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NWZonline.de Region Wesermarsch Politik

Lieder und Lichter gegen den Hass

15.11.2019

Nordenham Die Schändung mehrerer Stolpersteine zum Gedenken der Juden, die in der Nazi-Zeit verfolgt und getötet wurden, hat viele Nordenhamer in einen Schockzustand versetzt. Dieses Entsetzen und die Sorge vor weiteren rassistischen Attacken ist auch am Donnerstagabend bei einer Mahnwache auf dem Marktplatz zu spüren gewesen. Die evangelische und die katholische Kirchengemeinde in Nordenham hatten dazu aufgerufen. Ihrer Aufforderung, mit der Teilnahme an der Solidaritätsaktion ein Zeichen für die Mitmenschlichkeit zu setzen, sind rund 200 Bürger nachgekommen. „Damit sind wir sehr zufrieden“, sagte Pfarrer Karl Jasbinschek von der St.-Willehad-Gemeinde.

Er hatte gemeinsam mit der evangelischen Pastorin Heike Boelmann-Derra spontan die Initiative zur Ausrichtung der ökumenischen Mahnwache ergriffen. Beide freuten sich, dass alle Generationen und auch andere Konfessionen vertreten waren. So gehörte Mehmet Karabacak, Sprecher der Türkisch-Islamischen Gemeinde Nordenham, zu den Rednern, die Fürbitte-Gebete vortrugen.

Trauriger Anlass waren die Farbschmierereien und anti-israelischen Aufkleber, mit denen unbekannte Täter in der Nacht zum 9. November die Pogromnacht-Gedenksteine geschändet hatten. Davon betroffen waren drei der insgesamt sieben Stolperstein-Standorte im Stadtgebiet. Die Staatsschutzabteilung der Polizei ermittelt in der Sache wegen Volksverhetzung und Sachbeschädigung.

Die Teilnehmer der Mahnwache, darunter Bürgermeister Carsten Seyfarth, bildeten einen Kreis und stimmten im Lichterschein der auf dem Boden abgestellten Kerzen das hebräische Friedenslied „Hevenu Shalom Alechem“ („Wir wollen Frieden für alle“) an. Ein weiteres gemeinsam gesungenes Lied war „Von guten Mächten treu und still umgeben“, dessen Text der evangelische Theologe und NS-Widerstandskämpfer Dietrich Bonhoeffer 1944 in der Gestapo-Haft verfasst hatte.

Ergreifend waren die fünf Schweigeminuten. In völliger Stille gedachten die Mahnwachenteilnehmer der Opfer von Verfolgung, Ausgrenzung und Gewalt.

Eindringlich riefen Karl Jasbinschek, Heike Boelmann-Derra sowie Nils Humboldt und Philipp Böckmann vom Bündnis für ein buntes Nordenham dazu auf, für die Freiheit einzustehen und sich rechten Hetzern mutig entgegenzustellen. „Wir sind die Mehrheit“, sagte Heike Boelmann-Derra, „wir treten dafür ein, dass jeder sein Leben in Freiheit leben darf.“

Norbert Hartfil Redaktionsleitung Nordenham / Redaktion Nordenham
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