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NWZonline.de Region Wesermarsch Politik

„Belohnung bei der Rente wäre gut“

28.01.2020

Nordenham Die SPD-Landtagsfraktion schlägt vor, ehrenamtlich engagierte Bürger mit kostenlosen Tickets für den Nahverkehr zu belohnen. Rabatte der Ehrenamtskarte für Niedersachsen sollten ausgebaut werden. Darüber hinaus treten die Sozialdemokraten dafür ein, dass in Sportvereinen aktive Ehrenamtler Steuervorteile bekommen.

Steuervergünstigungen

„Ich denke: Ja, es muss irgendwie geregelt werden, dass ehrenamtlich engagierte Menschen außerhalb von Ehrungen eine Anerkennung bekommen. Steuervergünstigungen für jeden, der das nachweist, finde ich gut“, sagt dazu Annegret Conrady (63). Denn es werde immer schwieriger, genügend Engagierte zu finden. Ehrungen sollte es weiterhin geben, daneben seien aber auch finanzielle Anreize wichtig. Annegret Conrady ist stellvertretende Vorsitzende des Kirchenrates der evangelischen Gemeinde Blexen, CDU-Ratsmitglied und sie engagiert sich auch im Landvolk.

„Diese Ideen sind gut. Jede Unterstützung für Ehrenamtliche ist eine gute Hilfe“, sagt Albert Mumme zum Vorstoß der SPD-Landtagsfraktion. Der 60-Jährige engagiert sich ehrenamtlich als Vorsitzender des Senioren- und Behindertenbeirates der Stadt Nordenham, als 2. Vorsitzender des Kreisbehindertenbeirates und als 2. Vorsitzender des VdK-Kreisverbandes.

Albert Mumme hält eine andere Idee für ebenfalls gut: Jahrzehntelanger Einsatz könnte mit einem Aufschlag bei der Rente belohnt werden. Gerade auch für Frauen, die viel Zeit investieren und nur eine kleine Rente bekommen, sei das wichtig. Ein Rentenaufschlag sei besonders sinnvoll für intensive freiwillige Dienste im Roten Kreuz, in der Feuerwehr oder zum Beispiel auch bei den Johannitern oder in der Hospizhilfe, regt Albert Mumme an.

Bundesweite Regelung

Dieser Meinung ist auch Michael Haferkamp (52), seit 2007 Ortsbeauftragter des Technischen Hilfswerkes (THW), Ortsverband Nordenham. „Wir fordern bundesweit schon seit Jahren, dass steuerliche Vorteile gewährt oder bei der Rente etwas angerechnet wird. Das wäre nachhaltig und auch ein Anreiz für die Menschen, die sich noch nicht einbringen.“

Leistungen bei Hilfsorganisationen würden dokumentiert, ließen sich also nachweisen. Ähnlich wie bei der Feuerwehr brächten Ehrenamtliche zudem nicht nur viel Freizeit ein, sondern riskierten auch Gefahren für Leib und Leben, um Mitmenschen zu retten. Bundesweit geregelte Berücksichtigung bei der Rente könnte, so meint das THW, Helfer binden und wesentlich dazu beitragen, junge neue Helfer zu finden.

Für Michael Haferkamp gehen die Vorschläge der SPD-Landtagsfraktion daher in die richtige Richtung.

„Grundsätzlich ist eine Entlohnung – wie auch immer konkret ausgestaltet – gut, weil es schwerer wird, Ehrenamtliche zu finden.“ Das meint Rolf Bultmann (68), Vorsitzender der Dorfgemeinschaft Blexen und Vorsitzender des Blexer Turnerbundes. Er fügt hinzu: „Mehr Anerkennung ist wichtig, weil ehrenamtlicher Einsatz unverzichtbarer Eckpfeiler unserer Gesellschaft und unseres Sozialsystems ist. Hauptamtliche wären unbezahlbar.“

Bei steuerlichen Begünstigungen sei ein Problem, dass sehr unterschiedliche Beträge dabei herauskommen würden, weil die Steuersätze individuell unterschiedlich sind. Freifahrten brächten in ländlichen Räumen nichts. Zu empfehlen sei mehr Anerkennung innerhalb der Organisation, in der ein Ehrenamtlicher tätig ist. Rolf Bultmann nennt als Beispiel eine Freistellung von Mitgliedsbeiträgen. Bei jeder Art von Anerkennung sei ein Problem, den jeweils individuellen Aufwand eines Ehrenamtlichen zu bewerten und zu kontrollieren. Wichtig bleibe auf jeden Fall, davon überzeugt zu sein und daran Freude zu haben, dass man als ehrenamtlich Tätiger Gutes für die Allgemeinheit leistet.

Danke sagen

„Ehrenamt ist Ehrenamt. Ich habe seit 42 Jahren viel Freude daran“, sagt Fred Memenga (81), Gründer und Vorsitzender der Bürgerstiftung Nordenham, zu der auch die Tafel gehört. Für den Betrieb der Tafel seien monatlich 2000 Euro nötig, die durch Spenden aufgebracht werden. Dafür führe er viele Gespräche bei Unternehmen. „An diesen Begegnungen habe ich viele Freude. Ich mache das gerne“, sagt Fred Memenga. Er hält ehrenamtliches Engagement aber dennoch nicht für selbstverständlich und findet daher alle Vorschläge für eine kleine Belohnung nicht schlecht. „Auf jeden Fall sollte man ehrenamtlich Engagierten auch mal ausdrücklich Danke sagen.“

Horst Lohe Nordenham / Redaktion Nordenham
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