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NWZonline.de Region Wesermarsch Politik

Alter Haudegen verlässt den Stadtrat

22.02.2019

Nordenham Jan Gerdes gehört zweifellos zu den alten Haudegen im Nordenhamer Stadtrat. 27 Jahre lang hat er Kommunalpolitik gemacht. Nun legt er aus familiären Gründen sein Mandat nieder. Der 69-jährige SPD-Mann will künftig mehr Zeit haben, um sich um seine kranke Frau kümmern zu können.

Jan Gerdes gehörte zu den einflussreichsten Kommunalpolitikern in Nordenham. 15 Jahre lang war er Vorsitzender des Bauausschusses. In dieser Funktion hat er Heinrich Osterloh beerbt. Heinrich Osterloh war es auch, der seinen Parteifreund gemeinsam mit Georg Wemmer überredet hatte, für den Stadtrat zu kandidieren.

Jan Gerdes ist in Nordenham geboren und aufgewachsen. Er lernte Maschinenbauer, kam später über die Feldjäger zur Polizei. In der Nordenhamer Dienststelle war er als Kriminalbeamter tätig. Seit zehn Jahren ist Jan Gerdes im Vorruhestand.

Dass Jan Gerdes Vorsitzender des Bauausschusses wurde, ist kein Zufall. Die Themen, über die in diesem Ausschuss beraten werden, haben ihn immer besonders interessiert. Warum? „Weil man am Ende eines Jahres immer Ergebnisse sehen kann.“

GNSG-Verkauf verhindert

Dass die Gemeinnützige Nordenhamer Siedlungsgesellschaft nach wie vor überwiegend in den Händen der Stadt ist, ist nicht zuletzt ein Verdienst von Jan Gerdes. Er sieht es als einen seiner größten politischen Erfolge, den Verkauf der städtischen Anteile an der GNSG verhindert zu haben. In den Neunzigerjahren wollte die Verwaltung mit dieser Maßnahme den Haushalt auf Vordermann bringen. Die SPD-Fraktion sprach sich damals mit knapper Mehrheit dagegen aus. Weil sie im Rat die absolute Mehrheit hatte und geschlossen abstimmte, konnte sie das Vorhaben kippen. „Für die städtebauliche Entwicklung wäre ein Verkauf katastrophal gewesen“, glaubt Jan Gerdes.

Als große politische Enttäuschung wertet Jan Gerdes, der für eine Amtsperiode auch dem Kreistag angehörte, den Verkauf der Wesermarsch-Klinik, der inzwischen zum Helios-Konzern gehört. Gerade die jüngsten Entwicklungen hätten ihn in seiner Auffassung bestätigt, dass die Gesundheitsversorgung in öffentlicher Hand bleiben sollte. „Dann hätten wir das ganze Theater mit der Schließung der Geburtshilfe und der Gynäkologie jetzt nicht.“ Dass kommunale Einrichtungen nicht gewinnbringend arbeiten, sei völlig normal. Das gelte für Hallenbäder genauso wie für Kliniken, sagt Jan Gerdes, der früher Aufsichtsratsvorsitzender der Wesermarsch-Klinik war.

Lockere Sprüche

Jan Gerdes ist nicht nur bekannt für die straffe Leitung von Bauausschusssitzungen, sondern auch für den einen oder anderen lockeren Spruch. Dass er mit einer flapsigen Bemerkung über die Grenzen Nordenhams hinaus mediale Aufmerksamkeit erlangen würde, hätte er nicht gedacht. Als es im Bauausschuss darum ging, bei der Vergabe von Straßennamen die Frauen nicht zu vergessen, kamen von ihm und von weiteren Genossen Vorschläge wie „Dolly-Buster-Padd“ und „Beate-Uhse-Straße“. Bei den Frauen im Rat kam das nicht ganz so gut an. „Dabei war das doch alles nur ein Spaß.“

Jan Gerdes ist Mitglied im Wassersportverein Nordenham. Er hat zwei Enkel und einen Sohn, der ebenfalls zur Polizei gegangen ist.

Für Jan Gerdes rückt jetzt der 27-Jährige Timo Adamietz in den Stadtrat nach. Jan Gerdes sieht die Niederlegung seines Mandats auch als Beitrag zum Generationswechsel. „Man sollte gehen, solange man noch gehen kann“, sagt er. Der 69-Jährige hat eben immer einen lockeren Spruch auf den Lippen.

Jens Milde Nordenham / Redaktion Nordenham
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