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NWZonline.de Region Wesermarsch Politik

Einsatz gegen Rechts „richtig und wichtig“

17.09.2019

Nordenham Der deutsche Sänger Herbert Grönemeyer hat bei einem Konzert in Wien klar Stellung bezogen gegen rechte Ideologien. In den sozialen Medien hat er dafür Lob bekommen, aber auch Kritik einstecken müssen. In der Nordenhamer Musikszene bekommt Herbert Grönemeyer Rückendeckung für seinen Einsatz gegen Rechts.

Der Musiker Herbert Grönemeyer (63 Jahre, „Männer“) hat bei einem Konzert in Wien eine politische Ansprache gehalten und sich deutlich gegen Rechts positioniert. Grönemeyer sagte: Auch wenn Politiker schwächelten, „ (…) liegt es an uns, zu diktieren, wie ‘ne Gesellschaft auszusehen hat. Und wer versucht, so ‘ne Situation der Unsicherheit zu nutzen für rechtes Geschwafel, für Ausgrenzung, Rassismus und Hetze, der ist fehl am Platze (…).“ Die Rede löste ein geteilte Echo aus.

Jörg Eilers, Gitarrist der Nordenhamer Band Prime Time, hat kein Verständnis für die Aufregung um den Grönemeyer-Auftritt in Wien. Die in Online-Medien verbreiteten Schmähkommentare haben ihn erschüttert. Der 61-Jährige „begrüßt es außerordentlich“, dass Herbert Grönemeyer sich so klar gegen Rechts positioniert. Diese Vorgehensweise sei vorbildlich und führe hoffentlich dazu, dass noch mehr Musiker und andere Künstler klar Stellung beziehen. Musiker hätten nicht nur das Recht, sondern auch die Verantwortung und die Pflicht, sich politisch zu äußern. Angesichts der rechtspopulistischen Tendenzen in Deutschland hat Jörg Eilers „inzwischen Angst um unsere Demokratie“. Die AfD verkörpert seiner Meinung nach das „Wiederaufleben des Nationalsozialismus“ und grenze Menschen aus.

Pasquale Schulz, Sänger und Saxofonist in verschiedenen Bands, bezeichnet Herbert Grönemeyers Aufruf als „richtig und wichtig“. Aus Sicht des 39-jährigen Nordenhamers gibt es keinen Grund, Musik und Politik voneinander zu trennen. „Es geht um die persönliche Haltung und die Einstellung zur Vernunft“, betont er. Vor diesem Hintergrund sei Herbert Grönemeyers Einsatz gegen Rechts uneingeschränkt zu begrüßen. Pasquale Schulz sieht Personen des öffentlichen Lebens mit einem solchen Bekanntheitsgrad sogar dazu verpflichtet, Stellung zu beziehen. „Sie erreichen damit viele Leute“, sagt er. Auf diese Weise könnten Musiker dazu beitragen, dass „so etwas Schreckliches wie damals nicht wieder passiert“. Dass Herbert Grönemeyer von einigen Seiten scharf kritisiert und sogar mit dem Nazi-Propagandaminister Joseph Goebbels verglichen wird, findet Pasquale Schulz „mehr als peinlich“.

Stefan Jaedtke, Jahnhallen-Chef und Musiker, hat das Video vom Grönemeyer-Aufruf nicht gesehen. Grundsätzlich ist er aber der Meinung, dass Künstler politisch klar Stellung beziehen dürfen und auch sollten. Aus seiner Sicht ist es gut, wenn sie ihre Popularität nutzen. Stefan Jaedtke erinnert an Michael Jackson, der sich für Frieden und Umweltschutz stark gemacht hat. Und er erinnert an Helene Fischer, die sich im vergangenen Jahr öffentlich gegen Gewalt und Fremdenhass ausgesprochen hat. „Ich halte allerdings parteipolitische Äußerungen für bedenklich“, sagt der 56-Jährige. Seiner Meinung sollten Musiker nicht Werbung für eine bestimmte Partei machen.

Michael Ehré, Profi-Schlagzeuger und Songschreiber unter anderem bei The Unity, sagt: „Rockkonzerte gegen Rechts gibt es seit vielen Jahren. Mit Musik erreicht man eben viele Menschen. Und Musiker sollten auf jeden Fall politisch sein dürfen.“ Der 48-Jährige hat das Video mit dem Grönemeyer-Aufruf bislang nicht gesehen. Trotzdem sagt er: „Es ist wichtig und richtig, wenn sich Musiker gegen rechte Gesinnungen positionieren. Und es ist wichtiger denn je.“ Aus seiner Sicht sind die Stimmenzuwächse für die AfD alarmierend und beängstigend. „Es leuchtet mir nicht ein, dass in Deutschland eine solche Partei gewählt wird.“

Sven Lüdke, Gitarrist und Komponist bei Mob Rules, sagt: „Ich finde es gut, wenn sich Musiker politisch positionieren. Dazu gehört viel Mut, weil sie auch mit den Reaktionen leben müssen.“ Der 48-Jährige hat das Video, das so viele Diskussionen ausgelöst hat, gesehen. Die Art und Weise, wie Herbert Grönemeyer spricht, das Pathos, die Vehemenz und der Tonfall seien etwas merkwürdig gewesen. „Inhaltlich stehe ich aber voll hinter seinen Aussagen.“

Jens Milde Nordenham / Redaktion Nordenham
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Norbert Hartfil Redaktionsleitung Nordenham / Redaktion Nordenham
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