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NWZonline.de Region Wesermarsch Politik

Helios stoppt Schließung in Nordenham nicht

08.02.2019

Nordenham Es bleibt bei der Ankündigung der Geschäftsführung, dass die komplette Abteilung für Frauenheilkunde und Geburtshilfe in der Helios-Klinik Wesermarsch in Esenshamm Mitte Februar geschlossen wird. Daran ändert auch ein Vorstoß nichts, den jetzt die regelmäßig mit Landrat Thomas Brückmann (parteilos) tagende Runde der Fraktionsvorsitzenden des Kreistages gemeinsam mit Nordenhams Bürgermeister Carsten Seyfarth (SPD) unternommen hat.

Gespräch in der Klinik

Wie die NWZ am Donnerstagnachmittag aus gut unterrichteten Kreisen erfahren hat, haben die Fraktionschefs, der Landrat und der von dieser Runde hinzu gebetene Bürgermeister am Mittwoch in Esenshamm ein Gespräch mit Klinikgeschäftsführerin Annika Wolter und dem für Esenshamm zuständigen Helios-Regionalgeschäftsführer Dr. Marc Baenkler geführt.

Vorwürfe von Vertragsbruch gegen Helios sind falsch

Vorwürfe, wonach Klinikbetreiber Helios mit der angekündigten Schließung der gesamten Abteilung für Frauenheilkunde und Geburtshilfe den Transaktionsvertrag bricht, den der Landkreis 2008 beim Verkauf der Wesermarsch-Klinik in Nordenham an den Klinikkonzern Rhön abgeschlossen hat, sind falsch. Das hat Landrat Thomas Brückmann (parteilos) am Donnerstag der NWZ bestätigt.

Zwar habe Helios mit der Übernahme der Klinik von Rhön im Frühjahr 2014 alle Rechte und Pflichten aus dem Vertrag übernehmen müssen. Gemäß diesem Vertrag müsse der Klinikbetreiber am Standort Nordenham ein Haus der Grund- und Regelversorgung auch in Zukunft betreiben. Zu dieser Grund- und Regelversorgung gehöre aber eben nicht die Geburtshilfe und Frauenheilkunde.

Dagegen hatte – wie die NWZ berichtete – der Ehrenvorsitzende der Nordenhamer CDU, der ehemalige langjährige Kreistagsabgeordnete Ernst Tannen behauptet, wegen des Vertrages aus dem Jahr 2008 hätten Kreis und Stadt einen Rechtsanspruch darauf, dass die Schließung der Geburtshilfe „nur von vorübergehender Natur sein kann.“ Und: Während der Kundgebung am vergangenen Samstag vor dem Klinik-Eingang behauptete Vizelandrat Uwe Thöle (SPD) aus Nordenham, dass gemäß vertraglicher Regelung Helios nicht nur die Klinik, sondern auch diese Abteilung weiterführen müsse.

In diesem Gespräch hat die Helios-Geschäftsführung einmal mehr deutlich gemacht, dass ihre Entscheidung alternativlos sei und die gesamte Abteilung für Frauenheilkunde und Geburtshilfe zum 15. Februar geschlossen wird.

Dies haben Donnerstagnachmittag auf Anfrage der NWZ sowohl Bürgermeister Carsten Seyfarth als auch Landrat Thomas Brückmann bestätigt.

Diese Nachricht überrascht nicht. Denn – wie die NWZ berichtete – auch nach der Demonstration von rund 400 Menschen am vergangenen Samstag vor dem Klink-Eingang hatte Klinikgeschäftsführerin Annika Wolter der Presse mitgeteilt: „Wir bedauern die angekündigte Schließung der Abteilung für Frauenheilkunde und Geburtshilfe. Diese Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen, ist aber leider alternativlos.“

Dazu Bürgermeister Carsten Seyfarth am Donnerstagnachmittag auf Anfrage der NWZ: „Ich kann diese Entscheidung nur bedauern.“ Er fügte hinzu: „Wir haben das Thema intensiv behandelt. Aber eine Bewegung seitens Helios in Richtung, den Kreißsaal noch eine gewisse Zeit weiter geöffnet zu halten, um nach Alternativen zu suchen, war nicht zu erkennen.“ Carsten Seyfarth: „Die Entscheidung von Helios ist offenbar unumstößlich.“

Ähnlich äußerte sich Donnerstagnachmittag auf NWZ-Anfrage Landrat Thomas Brückmann. „Wir haben nochmals Alternativen ins Gespräch gebracht – zum Beispiel die Frage, ob wegen des Ärzte- und Hebammen-Mangels statt Drei-Schicht-Betrieb eine Beschränkung auf Tagesschichten möglich ist. Aber das ist nicht zulässig. Für alle Kliniken wird zwingend ein Drei-Schicht-Betrieb für nötig gehalten.“

Auch Versetzungen aus anderen Stationen seien nicht möglich, weil nur Hebammen und Gynäkologen diese Dienste leisten dürfen. In Zukunft werde es wegen der Universitätsausbildung von Hebammen noch schwieriger, die Stellen zu besetzen. Thomas Brückmann: „Das müssen wir akzeptieren.“

Wie die NWZ auf Nachfrage weiter vom Bürgermeister und vom Landrat erfahren hat, haben Klinikgeschäftsführerin Annika Wolter und Regionalgeschäftsführer Marc Baenkler im Gespräch mit ihnen und den Vorsitzenden der Kreistagsfraktionen die Gründe erläutert, die sie bereits öffentlich genannt hatten.

Keine Perspektive

Danach ist die Schließung wegen Mangel an Hebammen und auch wegen Ärztemangel unabwendbar. Die Zahl von 321 Geburten im Jahr 2018 reicht laut Helios keineswegs aus und eröffnet auch keine Perspektive für ein medizinisch qualitatives Angebot.

Denn nach einer Empfehlung des Gemeinsamen Bundesausschusses, der Vorgaben für Klinikstrukturen in Deutschland macht, sollte die Mindestzahl von Geburten bei 500 liegen, um auch bei Komplikationen eine qualitative Versorgung zu gewährleisten.

Horst Lohe Nordenham / Redaktion Nordenham
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