Wirtschaft zugunsten eigener Profite zerstöre. Das Ende vom Lied: „Wir identifizieren uns mit den eigenen Aggressoren und projizieren unseren Selbsthass auf Andere“, konstatierte der Kabarettist.

HG. Butzko riet dringend dazu, einen Perspektivwechsel vorzunehmen. Die Spirale von Ungerechtigkeit, Rassismus und Chauvinismus sei nur zu durchbrechen, wenn man den eigenen Standpunkt verlässt und sich in die Lage einer anderer Person, Kultur oder Nation versetzt.

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